u/Basement_Engineer

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Passives Keller-Setup (14-18°C) ohne Heizmatten – brauche mal euer Grower-Feedback zu ein paar Risiken

Moin zusammen,

​ich komme beruflich eher so aus der Technik-Ecke und hab aktuell drüben bei r/Wissenschaft ne theoretische Diskussion zu meinem Versuchsaufbau laufen. Da ich aber biologisch echt noch dazu lernen muss, brauche ich mal das Praxiswissen von euch Growern.

​Mein Problem kennt ihr sicher: Der Keller ist kalt (oft nur so 14-18°C) und hat ne ziemlich hohe Grundfeuchtigkeit. Statt jetzt aber massig Strom für Heizlüfter oder Heizmatten zu verballern, versuche ich das rein über die Luftführung und die Abwärme der Lampe zu lösen.

​Mein aktuelles Setup:

​Hauptzelt, Schleuse & Mischluft:

Ich nutze ein 120x60x150 cm Hauptzelt. Davor hab ich als Thermo-Schleuse ein kleines 40x40 Beizelt geschaltet. Der Clou ist, dass die warme Abluft vom Hauptzelt direkt vor die Ansaugöffnung dieser Schleuse geleitet wird. Dort mischt sich diese warme Abwärme mit der kalten, frischen Kellerluft zu einer moderaten Mischtemperatur. Das Hauptzelt kriegt also keine abgestandene Luft, sondern immer frisch vorkonditionierte Zuluft.

​Boden-Entkopplung: Um den kalten Estrich auszugleichen, liegt der Zuluft-Schlauch in einer S-Form direkt am Boden, aber ca. 5cm auf Styropor hochgelagert.

​Töpfe & Pflanzen: Ich fahre 3 Autoflowers in 11-Liter Stofftöpfen. Um die Wurzeln von unten noch etwas gegen die Kälte zu isolieren und Staunässe zu verhindern, hab ich unten ca. 3-5 cm Blähton drin, dann ein Trennvlies und darauf erst die Erde.

​Abwärme nutzen: Die Ventis drücken die Wärme der LEDs gezielt nach unten in diese S-Schlauch-Führung und auf die Töpfe.

​Die Daten vom ersten Test:

Der erste Testlauf startete im Frühjahr und lief erstaunlich gut durch. Ich hab das komplett per Datenlogger aufgezeichnet (waren am Ende über 100k Messpunkte). Das System hat sich nach ein paar Tagen gut eingependelt und den VPD relativ konstant zwischen 1,0 und 1,3 gehalten - komplett ohne aktive Zuheizer. In der Endphase der Reifung konnte ich den VPD sogar gezielt bis in den Bereich von etwa 1,6 kPa hochziehen. Auch nach nem kurzen Stromausfall war das Klima nach ca. 30 Minuten wieder voll im Zielbereich. Getrocknet wurde dann direkt in der Schleuse im selben AKF-Kreislauf.

​Meine Fragen an euch für den anstehenden Winter-Run:

Die nackten Zahlen sehen zwar gut aus, aber ich bin unsicher bei den Risiken für die Pflanzen im Extremfall:

​Wurzel-Stress: Ich drücke die warme Abluft ja gezielt nach unten um den Boden zu heizen. Kriegt man da auf Dauer Probleme mit den Wurzeln, wenn die Wärme primär von unten kommt, auch wenn der Blähton isoliert?

​Schimmel in der Spätblüte: Ein VPD von 1,6 am Ende ist ja ein solider Wert, aber das Ganze steuert sich rein passiv über den Luftwiderstand. Reicht diese Luftbewegung eurer Erfahrung nach wirklich, um Botrytis in dichten Blüten sicher zu verhindern?

​Terpene beim Trocknen: Hat im Sommer gut geklappt in der Schleuse, aber meint ihr die Terpene leiden, wenn die Ernte quasi permanent in diesem Ansaug-Mischstrom vor dem Hauptzelt hängt?

​Wäre super dankbar für ein paar kritische Meinungen. Bin mir nämlich echt noch unsicher, ob sich so ein Setup im tiefsten Winter überhaupt lohnt, oder ob ihr vielleicht noch clevere Ideen habt, wie man das thermisch noch besser isolieren kann – natürlich am besten, ohne mir jetzt zusätzliche Heizgeräte reinzustellen!

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u/Basement_Engineer — 23 hours ago

Physikalische Frage: Modellierung von konvektiven Wärmekaskaden in geschlossenen Systemen bei niedrigem Temperaturgradienten

Hallo zusammen,

​ich arbeite an einem physikalischen Versuchsaufbau zur passiven Klimatisierung in geschlossenen Räumen (Umgebungstemperatur ca. 14–18 °C) und würde mich über eine fachliche Einschätzung zu den zugrunde liegenden thermodynamischen Prozessen freuen.

​Das Problem:

Wie lässt sich ein stabiler Mikroklimakorridor (VPD ~1,0–1,3 kPa) allein durch die Nutzung von Abwärme (konvektive Energie einer Punktwärmequelle im Inneren) ohne aktive elektrische Heizung aufrechterhalten?

​Der Versuchsaufbau:

Um die Wärmeverluste an den kalten Untergrund zu minimieren, wurde das System durch eine mehrschichtige Dämmung thermisch vom Boden entkoppelt. Die Luftführung erfolgt über eine definierte S-förmige Matrix am Boden, die die durch Konvektion nach unten gedrückte Warmluft gleichmäßig verteilt. Durch ein mehrstufiges Kaskadensystem wird die einströmende Außenluft vorgewärmt, bevor sie in die Hauptkammer eintritt.

​Die Datenlage:

Ich habe über einen kompletten Zyklus hinweg 116.522 Messpunkte aufgezeichnet. Die Daten zeigen, dass das System nach einer Einschwingphase (2–3 Tage) thermisch stabil bleibt und sogar externe Lastspitzen (z.B. durch kurzzeitige externe Feuchteeinträge) durch die mechanische Luftführung kompensiert.

​Meine Kernfragen an die Strömungsmechaniker / Physiker:

​Grenzschicht-Modellierung: Wie lässt sich die Stabilität der Grenzschicht bei niedrigen Temperaturgradienten am besten mathematisch erfassen, um den "Vortex"-Effekt (bzw. die gezielte Luftschichtung) theoretisch zu unterfüttern?

​Strömungswiderstand: Bei der Nutzung von perforierten Luftführungen (Matrix-Bohrungen) als passives Ventil: Gibt es bewährte Ansätze, um den statischen Unterdruck als selbstregelndes Element zur Vermeidung von Strömungsabrissen zu modellieren?

​Hysterese: Das System zeigt eine hohe thermische Trägheit (nach einem Stromausfall kehrte es binnen 30 Minuten in den Zielbereich zurück). Welche kinetischen Modelle wären am besten geeignet, um dieses "Wiederherstellungsverhalten" der Wärmekaskade abzubilden?

​Ich freue mich über jede Anregung zur theoretischen Fundierung dieses passiven Konvektionsmodells.

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u/Basement_Engineer — 5 days ago