Hochbegabt und AuDHS - beziehungsunfähig?
Hallo zusammen,
Ich hoffe, mit meinem Text ein paar Erfahrungen austauschen zu können und Perspektiven zu bekommen. Kernfrage im letzten Absatz, Text nur zum Hintergrund.
Ich (w41) lebe mit meinem Mann zusammen und wir haben zwei kleine Kinder. Ich war letztes Jahr in einer psychosomatischen Klinik, da es mir sehr schlecht ging. Jetzt stehen die Diagnosen Hochbegabung, ADHS und Autismus im Raum. Mein Mann und ich haben sehr große Probleme, insbesondere im Bereich Kommunikation. Das, was er von mir braucht, kann ich ihm einfach nicht (mehr) geben. Das, was ich brauche, konnte er mir noch nie geben, das habe ich aber lange nicht verstanden, da ich es nicht anders kenne. Vor den Kindern hatte ich aufgrund äußerer Umstände immer auch viel Zeit für mich, und verstehe jetzt, dass ich das vielleicht gebraucht habe und daraus wieder Kraft für die Beziehung gezogen habe. Inzwischen habe ich faktisch gar keine Zeit mehr für mich, bin nie allein, und gehe zwischen Kindern, Arbeit und Haushalt unter. Jeder Versuch, mir Freiräume zu schaffen, führt zu Konflikten und Streit. Möglicherweise stecke ich gerade tief in einem (autistischen) Burnout.
Ich reflektiere jetzt natürlich auch nochmal mein ganzes Leben. Schon in meiner Familie hatte ich große Probleme, wurde oft als anstrengend und zu viel wahrgenommen. Im sozialen Bereich über die Familie hinaus hatte ich auch schon immer Schwierigkeiten. Teilweise kann ich einfach nicht aus meiner Haut, wenn mir alles zu viel wird. In anderen Situationen verstehe ich einfach wirklich gar nicht, was jemand von mir erwartet, und wie ich mich richtig verhalten sollte. Mein ganzen Leben lang schon fühle ich mich unverstanden und habe seit jeher immer das Gefühl, nicht dazuzugehören, egal in welchem Setting. Im Nachhinein ging es mir in meinem Leben am besten, als ich alleine gelebt habe, damit automatisch auch viel Zeit für mich hatte, und trotzdem recht aktiv und viel unterwegs war und gereist bin.
Ich könnte jetzt noch ganz viel dazu schreiben, aber vielleicht reicht auch ein offener Austausch: falls es hier noch andere mit ähnlichem Profil gibt: was ist eure Erfahrung mit Beziehungen und Familienleben? Tut es uns vielleicht einfach besser, allein zu leben anstatt in einer klassischen Partnerschaft zu sein? Was sind eure Wege, eigene Bedürfnisse und die der Partner/Familie unter einen Hut zu bringen?