u/DepartureCool1945

Abschiedspost, Trauerbewältigung nach Tod meiner Katze

Triggerwarnung: Tod eines Haustieres, Euthanasie, Trauer

Hallo liebe Reddit-Nutzer,

ich weiß gar nicht, was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Vielleicht brauche ich einfach jemanden, der mir zuhört. Jemanden, der versteht, wie unfassbar weh es tut, ein Tier zu verlieren, das dein Ein und Alles war.

Meine Katze ist gestern gestorben. Ich habe gestern die Entscheidung getroffen, sie einschläfern zu lassen. Bis jetzt weiß ich immer noch nicht, ob es die richtige Entscheidung war.

Vor sieben Monaten ist sie das erste Mal zusammengebrochen. Ich kam nach einem längeren Spaziergang nach Hause und sie lag regungslos im Wohnzimmer auf dem Boden, kaum ansprechbar. In diesem Moment begann für mich der Albtraum.

Ich brachte sie so schnell wie möglich in die Tierklinik. Die Diagnose: eine schwere Herzerkrankung. Von da an musste sie morgens und abends Tabletten nehmen, für den Rest ihres vermutlich kurzen Lebens. Damals gab man ihr noch etwa ein bis zwei Jahre.

Drei Wochen später stand der nächste Termin an. Die ersten Tabletten wirkten kaum, also mussten andere Medikamente ausprobiert werden. Diese schlugen zum Glück etwas besser an.

Die folgenden Monate waren unglaublich anstrengend. Mein Leben drehte sich nur noch darum, dass sie ihre Medikamente bekam. Wenn sie die Tabletten nicht fressen wollte, habe ich geweint. Ich habe ständig nach neuen Möglichkeiten gesucht, sie irgendwie dazu zu bringen, sie zu nehmen.

Dann fing es an mit kurzen Lähmungserscheinungen. Meist war nur ein Bein betroffen. Sie erschrak dadurch jedes Mal, rannte panisch mit dem gelähmten Bein durch die Wohnung und prallte gegen Wände oder Möbel. Kurz danach war es wieder vorbei.

Beim nächsten Tierarztbesuch hieß es schließlich, dass sich ihr Herz weiter verschlechtert habe. Trotzdem blieb uns nichts anderes übrig, als die Behandlung fortzuführen und zu hoffen.

Gestern kam dann das Ende.

Ich stand morgens auf, um ihr wie jeden Tag ihre Tabletten zu geben. Alles war völlig normal. Sie sprang wie immer auf die Küchenzeile, weil sie genau wusste, dass es jetzt ihre Leckerlis gibt. Sie fraß noch ein Leckerli und plötzlich brach sie zusammen.

Ich höre sie heute noch schreien.

Ich bekam selbst eine Panikattacke. Mein Freund und ich standen weinend neben ihr. Sie lag da, hechelte, schrie immer wieder und nässte sich selbst ein. Ich bekomme das Bild nicht aus meinem Kopf, wie sie da lag in ihrem eigenen Urin.

Es war einfach nur schrecklich.

Ich nahm sie auf den Arm, legte sie aufs Sofa, streichelte sie und sagte ihr immer wieder, dass alles gut wird.

Dann erreichte ich den Notdienst der Tierklinik, in die wir regelmäßig gefahren sind. Ich brachte kaum einen Satz heraus und sagte nur:

"Meine Katze stirbt gerade. Ich weiß nicht, was ich tun soll."

Sie sagten, ich solle sofort kommen.

Also legte ich sie in ihr Lieblingskörbchen und fuhr los. Während der Autofahrt beruhigte sie sich langsam wieder. Sie hörte auf zu hecheln und atmete ruhiger. Als wir in der Klinik ankamen, war der Anfall größtenteils vorbei.

Die Tierärztin erklärte mir, dass ihr Gehirn vermutlich für kurze Zeit nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt worden war. Dann fragte sie mich, wie ich weitermachen möchte.

Und plötzlich musste ich eine Entscheidung treffen, die ich nie treffen wollte.

Es tut so weh, weil sie jetzt vielleicht noch neben mir liegen könnte, wenn ich sie einfach wieder mit nach Hause genommen hätte.

Als die Tierärztin fragte, ob ich sie erlösen lassen möchte, nickte ich und murmelte "Ja".

Und von einem Moment auf den anderen war sie nicht mehr da.

Aber gleichzeitig hatte ich solche Angst davor, das noch einmal erleben zu müssen. Vor dieser Panik. Vor diesem Schmerz. Vor dem Gedanken, dass sie sich irgendwann vielleicht nicht mehr von so einem Anfall erholt. Dass sie womöglich in meinen Armen stirbt und dabei noch leiden muss.

Obwohl ich wusste, dass dieser Tag irgendwann kommen würde, fühle ich mich vollkommen hilflos.

Sie fehlt mir so sehr.

Sie wurde nicht einmal sechs Jahre alt. Sie war mein kleines Baby und ich habe sie von ganzem Herzen geliebt.

Ich habe noch zwei weitere Katzen zu Hause. Trotzdem fühlt sich alles falsch an. Das Zuhause ist plötzlich unvollständig.

Und gerade frage ich mich immer wieder, ob ich sie wirklich erlöst habe oder ob ich am Ende mich selbst erlösen wollte, weil ich diesen ständigen Schmerz, diese Angst und die Ungewissheit einfach nicht mehr ausgehalten habe.

Jodie, mein kleiner Schatz, es tut mir so unendlich leid.

Ich liebe dich.

Und ich hoffe so sehr, dass wir uns irgendwann wiedersehen.

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u/DepartureCool1945 — 3 hours ago