Herta die Monsterhecke
Nun meine lieben Mitredditoren traf es mich mit einem Nachbarn aus der Hölle.
Ich bekam im April 2024 die Möglichkeit, mir einen günstigen, kleinen Baugrund in einem kommunalen Neubaugebiet zu sichern.
Es sind kleine Bauplätze, der Größte hat 371m². Meiner hat 358m² in gekoppelter Bauweise, also Hausmauer an Hausmauer.
Den Bauplatz konnte ich mir im September 2024 aussuchen. Im April 2025 hab ich den Kaufvertrag unterschrieben.
Genau nachdem ich den Kaufvertrag zur Unterschrift der Bürgermeisterin bei der Kommune abgab, fuhr ich zu meinen Eltern.
Meine Mutter offenbarte mir da, dass der Nachbar (nennen wir ihn Mal Fritzl) nicht auf sein Waalrecht verzichten wollte.
Auf meinem Grund am Rand verlief nämlich ein Bewässerungswaal. Der Waal wurde im gesamten Neubaugebiet rausgenommen und wird jetzt unterirdisch geführt.
Der Nachbar will nicht drauf verzichten, weil er wollte mit seinem Güllefass dort von seinem Grund aus Wasser ansaugen.
Da gab's die erste Diskussion, die ich gewann. Ich hab das Grundstück ohne Lasten gekauft, die Gemeinde hat eine Entschädigung an ihn gezahlt.
Der Witz an der Sache. Er ist seit Jahrzehnten nicht mehr landwirtschaftlich tätig. Niemand weiß, für was er das Wasser bräuchte.
Jetzt geht's weiter, es geht um Herta die Monsterhecke. Ich nenne sie liebevoll so. Herta hat kolossale Ausmaße, ich kenne weniger voluminöse mittelalterliche Stadtmauern. Herta misst auf einer Länge von 140m ganz 5m in der Höhe und ist nirgends schmäler als 4m.
Die Hecke ist einfach anderthalb Mal so groß wie mein Grund. Die 140m ist übrigens nur die Länge entlang des Neubaugebiets, Herta ist in Summe noch viel länger.
Blöd nur, Herta hängt 2m in meinen Grund rein.
Und eigentlich war immer ausgemacht, dass Herta weichen muss. Herta blockiert einfach so von 8 Bauplätzen je 2m.
Früher war das kein Ding. Unter Hertas voluminösen Vorbau versteckte sich nämlich der Waal und da unter Herta kein Licht rankommt, wuchs der nie zu oder ist sonstwie verdreckt.
Herta hielt den Waal sauber, weswegen jeder Landwirt, der das Feld in den letzten 40 Jahren bewirtschaftet hat, Herta geduldet hat. Man hätte es eh nicht bewirtschaften können, da ist ja der Waal.
Nun ist Fritzl aber beleidigt, weil der Waal weg ist und stellt sich in Sachen Herta stur. Er würde die gesamte Länge von Herta von den Grundbesitzern die 2m abkaufen, will dann aber auch ein Duldungsrecht in unsere Gärten zu spazieren, um Herta zu pflegen.
Mehrere Gärtnereien haben angeboten, Herta um 2m zu versetzen. Das kostet zwar verdammt viel, ist aber billiger als uns alle auszubezahlen. Auszahlen geht aber gar nicht, weil wir alle ein Veräußerungsverbot von 25 Jahren unterschrieben haben.
Die Gemeinde würde die Kosten für Hertas Versetzung jetzt auch noch tlw bezahlen, aber er will immer noch nicht.
Jetzt ist sein Plan, das hab ich über Drittwege gerade erfahren, für Herta vor Gericht ein ersessenes Recht zu erstreiten, dass Herta da stehen darf. Herta muss aber weichen, weil sonst können wir alle nicht bauen Herta blockiert ein Achtel meines Grundstücks in m². Die Grundstücke sind eh schon nicht groß, aber Herta lässt das Fass echt überquellen.
Das macht mich dermaßen wütend. Der Typ sitzt auf seinem 4000m² luxusgrund in einem dekadenten 300m² Haus, welches ihm vermutlich ein Drittel von meinem künftigen Haus gekostet hat und gönnt anderen Menschen absolut gar nichts.
Immer nur ich, ich und wieder ich.
Und er bekommt ja fast immer was er will.
Er spielt den Deppen und bekommt eine finanzielle Entschädigung.
Aber Hauptsache seit neuestem wegen seiner hebephilen Neigungen vor Gericht hocken...