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Are targets really necessary?

At the moment, I am having a lot of fun with this "Baroudeur" turned "Breakaway Legend". I have never used targets, but I still managed to have a nearly perfect (illegal) season (A. August stole my U25 triple).

My question is: Is not using targets the meta?

u/AggravatingWorld6989 — 12 days ago

Warum nicht mehr mehr gesiegt habe ― Geschichten aus dem TdF-Garten

Es ist ziemlich sicher, dass heute Tadej Pogačar seine fünfte Tour gewinnen wird, vielleicht hat er sich auch schon die Siegeswort bereitgelegt. Was er aber auch noch machen muss, sich eine gute Ausrede zu überlegen, wenn es nächstes Jahr dann nicht mehr klappt, den bisher hat niemand mehr als fünf Mal gewinnen können (ohne dann die Rechte an den Titeln wieder wegen Dopings zu verlieren). Als kleine Auffrischung:

  • Eddy Merckx ("Der Kannibale"): 1975 wird Merckx auf den finalen Metern einer Etappe von einem Fan in den Bauch geschlagen. Trotz verletzter Leber und voll mit Schmerzmitteln fährt er die Tour zu Ende und landet auf den zweitem Platz. Bis heute sagt er, eine sofortige Aufgabe hätte ihm die nötige Regeneration gegeben, in den nächsten Jahren wieder ganz oben zu sein. ― 7/10 Ausredenpunkte
  • Bernard Hinault (Der Dachs/Patron): 1986 kämpfen Hinault und sein Kollege Greg LeMond auf den Gipfeln Frankreichs um Gelb. Hinault ist auf der Höhe seiner Popularität, ganz Frankreich hofft, dass der Ritter der Ehrenlegion den Rekordbrechenden sechsten Sieg bekommt. Dann ist da Greg LeMond, ein Amerikaner mit französischen Namen, der eigentlich schon letztes Jahr gewinnen hätte können, wäre da nicht Hinault und die Teamtaktik gewesen. Anfangs sagt Hinault noch, die Doppelspitze nehme Druck von ihm, bis er schließlich einfach nicht mehr genug Druck in den Pedalen hat; schlussendlich war es die Teamtaktik LeMond frei fahren zu lassen, die ihm die Tour kostete ― 6/10 Ausredenpunkte
  • Jacques Anquetil (Monsieur Chrono): 1966 sitzt ganz Frankreich gespannt, wird Raymond Poulidor endlich einmal Anquetil schlagen, oder wird dieser seinen Rekord von fünf Toursiegen ausbauen? Machen wir es nicht zu spannend, der Gewinner ist … Lucien Aimar. Lucien Aimar? Wer ist der Typ? Ach, der Kollege von Anquetil. Aber warum hat Anquetil nicht gewonnen, Stutz, Lebensmittelvergiftung, Hungerast? Nein, damals verdienten die Profis das meiste Geld mit Kriterien (kurze Schauwettkämpfe um die Mülltonne, "der Star kommt zum Fan") und Anquetil war der Meinung, ein sechster Sieg würde seinen Tagessatz dann auch nicht weiter steigern, warum dann stressen? ― 4/10 Ausredenpunkte
  • Miguel Induráin (Big Mig): 1996 ist er klarer Favorit, noch nie hat vor Ihm ein Fahrer alle fünf Siege in Folge gefahren, da kann der Sechste nicht weit sein. Auf dem ruhigen, höflichen Spanier ruht nicht nur die Hoffnung einer ganzen Nation, nach Jahrzehnten der Diktatur gilt er als Gesicht des neuem Selbstbewusstseins. Doch mehre gesundheitliche Einbrüche machen den Eingriff in den Aufstieg des Teams Telekom für ihn unmöglich. Die Form ist da, doch ein Olympia-Gold ist für ihn nur der Trostpreis und bei seiner Heimrundfahrt steigt er sogar einfach vom Rad und gibt auf. Nach zwei Monaten überlegen, einer entspannten 4'500'000€ Offerte zum Teamwechsel, dann die Pressekonferenz: "Das ist eine wohlüberlegte Entscheidung, zumal ich körperlich in der Verfassung bin, eine sechste Tour zu gewinnen […] Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, und ich glaube, ich habe genug Zeit in diesem Sport verbracht. Meine Familie wartet auf mich." 200 Journalisten, 30 Zeilen Rede, der Kommentarlose Abgang. ― 9/10 Ausredenpunkte

Jetzt also die Frage: Was wird Pogačar nächstes Jahr sagen? Ich bin ja für: "Jetzt erst einmal Urška!" Immerhin ist seine Verlobte Urška Žigart ebenfalls eine exzellente Fahrerin und hat schon mehrere Platzierungen in den obeneren Zehn von Giro und Vuelta.

u/AggravatingWorld6989 — 25 days ago

Die Tour und der "Osten"

Die Tour de France war und ist seit Jahrzehnten ein Profi-Rennen, was über Jahrzehnte die Teilnahme von "Amateuren" des Ostblocks verunmöglichte ― ganz sicherlich gab es keinen anderen Grund warum man seine Bürger nicht durch abgelegene Teile des Westausland fahren lässt ― und die Internationale Friedensfahrt ist ja auch schön …

Dann fiel der Eiserne Vorhang und plötzlich kam sowohl '90 wie auch '91 kam der beste Sprinter aus dem Osten. Während der deutsche Stern des erstern (Olaf Ludwig) nach der Wende nicht mehr wichtig war, gewann der Nun-Usbeke Dschamolidin Abduschaparow noch zweimal (plus jeweils einmal Vuelta und Giro). Für ein Land dessen normales Exportgut … irgendetwas Anderes ist sehr gut.

Die "gute Ostschule" brachte dann fünf Jahre später Erik Zabel hervor ― sechsfacher Sprinterkönig und 107 Wochen Weltranglistenerster ― und mit Jan Ulrich den einzigen Gesamtsieg eines Deutschen bei der Tour. Danach folgten noch Greipel,Kittel,Degenkolb, Voigt und Martin (33 Etappensiege und 4 Zeitfahrweltmeistertitel) alles ebenfalls noch feinstes "Ostblut". Und dann noch die Frauen ― okay, da gab es bisher eher wenig bei der Tour, aber doch noch ein paar Weltmeister ― also machen wir mal weiter mit unserer Tour durch den Osten.

Zabel stand auch fast zwei Jahrzehnte auf dem Thron der Tour-Sprinter, bis ihm ein gewisser Peter Sagan den Rekord stahl und dazu einfach noch als erster Fahrer drei Jahre in Folge Weltmeister wurde ― dafür war der Slovake "nur" 54 Wochen an der Spitze der Weltrangliste!

Und das letzte Land? Endlich mal nicht nur Sprint, es folgt der slowenische Doppelwumms: Primož Roglič (36 Wochen) und Tadej Pogačar (251 Wochen). Etwas unkoordiniert, immerhin hat Pogačar am letzten Tag Roglič 2020 den Toursieg abgenommen ― trotzdem, seit 6 Jahren steht Sloweninen immer auf den Podium, vier Siege und dreimal Zweiter.

Ganz überraschend kam das ganze jetzt nicht, immerhin hat der Ostblock 34 Medallien bei Olympia geholt, aber schön ist es allemal, dass seit dreißig Jahren TV-Kommentatoren etwas mehr Mühe mit dem ausprechen von Siegern haben.

Kurzum: Was kann ich mir mit 100 Ostmark kaufen?

u/AggravatingWorld6989 — 27 days ago

"Bitte nicht stören" bei der Tour 1966

Heutzutage stört man ja gerne Sportler bei ihrem Schlaf, immerhin ist Dopingtest! Wüsste man zu mindestens, dass die Prüfer kommen, dann kann man sich den Anstandsgang auf das Porzellan vor dem Bett gehen schlafen, dann braucht man nicht 40 Minuten bis man es laufen lassen kann … Muss man nur in die Vergangenheit schauen, vor 60 Jahren wurde man da noch durch den Buschfunk informiert:

Etappe 8,Bordeaux ― Die meisten Fahrer wollen nicht gestört werden und nehmen sich lieber ein eigenes Zimmer, immerhin ist morgen ein normalle Flachetappe, da braucht man Schlaf! Einer der Wenigen, der gefunden wird ist Raymond Poulidor "Ewiger Zweite" der Tour, der flux von französischen Gendarmen getestet wird. Später findet man noch einige Anderen, doch nicht alle wollen getestet werden zu dieser späten Stunde.

Folgetag, Gradignan ― Aus Protest dass man ihrem Schlaf stört, steigt das Peloton ab und beginnt seine Räder zu schieben, ganz vorne Jacques Anquetil fünffacher Toursieger/Lebende Legende/Natonalheld. Und wer ist irgendwo hinten und der Buh-Mann und Feind des ganzen Peloton? Raymond Poulidor, immerhin war er es, der sich als Erster im Schlaf stören lassen ― etwas, was ihm für immer auf die Schwarze Liste in jedem Teambus bringt.

u/AggravatingWorld6989 — 30 days ago

Das historisch beste Tour-Training!

"Wenn du was werden willst, geh nach Frankreich!", so oder ähnlich wurde Gino Bartali 1938 von seiner Heimrundfahrt ausgeladen, den was ist größer: Der dritte Giro-Sieg in Folge oder endlich der erste Tour-Sieg?

So zog der Kleine Gino nach Frankreich und holte sich mit der Azurra alle drei Wertungen und wurde zum Nationalheld. Natürlich muss man den Titel verteidigen! ― nur unpraktisch, wenn der Trainer nicht nur dich einfach nicht nominiert, sondern wie Deutschland und Spanien einfach gar kein Team, irgendetwas war wohl im Sommer 1939 wichtiger.

Wieder mitmachen durfte unser Gino erst 1948 wieder ― aber wirklich laufen will es nicht, drei Etappen hat er schon gewonnen, aber mit zwanzig Minuten müsste er in die Pyrenäen ― da kann man eigentlich auch aufgeben? Doch schon damals wusste man, wenn es schlecht in der Nationalmannschaft ist, klärt das der Chef direkt am Telephon: So ruft Ministerpräsident Alcide De Gasperi unseren Gino an, sagt ihm, dass gerade der gesamte Po dampft, weil jemand versucht hat seinen kommunistischen Vorgänger zu töten und man jetzt nur einen Totalerfolg der italienischen Mannschaft braucht, damit kein Bürgerkrieg ausbricht ― also wirklich nicht viel!

Und unser Gino? Setzt sich einfach mal auf seinen Sattel und fährt sich am Folgetag zum Etappensieg und 66 Sekunden an den Führenden heran. Damit auch wirklich kein Bürgerkrieg ausbricht, wiederholt er dass einfach noch zwei Mal, stellt eine Serie auf die erst 50 Jahre später vom Landsmann Cipollini überboten wird, und gewinnt natürlich auch die Gesamtführung.

Natürlich fragen wir uns da, was muss man machen um nach zehn Jahren wieder als Erster auf die Spitzen Frankreichs kommen zu können? Natürlich einfach viel trainieren, lange Fahren, jeden Tag, durch die ganze Norditalien. Und eine gute Trainingsgruppe, wie wäre es den mit Mönchen? Wenn das Rad zu leicht ist, packen die dir einfach noch ein paar Ausweispapiere für Juden in die Hohlräume. Und für das Schwellentraining laden sie dir einfach Juden in den Fahrradanhänger laden und du fährst Richtung Alpen ― welcher Polizist wagt es den das Rad eines Mannes zu filzen, der von Mussolini als Exempel einer "höheren Klasse" gesehen wird. Und wenn man dann einfach mal doch verhaftet wird und in einen Folterraum gebracht wird ― einfach nichts sagen, Mindgames muss man ja auch in der siebten Kehre am Berg führen!

Solche Trainingsgeheimnisse behält man natürlich ein Leben lang für sich und erst zu einer Zeit als von vielen Nachfolgern Ginos die geheimen "Trainingstricks" raus kamen, wurde auch seine Methode bekannt. Die Konsequenzen kamen kurz und schmerzlos: 2013 erklärt das Yad Vashem Gino Bartalli für seinen Anteil an der Untergrundaktion DELASEM, welche half dass 80% aller Italienischen Juden den Krieg überlebten, zum "Gerechten unter den Völkern". 2018 widmet man ihm auch die erst Etappe des Giro d'Italia, welcher nirgendwo anders, als in Westjerusalem startet.

Vielleicht war dies doch etwas viel Aufhebens, den wie Gino zu sagen pflegte: "Manche Medaillen wurden gemacht, um sie an die Seele zu hänge, nicht an die Jacke."

u/AggravatingWorld6989 — 1 month ago

(Zwischen)Geschichte der Tour de France

Der Sport ist bekanntlich von nichts zu stoppen und schon gar nicht, von einem kleinen Krieg! Das dachte sich Toudirektor Jacques Goddet und plante auch 1940 die Tour de France durchzuführen, natürlich ohne Auslandsetappe, aber mit einer Etappe schön an der Maginot-Linie, immerhin hatte der große Sport-Almanach gesagt, dass es bis 1979 dauern würde, das mit Dietrich Thurau ein Deutscher in den Ardennen gewinnt …

Nachdem 1940 dann doch ausfallen musste, versuchte man in den kommenden Jahren immer wieder eine Tour zu organisieren:

  • 1941 behauptet die Paris-Soir, das würde alles gehen, immerhin liefe das eigene Konkurrenzprodukt Grand Prix des Nations super weiter, aber Goddet wollte einfach nicht.
  • 1942 veranstaltete das Propagandablatt La France Socialiste unter Jean Leulliot dann ihren "Circuit de France", man durfte dabei sowohl in der Deutschen Besatzungszone als auch im Vichy-Gebiet fahren, doch leider hatte man nicht nur den Fehler gemacht es im Herbst aus zu tragen, nein, es gewann am Ende mit Fünf Minuten Vorsprung ein Belgier!
  • Diese Blamage konnte man sich nicht einmal in Goddets L'Auto sitzen lassen und so veranstaltet man dann 1943 den "Grand Prix du Tour de France" als Jahreswertung aller Hauseigenen Ein-Tages-Rennen und es gewann ein Franzose!
  • 1944 wollte man das Ganze wiederholen, aber obwohl der große Sport-Almanache einen britischen Sieg in der Normandie erst Paul Curran für 1985 zugetraut hat, musste man die Wertung wegen angelsächsischer Siegeseuphorie auf Eis legen ― hätte eh nur ein Belgier gewonnen.

Danach gab es aber wieder eine richtige Tour de France ― da L'Auto etwas zu nah an der Propaganda der Deutschen gewesen war konfiszierte man Verlag samt Lizenz und übergab Beides dem Staatsbesitz. Da man aber in Paris wusste dass das Volk Brot und Spiele braucht ― und eines davon gerade schwer zu organisieren war ― lies man schon 1946 in einem sportlichen Wettstreit klären, wer den in Zukunft die Lizenz bekommen sollte:

Sports und Miroir Sprint fuhren mit der "Ronde de France" einmal von West (Bordeaux) nach Ost (Grenoble), während man bei L'Équipe (unter Leitung von Goddet) und Le Parisien Libéré (unter Leitung seines Freundes Émilien Amaury) die ebenfalls ehemalige L'Auto-Lizenz "Paris-Nizza" als "La Course du Tour de France" verkaufte und von Süd (Monaco) nach Nord (Paris) fuhr

Vielleicht lag es an der besseren Organisation, oder daran dass die "La Course du Tour de France" von einem Franzosen gewonnen wurde, aber der Weltradsportverband empfahl darauf, wieder Goddet die Tour ausrichten zu lassen ― bis die "Sports" wütend insistierte und dass ganze an den Sportverein La Societé du Parc du Princes vergben wurde ― welcher überfordert eine Monat vor Beginn, wieder Goddet ans Ruder lies.

Angeblich war dass ganze noch verzwickter, den Sports und Miroir Sprint waren kommunistische Blätter und obwohl Goddet wegen Kollaboration bei der Massierung von Juden 1942 sogar vor einem Gericht stand, hatte ihm sein Freund und Geschäftpartner Amaury wieder eine Weiße Weste verschafft ― Amaury hatte als Doppelagent unter Tainan als Propagandist gearbeitet und dabei dem Wiederstand wertvolles Papier organisiert und galt damit als guter Zeuge ― Irgendwann übernahm er dann auch den ganzen Bumms und hat mit der Amaury Sports Organization nie wieder eine Tour ausfallen lassen.

u/AggravatingWorld6989 — 1 month ago