u/Misko_1

10€ Mindestbetrag

Grüße euch,

Ich führe eine Trafik (Kiosk) in Österreich und habe einen Mindestbetrag bei Kartenzahlung von €10.-. Ich hatte 2024 einen Bruttoumsatz (inklusive Durchlaufposten auf Provisionsbasis) von ca. € 1,15 Mio. Nach allen abzügen und Steuern sowie Sozialversicherungsbeitrag hatte ich ein Jahreseinkommen von ca. €32.000,- also ungefähr

€2650,-/Monat

Meine Kosten für die Kartenzahlungen inklusive Gerät und Service betrugen im gesamten Jahr ca. €5.500,-. Wenn nun theoretisch diese Gebühren wegfallen würden falls jeder mit Bargeld bezahlt hätte, wären diese noch zu Versteuern, das wären maximal noch €500,- also würden mir €5.000,- mehr überbleiben.

Wenn man das meinem Jahresgehalt gegenüberstellt ist das doch ziemlich viel Geld!

Der Grund für meine 10€ Kartenzahlung ist ganz einfach: du willst es gemütlich haben? dann musst du mehr Kaufen! Ich zahle bestimmt nicht monatlich ca. 400€ (wäre ja sogar mehr ohne den Mindestbetrag) damit du dir den Weg zur Bank sparst, ohne auch etwas davon zu haben. Desweiteren gibt es eine Menge Produkte wo die Marge durch Kartenzahlung aufgefressen wird.

Die Summe der Kunden die deswegen nicht bei mir eingekauft hat ist lächerlich gering ( ca. 15 die mir aus dem Geschäft rausgegangen sind) und um diese tut es mir nicht leid, weil die meistens eh die Kronenzeitung oder ähnliches um €2,50 mit Karte zahlen wollen, wo ich eine lächerliche Marge von ca.€ ca 0,17 habe!

Bargeldhandling, kostet mir in meinem Geschäft genau 1x die Woche auf dem Weg Nachhause bei der Bank stehen zu bleiben und 5-10 Minuten Arbeit am Geldautomaten.

Bei größeren Geschäften schaut es wieder anders aus! Ein bekannter der in einem Supernarkt eine leitende Position hat, erzählte mir dass denen das Bargeldhandling Jährlich ca. €50.000,- kostet - da holt auch eine Sicherheitsfirma das Geld ab und zahlt es auch ein. Wobei das eine der schwächeren Filialen in der Umgebung von dieser Kette ist. Die haben aber auch an einem Tag den Umsatz was ich in 2 Wochen habe. Da zahlt es sich natürlich nicht aus die Kartenzahlung zu beschränkem.

Nun zu dem rechtlichen - es besteht ein Vertrag zwischen mir und meinem Bankomatanbieter in dem kurz erklärt drinnen steht dass ich die Kartenzahlung anderen Bezahlmitteln gleichstellen muss - also ich begehe tatsächlich einen Vertragsbruch meinem Anbieter gegenüber.

Beim Vertragsunterschreiben mit dem Außendienstvertreter haben wir darüber geredet - das einzige was er dazu gesagt hat: ja wir wissen eh dass es sehr viele machen, mach halt nur kein zu großes Schild das wird nicht gerne gesehen.

Von Rechtsverfolgung wegen entgangenen Umsätzen oder Vertragsrücktritten wegen den Mindestbeträgen kannte er keinen einzigen Fall.

Also an alle die wegen Mindestbeträgen keinen Einkauf machen - die harte Wahrheit ist, dass ihr keinen Unterschied macht und dem Unternehmen nichts entgeht dadurch

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u/Misko_1 — 2 days ago