Sozialhilfemissbrauch zu kritisieren hat nix mit nach unten treten zu tun - 3 Beispiele eines Arbeitsvermittlers
Faule Arbeitslose zu kritisieren hat nix mit nach unten treten zu tun - 3 Beispiele eines Arbeitsvermittlers
Ich arbeite seit mehreren Jahren im JC als Arbeitsvermittler und immer wenn ich die Massen an Totalverweigerern, Arbeitsscheuen und sonstigen Faulpelze kritisiere, die ich tagtäglich verwalten muss, kommen sofort die üblichen Ausflüchte eben jener Personengruppen, allen voran:
"Immer schön nach unten treten gegen die Schwächsten"
--> wenn sich jemand absolut asozial verhält, spielt seine sozialer Status keine Rolle - er darf kritisiert werden. Etliche Leistungsbezieher arbeiten schwarz, fahren die dicksten Autos, wohnen die meiste Zeit des Jahres im Ausland. Die sind reicher als die meisten hier. Es gibt Leute, die sind 30% dauersanktioniert (mehr ging bis zum 1.7.26 nicht), das juckt die nicht. Kein Widerspruch gegen die Sanktion, kein nix.
Und selbst wenn jemand wirklich zu den Ärmsten und Schwächsten gehört, hat er sich gefälligst an die Regeln der Institution zu halten, die ihn alimentiert. Ich sage es immer wieder: Wer SGB II-Leistungen bezieht, ist dem Grunde nach arbeitsfähig (§8 SGB II). Wer keine Lust auf Arbeit hat, soll Erwerbsminderungsrente oder jede andere vorrangige Leistung beantragen, bevor er rechtswidrig dem Steuerzahler auf den Taschen liegt.
"Es sollte sich lieber mal jemand was gegen die Milliardäre machen"
--> Whataboutism at its finest. Mich interessiert das, was ich jeden Tag sehe. Selbst, wenn man durch Steuererhöhungen bei Milliardären deutlich mehr rausholen könnte als bei Sozialhilfeempfängern - es geht mir ums Prinzip. Nur weil A sich daneben benimmt, ist das kein Freibrief für B, sich asozial zu verhalten. Mehr gibt's dazu eigentlich nicht zu sagen. Durch Milliardäre habe ich wenigstens Amazon und Chat GPT, durch faule Kunden habe ich nur mehr Arbeit.
"Es gibt gar nicht genug Arbeitsplätze"
--> Billige Ausrede par excellence. In meiner Stadt werden jedes Jahr Stellenbörsen im hohen zweistelligen Bereich veranstaltet, die Anwesenheitsquote ist konstant unter 50% und die paar Hanseln, die erscheinen, machen das i.d.R. nur aus Angst vor Sanktionen. Ausnahmen bestätigen die Regel, es gibt natürlich motivierte Kunden, die so schnell wie möglich arbeiten wollen. Aber gemessen an dem Aufwand ist das lachhaft.
Jeder zweite Laden hier hat Aushänge mit Stellenangeboten und ein paar Möchtegern-Arbeitsmarktforscher wollen anhand von falsch interpretierten Statistiken erzählen, es gäbe keine Arbeit. Come on.
Gott sei Dank werden im Rahmen des neuen Grundsicherungsgeldes die Zügel jetzt wieder enger gezogen. Das Bürgergeld hat die Faulen nur in ihrer Faulheit bestätigt und wir dürfen den Gewöhnungseffekt jetzt wieder mühsam abtrainieren.