Ich erzähle meiner Familie seit Jahren, dass ich kein Instagram mehr habe
Vor ungefähr drei Jahren habe ich meinen Verwandten erzählt, dass ich Instagram gelöscht habe und soziale Medien allgemein kaum noch benutze.
Das stimmt nur zur Hälfte.
Ich hatte damals einfach keine Lust mehr darauf, dass unter jedem Foto sofort meine Tante, zwei Cousinen und manchmal sogar meine Mutter kommentieren. Danach kamen beim nächsten Treffen Fragen wie: "Wer war die Frau neben dir?", "Wo genau war das?" oder "Warum warst du so spät noch unterwegs?"
Also habe ich meinen alten Account tatsächlich gelöscht und irgendwann einen neuen unter einem Spitznamen gemacht. Dort folgen mir vielleicht 40 Leute. Freunde, ein paar Bekannte und Leute wegen Fotografie. Keine Familie.
Seitdem sage ich bei Nachfragen weiterhin, dass Instagram für mich erledigt ist.
Letzte Woche hat mich meine Cousine plötzlich gefragt, warum ihr ein Account vorgeschlagen wird, auf dem eindeutig meine Wohnung und mein Fahrrad zu sehen sind.
Ich habe aus Reflex gesagt: "Keine Ahnung, ist bestimmt Zufall."
Das war offensichtlich eine noch dümmere Lüge als die erste.
Jetzt wartet ihre Nachricht seit vier Tagen unbeantwortet und ich überlege ernsthaft, ob ich einfach endlich zugebe, dass ich nur Instagram ohne Familienpublikum wollte.