u/AcanthaceaeProper578

Glaubt ihr weiterhin an langfristig steigende Aktienkurse?

Mich beschäftigt aktuell ein Gedanke, den ich in Finanzdiskussionen erstaunlich selten lese.
Die letzten 100–200 Jahre waren wirtschaftlich gesehen eine absolute Ausnahmesituation. Fast durchgehend ist die Weltbevölkerung gewachsen – und mit ihr Arbeitskräfte, Konsumenten und letztlich auch die Wirtschaft. Mehr Menschen bedeuteten meist mehr Nachfrage, mehr Produktion und mehr Wachstum.

Jetzt könnte erstmals etwas völlig Neues passieren: Die Weltbevölkerung wird voraussichtlich in einigen Jahrzehnten ihren Höchststand erreichen und danach langfristig schrumpfen. Viele Länder wie Japan, Südkorea, Italien oder Deutschland haben diesen Trend bereits. Gleichzeitig verändert der Klimawandel ganze Regionen, verursacht steigende Kosten und könnte die Produktivität beeinträchtigen.
Natürlich gibt es Gegenargumente: KI, Automatisierung und technischer Fortschritt könnten einen Teil davon ausgleichen oder sogar überkompensieren.
Aber trotzdem frage ich mich: Ist die Annahme, dass Aktien langfristig “immer” steigen, vielleicht zu stark von einer historischen Phase geprägt, die es so nie wieder geben wird?

Wenn Bevölkerung langfristig nicht mehr wächst oder sogar schrumpft, fehlt dann nicht ein wesentlicher Wachstumstreiber der letzten Jahrhunderte? Oder ist Produktivitätswachstum am Ende viel wichtiger als Bevölkerungswachstum?
Mich würde interessieren, wie ihr das seht – gerade diejenigen, die sich intensiver mit Makroökonomie beschäftigen.

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u/AcanthaceaeProper578 — 3 days ago

Wann wäre bei uns ein realistischer Zeitpunkt für “Half FIRE”?

Guten Tag,

meine Frau und ich sind beide 26 und würden gerne eure Einschätzung hören, ob unser Plan realistisch ist und wann ihr den ersten großen Meilenstein erreicht seht.

Unsere Situation (leicht gerundet):

Investiertes Vermögen: ca. 200.000 € (100 % ETFs)

Zusätzlich ein Haus mit einem heutigen Wert von ca. 300.000 €. Aufgrund eines Wohnrechts ist es voraussichtlich (hoffentlich) noch lange nicht verwertbar. Deshalb rechnen wir konservativ nicht damit und sehen es eher als Bonus.

Monatliche Ausgaben: ca. 2.000 €

Aktuelle Sparrate: ca. 4.500 € pro Monat

Kinder sind bei uns kein Thema.

Unser Plan wäre folgender:
Sobald wir einen bestimmten Vermögensstand erreicht haben, würde meine Frau komplett aufhören zu arbeiten. Ich würde dann noch ungefähr fünf Jahre in Teilzeit weiterarbeiten. Mein Teilzeitgehalt würde unseren gesamten Lebensunterhalt decken, sodass wir in dieser Zeit keine Entnahmen aus dem Depot benötigen.
Falls es in dieser Phase oder kurz vor unserem endgültigen FIRE zu einem größeren Börsencrash kommt, wären wir flexibel und würden den Teilzeitabschnitt einfach entsprechend verlängern.
Danach möchten wir beide komplett FIRE machen. Unser Ziel wären dann etwa 3.500 € netto pro Monat in heutiger Kaufkraft, unter anderem weil wir dann gerne mehr reisen möchten.
Wir planen dabei ausdrücklich nicht, das Vermögen für die nächste Generation zu erhalten, sondern würden es bis ins hohe Alter (z. B. etwa 90 Jahre) weitgehend aufbrauchen.

Meine Fragen wären:
Ab welchem Vermögensstand würdet ihr sagen, dass meine Frau guten Gewissens komplett aufhören könnte?
Wann wäre das unter realistischen Renditeannahmen ungefähr erreichbar?
Welche reale Rendite würdet ihr für so eine Rechnung ansetzen?
Würdet ihr das Haus in irgendeiner Form berücksichtigen oder komplett außen vor lassen?
Welche Risiken oder Denkfehler seht ihr bei unserem Plan?

Vielen Dank schon mal für eure Einschätzungen!

reddit.com
u/AcanthaceaeProper578 — 9 days ago