




Fensterrahmen Modifikation, damit sich das Fenster mit PortaSplit richtig verschließen lässt — anderthalb Jahre Erfahrung + ein Generator
Das kam jetzt in mehreren Threads auf, deshalb schreib ich's mal ordentlich auf statt verstreut in Kommentaren.
Kurz vorab, worum's geht:
- Was es ist: eine Schlauchdurchführung direkt im Fensterrahmen — das PortaSplit-Leitungsbündel läuft permanent durch einen 3D-gedruckten Einsatz nach draußen.
- Warum besser als ein Fenstereinsatz: weil das Fenster danach echt zu ist — normal geschlossen und mit dem originalen Mechanismus verriegelt, nicht nur eine Platte im Spalt.
- Wichtiger Hinweis: nur etwas für Eigentümer. Der Fensterrahmen muss dauerhaft bearbeitet werden (Ausschnitt bei mir rund 8 × 5 cm) — das ist irreversibel.
- Generator: wer es selbst nachbauen/drucken will, kann sich mit einem Generator einen Einsatz für sein eigenes Fenster erzeugen. Feedback dazu nehme ich gerne mit.
Das Problem kennt ihr: Außeneinheit muss raus — aber das Fenster soll wieder zu. Und zwar richtig zu, verriegelt. Die üblichen Lösungen sind eine eingeklemmte Hartschaum- oder Plexiglasplatte im Fensterspalt. Funktioniert, aber das Fenster bleibt damit faktisch ein Sommer-Provisorium, das man jeden Abend anschaut. Vor allem im Erdgeschoss zur Straße wollte ich was, das eingebaut bleibt und nach nichts aussieht.
Was ich konstruiert habe: Ein Rahmeneinsatz, durch den das Leitungsbündel nach draußen geht, während das Fenster sich weiter normal schließen und mit dem originalen Mechanismus verriegeln lässt. Es besteht aus 4 3D-Druck Teilen: ein permanenter Basiseinsatz, der mit Schrauben oder Silikon im Rahmen sitzt, ein zweiteiliger Sommer-Adapter, der das Leitungsbündel sicher hält, und eine Winter-Blindeinsatz, die die Öffnung abdichtet, wenn die Klima im Keller steht. Läuft bei mir jetzt im zweiten Sommern problemlos.
Warum überhaupt mobile Klima + Fenster sägen statt Festeinbau: Der häufigste Einwand den ich gelesen habe lautet in etwa immer „wenn du eh ins Fenster sägst, kannst du auch gleich eine fixe Klima einbauen". Das ist fair aber für meine Situation hätte ein Festeinbau vermutlich eine andere Platzierung der Außeneinheit bedeutet, längere Kältemittelleitungen, Kabelkanäle durch mehrere Räume — schnell deutlich teurer und invasiver. Dazu kommt: Mein Fenster ist ohnehin am Ende seines Lebenszyklus und wird irgendwann sowieso getauscht — die Modifikation tut also nicht weh. Das war meine Abwägung.
Zum Sägen selbst: Der Ausschnitt ist bei mir etwa 8 × 5 cm groß. Die vertikalen Schnitte habe ich mit einer Hand-Metallsäge gemacht, den waagrechten mit einem Multitool (Sägeblatt).
Disclaimer: Der Ausschnitt durchtrennt in der Regel auch die innenliegende Stahlverstärkung — die strukturelle Integrität des Rahmens ist an dieser Stelle also beeinträchtigt. Bei mir sitzt der Einsatz im unteren Brüstungsbereich und der Rahmen bleibt seitlich in der Wandöffnung fixiert. Zusätzlich habe ich den Einsatz mit vier Schrauben im umgebenden Mauerwerk verankert. Macht das nicht in strukturell kritischen Bereichen wie Sturz oder Seitenpfosten.
Warum es jetzt einen Generator gibt: Die erste Version hatte ich auf MakerWorld gepostet — hart auf mein eigenes altes Fenster individualsiert. Das bekam viel mehr Aufmerksamkeit, als ich erwartet hatte, tauchte in verschiedenen Reddit-Diskussionen auf. Ehrlich gesagt frage ich mich bis heute, wer das so nachgedruckt und verwendet hat, weil es so spezifisch auf meinen Rahmen war. Natürlich habt ihr alle andere Fenster, andere Maße, andere Rahmenformen. Statt einem fixen Modell habe ich deshalb einen parametrischen Generator gebaut — Streamlit-Web-App, läuft direkt im Browser, kein CAD und keine lokale Installation nötig. Das war ein spaßiges Vibe-Coding-Projekt. Ihr gebt eure eigenen Maße ein, prüft eine 2D-Vorschau und bekommt automatisch passende, druckbare STLs raus und ein PDF zum Maße prüfen. Die App ist definitiv noch nicht perfekt aber wahrscheinlich schon brauchbarer, als zu versuchen, meine sehr spezifische Fensterform an euer Fenster anzupassen.
Transparenz: Es gibt auch eine Firma (SureParts), die fertig gedruckte Versionen verkauft — für Leute ohne eigenen Drucker. Ich betreibe den Shop nicht selbst; sie sind auf mich zugekommen und haben den Konfigurator lizenziert, ich entwickle nur das Tool. Modell und Generator bleiben kostenlos für die Maker-Community — drucken, ändern, remixen, an euer Setup anpassen, alles ausdrücklich erwünscht. Ich erwähne den Shop nur, damit sich niemand getäuscht fühlt.
Was mich wirklich interessiert: Falls ihr sowas gedruckt habt — was für ein Fenster hattet ihr? Am meisten würde ich gern wissen, ob die Messpunkte im Generator verständlich sind, ob die Vorschau hilft und wo ihr bei der Konfiguration hängenbleibt. Fragen, Feedback, Verbesserungsideen — alles willkommen.
Wenn genug Fragen zusammen kommen mache ich ein FAQ