DM möchte die Hintergrundgeschichten der Spieler nicht in die Kampagne einbeziehen.
Unser neuer DM bereitet gerade Die Wildnis jenseits des Hexenlichts vor. Auf meine Nachfrage, wie sehr unsere Charakterhintergründe eine Rolle spielen werden, meinte er ziemlich direkt, dass es für seine Kampagne nicht nötig sei, diese einzubeziehen.
Ich selbst bin aktuell DM und mit meiner Gruppe in der Endphase von Fluch des Strahd. Mir hat es dabei unglaublich viel Spaß gemacht, die Kampagne auf die Charaktere meiner Spieler zuzuschneiden. Das reicht von eigentlich vorgesehenen NPCs, die bei uns zu alten Bekannten eines Charakters wurden, bis hin zu eigenen kleinen Arcs, die direkt aus den Hintergrundgeschichten entstanden sind.
Ich hatte dabei als DM viel Spaß und bin mir ziemlich sicher, dass gerade solche Momente auch für meine Spieler einige der größten Überraschungen und Highlights der Kampagne waren.
Im gleichen Freundeskreis hatten wir vorher schon zwei eher halbherzige Kampagnenversuche, bei denen ich Spieler war. Das waren unsere ersten D&D-Runden und damals ging es natürlich auch viel darum, überhaupt die Regeln und das Spiel kennenzulernen.
Trotzdem fand ich es schon damals etwas enttäuschend, dass sich die jeweiligen DMs scheinbar nicht einmal wirklich mit unseren Charakterbögen beschäftigt hatten. Interessante Eigenschaften oder teilweise ziemlich fantasievolle Hintergrundgeschichten sorgten vielleicht mal für einen kurzen Lacher am Tisch, waren für den tatsächlichen Verlauf der Kampagne aber komplett bedeutungslos.
Dadurch hatte ich teilweise das Gefühl, dass es eigentlich egal gewesen wäre, welchen Charakter ich spiele. Solange Klasse und Werte funktionieren, hätte man die Figur austauschen können, ohne dass sich an der Geschichte irgendetwas verändert.
Deshalb hat mich die Aussage unseres neuen DMs etwas stutzig gemacht. Natürlich erwarte ich nicht, dass eine fertige Kampagne komplett um unsere Charaktere herum umgeschrieben wird. Aber für mich gehört es inzwischen schon dazu, zumindest einzelne Elemente der Hintergründe, Beziehungen, Ziele oder Schwächen aufzugreifen.
Ich werde auf jeden Fall noch einmal mit unserem neuen DM darüber sprechen. Mich würde aber unabhängig davon interessieren, wie ihr das handhabt:
Wie stark bezieht ihr als DM die Hintergrundgeschichten eurer Spieler in eine vorgefertigte Kampagne ein?
Und als Spieler, wie empfindet ihr Kampagnen, in denen eure Hintergrundgeschichte praktisch keinen Einfluss auf das Spiel hat? Ist euch das egal, solange die eigentliche Kampagne gut ist, oder fehlt euch dann etwas?