
Ist ein Reich ohne Mauer überhaupt ein Reich?
Jedes Reich stand früher oder später vor der Herausforderung, seinen Reichtum innerhalb der eigenen Grenzen und seine Probleme außerhalb zu halten. Viele kamen auf die Idee, dafür eine lange Mauer zu bauen, wobei oft aus Budgetgründen nur prominente Abschnitte schicke Mauerkronen hatten und viele der hunderte bis mehrere tausend Kilometer nur aus Erdwällen und Palisaden bestanden, denn je größer das Reich, desto länger die Grenzen.
Auch das alte Dänemark wollte sich vor einfallenden Horden aus dem kontinentalen Europa schützen. Hierzu errichteten die Dänen ab dem 7. Jhd. bis ins 19. Jhd. mehrere Wälle und Mauern an ihrer Südgrenze im heutigen Schleswig. Doch im Gegensatz zu den anderen Mauern ist das Danewerk nur 17 km lang, denn sie nutzten clevererweise die Landenge zwischen der in die Nordsee abfließenden Treene und dem Ostsee-Meeresarm Schlei.
Bis zum Deutsch-Dänischen Krieg leistete diese auch gute Dienste, doch in diesem, ihrem letzten Konflikt wurde dieses inzwischen nationalistisch mythologisierte Bollwerk aus strategischen Gründen fast kampflos aufgegeben und fiel dann zum Kriegsende samt Schleswig an die deutschen Gegner.
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