Atomare Endlagersuche
Gedankenexperiment zur atomaren Endlagersuche.
Es handelt sich um rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll. Der muss irgendwo hin, wo er sicher ist.
In Deutschland fordert genau eine einzige Partei im Bundestag eine vollständige und sofortige Rückkehr zur Kernenergie. Ich weiß nicht, welche, aber sie hat schätzungsweise gegenwärtig rund 12 Millionen Wähler. Wenn wir also fairerweise den Atommüll auf diese Leute verteilen würden, dann bräuchte es keine Endlagersuche mehr. Da es sich alles um Freunde der Atomkraft handelt, gehe ich davon aus, dass der Müll bei ihnen in guten Händen wäre und sie aufpassen würden, das da nichts schlimmes passiert (natürlich wäre das ein Generationenvertrag, so lange, wie das Zeug halt strahlt).
Doch so einfach ist das vielleicht nicht. Wenn wir den ganzen Müll gleich verteilen, dann bekommt jeder ungefähr einen Würfel Atommüll mit einer Kantenlänge von etwas mehr als 13cm. Das klingt unproblematisch. Ist es aber nicht. Um diesen Würfel strahlungssicher abzudichten, ist leider eine etwa 30cm dicke Bleischicht ringsrum vonnöten. Diese ist sehr schwer (4.47 Tonnen) und auch sehr teuer.
Doch schauen wir erstmal auf die Kosten: Die Endlagersuche ist mit 25,6 Milliarden Euro veranschlagt. Das Geld könnten wir genauso gut für das Blei ausgeben.
25,6 Milliarden Euro durch 12 Millionen Leute macht 2133 € pro Leut. Klingt gut. Leider kostet Blei ca. 1712€ pro Tonne. Auch wenn wir bei Familien eventuell mehrere Atomwürfel zusammenlegen und ummanteln könnten, würden wir vermutlich trotzdem mehr Blei brauchen, als wie wir Geld zur Verfügung haben. Das klappt so nicht.
War's das? Mein unnützes Computerspielhalbwissen sagt mir, das laut Wasteland 2 ein alternatives Abschirmungsmittel existiert - wir brauchen das teure Blei überhaupt nicht! Stattdessen funktioniert auch Katzenstreu. Ja, richtig gelesen: Katzenstreu. Die KI, die mir bei der Recherche zu diesem irrsinnigen Gedankenexperiment hilft, meint, das eine etwa 2,5 bis 3m dicke Schicht in alle Richtungen zur Abschirmung ausreichen würde. Gehen wir mal lieber auf Nummer sicher und sagen 3m. Das macht ca. 208 Tonnen. Nehmen wir nun an, wir bekommen das Katzenstreu zu einem guten Preis, dann würden wir für die 208 Tonnen etwa 30000 € bezahlen. Hmm, das passt noch schlechter ins Budget.
So ein Mist! Dann vielleicht doch die Kassenlösung: Wasser blöckt atomare Strahlung ganz gut ab und kosten nicht viel, wenn man es nicht gerade in Flaschen kauft. Also bauen wir für jeden der 12 Millionen einen Pool im Garten, um den Atommüllwürfel darin zu deponieren und mit Wasser zu umgeben. Da reicht schon ein Becken mit 2x2 Metern und einer Tiefe von 4 Metern aus, damit die Strahlung auf ein ungefährliches Maß (=Hintergundstrahlung) reduziert wird. Das mit dem baden sollte man aber lieber lassen. Außerdem kann man sich bei Nacht die Cherenkov-Strahung anschauen und dabei vielleicht was über Atomphysik lernen.
Fazit: Die Regierung überweist das Geld am besten direkt an die Leute und organisiert eine Castorfahrt, um die Würfel auszuliefern (da findet sich schon noch irgendwo ein Sondervermögen). Die Leute können dann in Eigenleistung den kleinen Pool bauen. So einen Gartenbagger kann man schon für 200 Euro pro Wochenende mieten und wenn wir ehrlich sind, sollte so eine kleiner Pool locker an zwei Tagen ausgehoben und mit Wasser gefüllt sein. Da der Atommüll das Wasser in Becken aber kontinuierlich aufheizt, müssen die neuen Poolbesitzer die Folgekosten im Auge behalten, wahrscheinlich muss regelmäßig neues Wasser nachgekippt werden. Wer da einen eigenen Brunnen hat, ist fein raus.
Epilog: Ja, ich habe die KI zu den Zahlen befragt. Ja ich habe sie nicht überprüft, entweder sie stimmen oder sie stimmen nicht. Aber es war meine Idee und ich finde sie lustig, andere vielleicht nicht.