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FlixBus ließ mich in München aus einem halbleeren Bus aussteigen, der ohnehin nach Frankfurt weiterfuhr

Ich dachte, ich teile hier mal meine jüngste FlixBus-Erfahrung, weil ich selbst nach Ende der Reise noch nicht ganz glauben konnte, wie absurd die ganze Sache war.

Ich hatte für den 17./18. August eine durchgehende FlixBus-Buchung von Banja Luka nach Frankfurt am Main.

Der erste Abschnitt wurde vom FlixBus-Partner Globtour gefahren: K1950 von Banja Luka nach München, planmäßige Ankunft am Münchner ZOB um 01:30 Uhr.

Von dort sollte ich um 02:00 Uhr mit dem FlixBus N884 nach Frankfurt weiterfahren.

FlixBus hatte mir also nach einer rund 13½-stündigen internationalen Busfahrt aus Bosnien und Herzegowina, inklusive Grenzübertritten und möglicher Kontrollen, ganze 30 Minuten Umsteigezeit in München eingeplant.

Schon das war sportlich.

Aber jetzt kommt der eigentlich absurde Teil:

K1950, in dem ich bereits saß, endete gar nicht in München. Der Bus fuhr anschließend direkt weiter nach Frankfurt.

Auf meinem eigenen FlixBus-Ticket für den Abschnitt Banja Luka–München stand bei K1950 sogar ausdrücklich:

„Direction Frankfurt central station“.

Ich saß also bereits in einem Bus, der genau dorthin fuhr, wo ich hinwollte.

Ich fragte den Fahrer, ob ich einfach sitzen bleiben und bis Frankfurt mitfahren könne.

Nein.

Mein Ticket für seinen Bus galt nur bis München.

Ich fragte noch, ob der Bus ab München vielleicht voll sei. Der Fahrer sagte mir, dass er nach München sogar ungefähr halb leer sein werde.

Also kontaktierte ich den FlixBus-Support noch während der Fahrt und erklärte die Situation: Mein Anschluss war wegen der Verspätung gefährdet, mein jetziger Bus fuhr ohnehin nach Frankfurt und es waren genügend Plätze frei. Könnte man meine Buchung nicht einfach ändern und mich auf K1950 sitzen lassen?

Das ließ sich offenbar nicht organisieren.

Damit hatte das Buchungssystem über eine eigentlich ziemlich simple Realität gesiegt:

Fahrgast vorhanden. Bus vorhanden. Sitzplatz vorhanden. Ziel identisch.

Trotzdem musste ich in München aussteigen.

K1950 sammelte unterdessen weitere Verspätung. Unterwegs gab es Kontrollen, unter anderem durch österreichische und deutsche Behörden, und die prognostizierte Ankunftszeit in München verschob sich immer weiter nach hinten.

Irgendwann warnte mich sogar die FlixBus-App, dass ich meinen Anschluss möglicherweise verpassen würde.

Zu diesem Zeitpunkt war „möglicherweise“ allerdings schon ziemlich optimistisch.

N884 um 02:00 Uhr war weg.

Da beide Teilstrecken unter derselben Buchungsnummer liefen, sollte ich kostenlos auf die nächste verfügbare Verbindung umgebucht und per SMS oder E-Mail informiert werden.

Eine brauchbare automatische Lösung kam nicht rechtzeitig, also kontaktierte ich mitten in der Nacht selbst den Support.

Schließlich wurde ich kostenlos auf N952 um 03:00 Uhr umgebucht, planmäßige Ankunft in Frankfurt 08:55 Uhr.

Schön.

Nur hatte K1950 inzwischen noch mehr Verspätung.

Noch bevor ich München erreicht hatte, war klar, dass ich nun auch den Ersatzbus verpassen würde.

Also wieder FlixBus-Support.

Ich erklärte, dass meine aktuelle ETA bereits hinter der Abfahrtszeit von N952 lag, und fragte, ob man mich nicht gleich auf eine spätere München–Frankfurt-Verbindung umbuchen könne.

Der Mitarbeiter erklärte mir sinngemäß, das Ganze sei „system generated“ und ich solle erst München erreichen und mich dann erneut melden.

Ich bat ihn daraufhin, wenigstens in meiner Buchung zu vermerken, dass ich nach meiner Ankunft erneut Kontakt aufnehmen solle und eine weitere kostenlose Umbuchung zugesagt worden sei.

Seine Antwort:

„yes it will be at free of cost“

Nicht ganz die Frage, die ich gestellt hatte. Aber irgendwann gegen drei Uhr morgens verliert man die Lust, über Feinheiten des Textverständnisses zu diskutieren.

Dann wurde es für einige Minuten tatsächlich spannend:

N952 bekam selbst Verspätung.

Mein verspäteter Bus raste also Richtung München, während mein verspäteter Ersatzbus darauf wartete, München zu verlassen.

Ein regelrechtes Wettrennen zweier verspäteter Busse.

Ich verlor.

Auch N952 war weg.

Damit stand ich mitten in der Nacht am Münchner ZOB und hatte inzwischen zwei Busse nach Frankfurt verpasst.

Währenddessen fuhr der ursprüngliche K1950, aus dem ich in München aussteigen musste, weiter nach

Frankfurt.

Schließlich buchte mich FlixBus ein zweites Mal um: auf N950 um 05:45 Uhr, Ankunft Frankfurt 12:15 Uhr.

Also einige Stunden nachts in München warten.

Gegen 05:30 Uhr wollte ich endlich in N950 einsteigen.

Der Fahrer scannte den QR-Code meines frisch von FlixBus ausgestellten Ersatztickets.

Ungültig.

In diesem Moment dachte ich tatsächlich, dass diese Geschichte noch ein weiteres Kapitel bekommen würde.

Zum Glück gab sich der Fahrer Mühe. Er durchsuchte die Passagierliste auf seinem Gerät manuell und fand schließlich meinen Namen – dort rot markiert – und ließ mich einsteigen.

Hätte er einfach nur auf den ungültigen QR-Code geschaut und mich abgewiesen, hätte ich möglicherweise einen dritten Bus verpasst, diesmal wegen eines von FlixBus selbst ausgestellten Ersatztickets, das sich nicht validieren ließ.

Um 12:15 Uhr kam ich schließlich in Frankfurt an.

Ich habe inzwischen eine formelle Beschwerde bei FlixBus eingereicht und unter anderem um Antworten auf einige ziemlich naheliegende Fragen gebeten:

Warum verkauft man nach einer internationalen Langstreckenfahrt aus Bosnien eine Verbindung mit nur 30 Minuten Umsteigezeit?

Warum muss ein Fahrgast einen halbleeren Bus verlassen, der bereits zu seinem eigentlichen Ziel weiterfährt?

Warum konnte der Support meine Buchung nicht einfach bis Frankfurt auf K1950 verlängern?

Warum musste ich mich trotz der für FlixBus sichtbaren Verspätung mehrfach selbst um Umbuchungen kümmern?

Und warum funktionierte schließlich der QR-Code des letzten Ersatztickets nicht?

Fairerweise muss man sagen: FlixBus hat mich am Ende nach Frankfurt gebracht und für keine der Umbuchungen zusätzlich kassiert. Auch der letzte Fahrer verdient ausdrücklich Anerkennung dafür, dass er mich nicht einfach wegen des ungültigen QR-Codes stehen ließ, sondern tatsächlich in seiner Liste suchte.

Ich wurde also nicht irgendwo endgültig „gestrandet“.

Was mich an der Geschichte fast noch mehr fasziniert, ist etwas anderes: wie ein Buchungssystem so starr werden kann, dass seine digitale Logik die offensichtlichste reale Lösung verhindert.

Denn irgendwann war die Situation tatsächlich:

Ich saß in einem halbleeren Bus nach Frankfurt.

FlixBus ließ mich in München aussteigen.

Danach verpasste ich zwei andere Busse nach Frankfurt.

Und wartete mitten in der Nacht auf einen dritten Bus …

nach Frankfurt.

Sobald FlixBus auf meine formelle Beschwerde antwortet, werde ich hier ein Update posten.

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u/Willing-Bed-5311 — 1 day ago