Hallo zusammen,
ich studiere derzeit im 9. Semester Medizin an einer großen deutschen Uni. In den letzten Monaten habe ich extrem viel von Professoren und Dozenten gehört, wie katastrophal die Arbeitsmarktsituation für frisch approbierte Mediziner sei. Es gebe wohl auch in kleinen, unbeliebten Häusern mittlerweile auf jede Ausschreibung mindestens 20 Bewerbungen, an Unikliniken gerne mal 100. Wenn man nicht Top-Forschung, Vitamin B oder einschlägige Erfahrungen in dem Bereich aufweisen kann, wird man oft nicht mal eine Antwort, geschweige denn Einladung zur Hospitation erhalten. Stellen werden nicht mehr nachbesetzt, Budgets gekürzt und wegen Unsicherheiten durch Sachen wie die Klinikreform nicht mal mehr für den schönen Schein ausgeschrieben. Dass wohl extrem viele EU-, Nicht-EU- und noch andere Absolventen den Markt zusätzlich fluten, macht die Sache nicht besser.
Ich habe wirklich extrem große Zukunftsangst. Ich möchte einfach später nicht arbeitslos sein bzw. in der Grundsicherung/im Bürgergeld landen, meine Eltern waren es lange, das hat mich sehr geprägt. Ich habe schon jegliche Wünsche an Fachrichtung und Wunschstadt aufgegeben, und das auch meinem derzeitigen Freund klargemacht, dass es vielleicht für mich aufs Land an das andere Ende Deutschlands geht, wenn ich da überhaupt etwas bekommen sollte. Er meinte schon zu mir, dass das dann wahrscheinlich das Aus für unsere achtjährige Beziehung sei.
Gibt es hier Menschen mit ähnlichen Sorgen? Ich spiele aktuell wirklich mit dem Gedanken, trotz guter Noten zeitnah abzubrechen und eine Ausbildung oder ein Studium in einem Bereich aufzunehmen, wo die Perspektiven vielleicht etwas besser sind.