Nebenjob bringt mich um den Verstand
Ich arbeite neben dem Masterstudium seit 3 Jahren im Callcenter. Die ersten Projekte waren anstrengend, aber noch ertragbar, das heißt für eine Reiseanbieter und einen Internetanbieter.
Doch beide würden eingestellt und jetzt arbeite ich für das einzige Projekt, was noch Teilzeitkräfte genommen hat. Und das ist für die 116117. Und es ist die Hölle. Nicht nur, dass ich absolut keine Ahnung von medizinischen Sachen habe. Es wird falsch kommuniziert für was die Hotline genau ist und auch gern falsch an uns verwiesen. Wir sind völlig unterbesetzt, keiner von uns mit medizinischen Wissen und viele hören schnell wieder auf. Und dann das typische im Callcenter, wütende Leute beruhigen, Druck von oben schnell zu machen, ja nicht zu viel Pause, am besten gar keine und das für Mindestlohn und bitte jeden Sonn - und Feiertag arbeiten. Ich schreibe gerade meine Masterarbeit und bin am Limit. Die Schichten werden max. 2 Wochen im voraus raus gegeben. Das heißt 0 Planung möglich. Frei bekomme ich auch nicht und ich brauch das Geld einfach um zu überleben. Ich hab im Schnitt 10 Anrufe pro Stunde und versuche nicht zu sehr zu heulen. Ich kann das alles nicht mehr. Aber Hauptsache billig für die Kassenärztliche Vereinigung. In fast allen Bundesländern arbeiten in der Hotline ausgebildet medizinische Fachkräfte, die natürlich nach Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt werden, was natürlich absolut richtig ist. Aber nein irgendjemand ist auf die Idee gekommen, lass unser Gesundheitssystem noch schlechter machen.