u/Gold_Captain_2603

Immense Bürgergeld Rückforderung - sind wir am Ende?

Guten Tag,

Ich komme hier heute mal her, mindestens um nur Druck abzulassen und mir alles von der Seele zu schreiben.

Zur Situation: Ich bin seit 2020 größtenteils im Bürgergeld. Durch psychische Erkrankungen seit meiner Jugend und traumatischen Erlebnissen in meinen ersten Jobs, machen mir die Depressionen und Angststörungen jedes mal einen Strich durch die Rechnung. Seit 2021 lebe ich auch mit meiner Partnerin zusammen, die Arbeitsunfähig ist und bald Sozialhilfe anstatt Bürgergeld bekommen soll.

Nun waren die letzten 6 Jahre nicht leicht und von vielen finanziellen Krisen geprägt. Unsere Familien ließen uns immer wieder kleine Beträge auf unser Konto zukommen, wenn mal eine Handyrechnung nicht bezahlt werden konnte oder es für den letzten Einkauf des Monats nicht gereicht hat. Auch für Winterbekleidung, eine neue (gebrauchte) Waschmaschine oder Katzenverpflegung bekamen wir ab und zu Hilfe.

Trotz unserer Erkrankungen haben wir die Bürokratie mit den Ämtern immer erledigt, auf jede Mitwirkung und Weiterbewilligung reagiert, alles eingereicht etc. Das Jobcenter hatte immer lückenlose Einsicht in all unsere Konten und Finanzen. Auf Nachfrage über einzelne Geldzuflüsse haben wir immer ehrlich geantwortet mit den oben beschriebenen Gründen.

Nun fragte das Jobcenter erneut nach eine Mitwirkung. Wir sollen doch sämtliche Kontoauszüge der letzten 4 Jahre, inklusive Paypal und Sparkonten erneut einreichen. Das waren knapp 300 Seiten. Fristgerecht erledigt und nach ein paar Wochen die Antwort: ~10.000€ Rückforderung aufgrund von unzulässigen Geldzuflüssen.

Was ist passiert? Wieso wurde seit 2021 alles durchgewunken - nachgefragt und trotzdem durchgewunken. Wir dachten uns die ganze Zeit natürlich: Gut, na klar dürfen wir nicht unendlich Geld von außen bekommen, das ist uns bewusst - aber anscheinend ist es okay hier und da mal 50€ oder 100€ als Aushilfe zu kriegen. Sonst hätten die nach den knapp 15 Weiterbewilligungen und zig Mitwirkungen doch was gesagt. Ob da nun Kulanz mit spielt, ein netter Sachbearbeiter oder sonst was, keine Ahnung.

Natürlich habe ich widerspruch eingereicht. Ich bin mir sicher einige dieser Beträge sind gerechtfertigt und müssen zurückgezahlt werden, aber zu keiner Zeit haben wir böswillig Leistungen ergaunert. Es fühlt sich einfach schrecklich an sowieso schon handicaps zu haben und nicht einfach zur Arbeit gehen zu können wir jeder andere auch. Aber dass uns das Auffangnetz unseres Sozialstaats in solche Schulden reiten kann wussten wir nicht.

Keine Ahnung ob wir jetzt letztendlich im Recht sind oder nicht. Ob der Betrag gerechtfertigt ist, ob das alles seine Richtigkeit hat. Keine Ahnung. Aber das ist eine so gewaltige Summe für Leute wie uns. Das wird uns unser halbes Leben hinter her hängen.

Ich erwarte mir auch nicht viel von diesem Beitrag, wahrscheinlich werden wir einfach verurteilt und kriegen den "Selbst-Schuld-Stempel". Gibt nicht viele Personen mit denen ich darüber reden könnte, also war das hier eine der wenigen Anlaufstellen. Vielleicht hat ja sogar jemand Tipps wie wir da durch kommen.

Danke fürs lesen

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u/Gold_Captain_2603 — 4 days ago