Mein "guter Freund" bei Tecis hat mit mir eine "realisitsche", positive Hochrechnung gemacht. Was habe ich übersehen?
Hallo, ich weiß, dass das Thema nicht neu ist, aber ich habe mir mit einem "guten Kollegen" einen potenziellen Tecisvertrag angesehen und seine Rechnung hat natürlich ergeben, dass es sich für mich lohnt, dort zu investieren. Ich habe bereits einiges zu dem Thema recherchiert, aber irgendwie finde ich nichts, was seine Rechnung wirklich entkräftet. Was habe ich übersehen?
Wir haben uns erst die potenzielle Entwicklung angesehen und dabei - laut ihm- alle Kosten einbezogen. Dann haben wir uns sogar die verschiedenen Entnahmestrategien angesehnen (4%-> Vermögen behalten; Einmalauszahlung; Rentengarantiefaktor (den habe ich jetzt mal nicht mit aufgeführt, da ich mich persönlich wahrscheinlich dagegen entscheiden möchte)
Nach Steuern kam bei allen Fällen für mich eine bessere Summe heraus, wenn ich über die Versicherung investiere.
Hier einmal unsere Rechnung & Annahmen:
Grundannahmen:
100/Monat
48J (ich bin 19, Plan ist bis 67)
6% Marktrendite pro Jahr
A) Selbst Investieren in ETFs (World etc.): 6%
-0,1% laufende ETF Kosten
Depot/SParplan kostenlos
-> 5,9% Redite pro Jahr
Ergibt:
308.000
(58.000 investiert; 250.000 Gewinn)
B) Über Tecis: 6%
-1,5% Effektivkostenquote (In diesem Wert wäre laut ihm dann alle Kosten einberechnet -> Stimmt das?)
+ 0,5% (laut ihm: "konservativ gerechnetet Kickbacks")
+ 0,5% (Ausgleichsannahme für Rebalancing Kosten; hierzu später eine Anmerkung*)
-> 5,5% Rendite pro Jahr
Ergibt:
271.000
(58.000 investiert; 213.000 Gewinn)
*Anmerkung zu den Rebalancing kosten: Sollte ich die Disziplin haben nur einen einzigen World etf zu besparen, brauche ich das natürlich nicht. An sonsten würde ein rebalancing hinten raus natürlich immer teurer werden, da man das nicht wirklich absätzen kann, aber wir diese 0,5% "Ersparnis" angesetzt (keine Ahnung, ob das realisitsch ist).
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Hier die Zahlen zur Auszahlung:
4%-Rente:
A) 4% von 308.000=12.320/Jahr brutto Entnahme
-> 58.000*4%= 2.320 steuerfrei
-> 250.000*4%= 10.000 zu versteuern mit 26% -> 2.600 Steuerzahlung
Ergibt: 9720/Jahr netto Entnahme bzw. 810/Monat netto
B) 4% von 271.000=10.840/Jahr brutto Entnahme
-> 58.000*4%= 2.320 steuerfrei
-> 213.000*4%= 8.520 zu versteuern (nur 17% davon mit dann 42%; also 8520*0,17*0,42 -> 609 Steuerzahlung)
Ergibt: 10.231/Jahr netto Entnahme bzw. 852/Monat netto
--> 40€/Monat mehr im Versicherungsvertrag
Einmalauszahlung:
A)Teilfreistellung: 250.000 Gewinn * 0,7*0,26 = 45.500 Steuerzahlung
-> 58.000+250.000-45.500= 187.500 netto
B) Halbeinkünfteverfahren: 213.000 Gewinn * 0,85*0,13= 23.536 Steuerzahlung
-> 58.000+213.000-23.536=215.513 netto
--> 28.000€ mehr
Jetzt meine Frage: Was habe ich übersehen und macht diese Rechnung so Sinn? Ich verstehe, dass die Gebühren, die ich über die ertsen 5 Jahre zahle, einen entschiedenen Unterschied machen, aber laut meinem Bekannten ist dies ja bereits in der Effektivkostenquote enthalten (Alpha-, Betakosten etc.) -> Ist das so?
Auch das Argument des Rebalancings hat mich grundsätzlich überzeugt. Ich denke nicht, dass ich das Jährlich machen werde, aber ggf. möchte man ja doch 1 oder 2 mal in seinem Leben neu umverteilen und dann wird es privat natürlich teuer. Ich kann nur leider nicht einschätzen, ob das mit einer dauerhaften Renditeanpassung von +0,5% als Rechnung Sinn macht. (Vermutlich nicht oder?)
Außerdem meine Frage: Kann man das so überhaupt grob rechnen, also dass man am Ende bei alle Szenarien mit 58.000 investeiretem Geld rechnet, weil ich ja bei der Versicherung von (hauptsächlich) diesem Geld noch die Gebühren bezahle und eben eigentlich nicht von meiner Redite am Ende einfach abziehen kann. Dann hätte ich ja weniger Eigenkapital und mehr Rendite -> somit auch mehr Steuern...
Ich möchte das Thema wirklich besser verstehen, also freue ich mich auf alle möglichen Hinweise. Falls es einen besseren Subreddit gibt, gerne Bescheid geben.