Konstante Gängelung wegen Selbstständigkeit, Brauche Rat
Throwaway Acoount aus Gründen der Anonymität.
Ich sehe mich nun schon seit längerer Zeit mit Schikanen und aus meiner Sicht willkürlichem Verhalten des Jobcenters konfrontiert und brauche langsam Hilfe. Ich fange am besten von vorne an.
Ich war mein Leben lang selbstständig. Aufgrund des Rückgangs meiner Aufträge während der Corona-Zeit habe ich mir einen Nebenjob gesucht, für den ich auch umgezogen bin. Diesen Nebenjob habe ich später verloren – genauer gesagt habe ich ihn aufgrund von Mobbing auf Anraten meines Arztes und entsprechend ärztlich bescheinigt gekündigt.
Anschließend bin ich beim Jobcenter gelandet. Mein Ziel war, ergänzend zu meiner Selbstständigkeit eine neue Beschäftigung zu finden.
Trotz vorgelegter Kontoauszüge, die mein tatsächliches Einkommen eindeutig nachweisen, wurde mein Einkommen vom Jobcenter viel zu hoch geschätzt. Als Begründung wurde sinngemäß angegeben: „Andere verdienen auch so viel.“ Dieses geschätzte Einkommen wurde mir bereits im Voraus auf meine Leistungen angerechnet.
Damit hätte ich meinen Lebensunterhalt nicht bestreiten können. Zum einen war die Anrechnung aufgrund der aus meiner Sicht völlig überhöhten Schätzung viel zu hoch, obwohl entsprechende Nachweise vorlagen. Zum anderen ist eine selbstständige Tätigkeit naturgemäß mit schwankenden und nicht sicher vorhersehbaren Einnahmen verbunden.
Wenn ein Einkommen im Voraus angerechnet wird, das ich tatsächlich gar nicht erziele, fehlt mir dieses Geld schlicht zum Lebensunterhalt. Wenn die tatsächlichen Einnahmen niedriger ausfallen, kann ich schließlich nicht einfach auf die bereits angerechnete Summe zurückgreifen, um davon im betreffenden Monat Lebensmittel zu kaufen. Wie soll das funktionieren?
Ich habe mehrfach versucht, diese Problematik mit dem Jobcenter zu klären. Letztendlich musste ich meine Selbstständigkeit jedoch einstellen, um überhaupt Bürgergeld beziehen zu können und mich dieser aus meiner Sicht willkürlichen Behandlung zu entziehen.
Seitdem habe ich zunehmend den Eindruck, dass ständig versucht wird, mir irgendetwas anzulasten.
Immer wieder verschwinden Unterlagen bzw. Nachweise, die ich eingereicht habe. Zuletzt habe ich bestimmte Nachweise dreimal eingereicht. Dreimal wurde mir mitgeteilt bzw. ist es offenbar so behandelt worden, als seien diese Unterlagen nicht eingegangen. Anschließend erhielt ich eine Forderung über rund 5.000 Euro mit der Begründung, ich hätte meinen Anspruch nicht ausreichend nachgewiesen.
Gleichzeitig komme ich meinen Pflichten nach und bewerbe mich regelmäßig auf Stellen. Trotzdem werde ich weiterhin dazu gedrängt bzw. genötigt, meine Selbstständigkeit auszuüben.
Ich habe diese zwischenzeitlich sogar wieder aufgenommen, weil ich davon ausgegangen bin, dass die Angelegenheit nun geklärt sei. Aufgrund der vorherigen Inaktivität habe ich jedoch mein Ranking auf der Plattform verloren. Dieses muss ich mir nun erst wieder aufbauen. Dementsprechend habe ich derzeit nur wenige Verkäufe und praktisch kein Einkommen. Es wird voraussichtlich mehrere Monate dauern, bis sich die Situation wieder normalisiert.
Ich gebe daher wahrheitsgemäß an, dass ich derzeit kein bzw. kaum Einkommen aus meiner Selbstständigkeit erziele, und kann dies auch entsprechend nachweisen. Trotzdem wird mir nun vorgeworfen, meiner „Pflicht nicht nachzukommen“.
Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Für mich fühlt sich das Ganze inzwischen nicht mehr wie eine normale Auseinandersetzung mit dem Jobcenter an, sondern wie eine andauernde Gängelung, die meine Situation immer weiter verschlechtert, anstatt mir dabei zu helfen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen.
Ich überlege deshalb inzwischen, welche Möglichkeiten ich habe, mich dagegen zu wehren. Sollte ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen? Brauche ich einen Anwalt? Sollte ich mich an eine andere Stelle wenden?
Ich möchte, dass diese Situation endlich aufhört.