u/IndependentCream3127

Die Ausgangslage:

Mein Vater wohnt in einem Mehrfamilienhaus mit 4 Partein, ist über 80 Jahre und pflegebedürftig. Zum Glück lässt er sich nicht hängen und sitzt nicht nur vor dem Fernseher sondern geht zumindest langsam selbst zum Briefkasten für die Tageszeitung und Post und wenn er sich gut fühlt geht er auch mal selbstständig mit dem Rollator spazieren, der unten im Hausflur steht und auch keine Fluchtwege behindert.

Während meiner Arbeitszeit kommt der Pflegedienst und klingelt um meinen Vater zu unterstützen. Sei es beim morgendlichen Waschen und Anziehen und der Medikation. Nach Feierabend besuche ich meinen Vater immer und erledige mit ihm Einkäufe, esse gemeinsam Abendbrot und schaue auch mal mit ihm Fußball und sorge auch mit Ausflügen für etwas Lebensqualität.

Das Problem: Vor 2 Jahren ist eine junge Frau ins Dachgeschoss gezogen. Ordentlich, grüßt nett, ist nicht laut oder feiert Partys, somit alles in grünem Bereich, jedoch bestellt sie Unmengen von Paketen und Päckchen, die von sämtlichen Paketdienstleistern zugestellt werden und das in einem Ausmaß von etwas 25-40 Paketen und Päckchen pro Woche. Anfangs dachten wir uns: vielleicht erste eigene Wohnung wenig Inventar, aber das ist nicht abgeflacht, sondern wurde zunehmend schlimmer.

Die Belästigung: Da mein Vater und eine weitere Nachbarin wohl die einzigen sind, die die meiste Zeit daheim sind wird von allen Paketdiensten (Hermes, DHL, Amazon, GLS, UPS) regelmäßig bei beiden zeitgleich geklingelt. Die Pakete werden immer wieder einfach auf die Treppe geschmissen oder sein Rollator förmlich eingemauert. Die weitere Nachbarin ist schon so genervt, dass sie ihre Klingel abgestellt hat. Bei meinem Vater ist das wegen dem Pflegedienst nicht möglich. Ich hatte schon mit dem Pflegedienst über eine Aushändigung eines Schlüssels gesprochen, was sie aus schlechter Erfahrung abgelehnt haben (Personal wechselt regelmäßig und hat in der Vergangenheit entweder Schlüssel vergessen oder wurden des Diebstahls beschuldigt). Die Paketdienste klingeln auch nicht nur einmal was man ignorieren könnte, sondern regelrecht Sturm über Minuten (mein Vater ist nun mal nicht der Schnellste) und dann werden die Pakete einfach wortlos in den Flur geschissen.

Die Nachbarin lässt auch unverhältnismäßig lange einfach die Pakete im Flur liegen. Teilweise stehen die Pakete 3-4 Tage rum, was durch den Nachschub dann zur Stolperfalle für meinen Vater wird bzw. er dann in Einzelfällen (z.B. größere Pakete vor dem Rollator) nicht spazieren gehen kann.

Ich hatte schon den Kontakt mit den Paketfahrern gesucht. Die wechseln aber so regelmäßig und durch das Abstellokay sagte mir der Paketfahrer von DHL, dass er leider die Pakete nicht direkt zur Packstation bringen darf, sondern erst einen Zustellversuch unternehmen muss.

Ich hatte die Dame auch mal versucht vorsichtig auf das Problem anzusprechen, aber sie ist der Meinung, dass das ja gar nicht so viele Pakete sind und ich übertreibe. Als ich dann meinte, dass größere Pakete unverhältnismäßig lange im Flur verweilen fragte sie mich ob ich sie stalken würde. Ich sagte ihr, dass eine Packstation und das gebündelte Empfangen von bestellungen bei Amazon das etwas abmildern könnten. Sie war für den Vorschlag aber nicht offen und beendete das Gespräch.

Ich bin nun mit meinem Latein am Ende. Klingel ausstellen ist keine Option. Fahrer ansprechen führte durch die ständigen Wechsel zu keinem Ergebnis. Die Nachbarin mit ihrem hohen Bestellvolumen wurde pampig und sieht ihr Kaufverhalten nicht als Problem. Die Paketdienste anzurufen und die Fahrer zu briefen habe ich noch nicht versucht.

Ich bräuchte jetzt einen Rat um zu vermeiden, dass mein Vater mit Sturmklingeln nicht unnötigerweise immer aufgescheucht wird. Ich überlege ob ich versuche mal eine Art zeitgesteuerte Klingel zu bauen, die nur innerhalb der Zeitfenster des Pflegedienstes aktiv ist oder mal vorschlage ob man zukünftig vielleicht bei abgeschalteter Klingel bei meinem Vater auf dem Telefon durchklingeln lässt, damit er die Klingel zur aufdrücken aktiviert und dann wieder abstellt. Vermute, dass mein Vater das aber nicht hinbekommen wird. Sehe beides aber nur als Teil einer Lösung, denn diese Paketflut die sich als Stolperstellen auf den Stufen und als Mauer um den Rollator gesellt würde ich damit nicht lösen. Eine gewisse Zeit habe ich einige schwere Pakete hochgetragen um die dann bei ihrer Wohnungstür abzustellen, aber wenn da teilweise ein Laufband, Möbel usw. dabei waren sehe ich mich nicht in der Pflicht ohne Paketkarre das alles nach oben zu verfrachten. Habt ihr einen Ratschlag von außen?

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u/IndependentCream3127 — 19 days ago