u/JubleeJinx69

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war es richtig, nach Monat langem Kontaktabbruch folgenden Text an meine Eltern zu schicken?

ich habe nach sehr langer Zeit, mich getraut, meinen Eltern mal die Wahrheit zu sagen. Dies hat natürlich zu einer heftigen Auseinandersetzungen geführt und einen Kontaktabbruch. Sie haben sich zwar bei mir zwischendurch gemeldet, aber ich hab nicht geantwortet. Jetzt habe ich mich getraut noch mal ein bisschen was von meinen Gefühlen zu offenbaren. Aber jetzt verlangen die eine Auszeit.

Wie ich mich wirklich fühle:
Ich weiß nicht genau, wie ich es in Worte fassen soll. Ich habe es schon mehrmals getan: Euch zu erklären, wie es mir in Wahrheit geht. Habe ich mich sicher dabei gefühlt? NEIN, habe ich nicht!
Entweder habt ihr mich mit meinem eigenen Bruder verglichen oder meine Probleme kleingeredet. Ihr dachtet immer, dass ich allein klarkomme. Ich wollte einfach genauso die Aufmerksamkeit wie Samkelo. In euren Augen sah ich wie ein braves Kind aus. Wenn es dann mal ein Problem gab, bekam ich nur Antworten wie:
• „Wie kommt es? Du bist doch gut gewesen!“
• „Das kennen wir gar nicht von dir!“
Habt ihr euch je gefragt, warum ich mich lieber für mich in meinem Zimmer aufgehalten habe? Nein! Entweder bin ich zu viel oder zu wenig, nie hat etwas gepasst.
Jahrelanges Loben auf indirekte Art:
Vor anderen stellt ihr mich als starke, tapfere Person dar, aber hinter geschlossenen Türen hatte ich das Gefühl, ich darf nicht laut werden, ich darf nicht leise sein.
Years of feeling judged!
Der eine Elternteil verurteilt mich und der andere versucht, mich zu besänftigen.
Eine Mutter zu haben, die es nicht versteht, wenn man Grenzen setzen will. Eine Mutter, die die Probleme kleingeredet und gesagt hat, dass man selber schuld ist. Einen Vater zu haben, der die Dinge schlichten will, aber das Problem bleibt trotzdem. Ein ewiger Konkurrenzkampf zwischen Vater und Mutter.
Ich schreibe diese Worte, so wie sie herauskommen. Es gibt keinen richtigen Weg, euch die Dinge sachlich oder gefühlvoll zu erklären. Wisst ihr wieso? Weil ich schon so oft meine Energie und meinen Atem verschwendet habe, um mit euch zu kommunizieren.
Habt ihr überhaupt die kleinste Ahnung, was ich die letzten Jahre alleine durchgemacht habe? Hier sind mal extreme Beispiele, wo ich vielleicht eure Unterstützung gebraucht hätte:
Die sexuelle Belästigung durch deine Schwester: Ich hätte deine Unterstützung gebraucht, Mutter, aber nein, du nahmst sie in Schutz, und du, Vater, hast es zugelassen. Denkt ihr dann wirklich, ich komme nach so einer Aktion noch mit meinen Problemen zu euch?
Wusstet ihr, dass ich zweimal vergewaltigt wurde? Ach, wie blöd von mir, könnt ihr ja gar nicht wissen, weil ich mich ja nicht getraut habe, es euch zu erzählen. Merkt ihr nicht, dass ihr es eigentlich nicht wisst, weil ich irgendwann eine Fassade aufgebaut habe? Übrigens, das nennt sich Survival Mode.
Ich durfte mir jahrelang ansehen, wie ihr die Probleme von Samkelo bevorzugt habt. War es, weil seine Sachen wichtiger waren? War es, weil sie realistischer waren? Ich möchte euch freundlich daran erinnern, dass ihr zwei Kinder habt.
Ich werde nicht mehr im Schatten leben. Ihr hättet mehr über mich lernen oder erfahren können. Ihr dachtet bloß immer nur: „Ah, sie wird sauer, wenn wir sie fragen. Lieber nicht fragen.“ Wisst ihr, wie beschissen es ist, wenn Eltern nicht wissen, wie sie mit ihrem eigenen Kind reden sollen?
Es tut mir innerlich weh, euch diese Worte zu schreiben, aber am Ende mache ich es für mich, um endlich mit euch abzuschließen.
Ihr sagt, ihr unterstützt mich:
Wo ist diese Unterstützung? Ihr zahlt meinem eigenen Bruder eine Reise nach Frankreich, um sein Französisch zu verbessern, aber er kommt planloser zurück. Was bekam ich, nachdem ich das ansprach? NICHTS, nur leere Versprechen.
Ich dachte immer, es heißt „gleiches Recht für alle“, aber bei euch hieß es: Samkelo befriedigen. Ich fragte nie nach viel, ich wollte nur Anerkennung (Liebe).
Ihr habt euch überlegt, was mein Bruder nach seiner Ausbildung bekommt: Eine Reise nach Thailand, weil er schon so lange danach gefragt hat. Ich fragte, was ich denn wohl bekomme – ihr hattet keine Antwort. Mein Wunsch war realistisch: Geld für Weiterbildungen und Fortbildungen. Ihr hattet nur Fragezeichen im Gesicht.
Euer Fokus wird und war schon immer nur auf euch dreien!
Hiermit sage ich Bye-Bye
Ich verschwende keine Energie mehr. Ihr seid für mich Geschichte. Eltern, die die Worte ihrer Kinder verdrehen, sind in meinen Augen keine Eltern.  

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u/JubleeJinx69 — 3 days ago