33M bAV mit 100 % Arbeitgeber-Match, aber das Geld ist bis 62 gebunden
Ich bin 33 und möchte mir zumindest die Möglichkeit offenhalten, vor 60 finanziell unabhängig zu werden. Mein Arbeitgeber bietet eine bAV an, bei der er meinen Beitrag vollständig matched. Ich zahle 161 Euro aus dem Brutto ein, der Arbeitgeber legt weitere 161 Euro dazu und meine tatsächliche Nettobelastung liegt bei ungefähr 99,61 Euro pro Monat.
Rein auf die Einzahlung bezogen klingt das extrem attraktiv. Der Vertrag hat allerdings Effektivkosten von 2,05 Prozentpunkten, mehr als 3.200 Euro Abschluss- und Vertriebskosten und laufende Verwaltungskosten. Zusätzlich gibt es eine 80-prozentige Garantie, weshalb das Geld nicht dauerhaft vollständig im enthaltenen MSCI-World-ETF angelegt wird.
Ich habe die bAV mit einem All-World-ETF verglichen, in den ich stattdessen meine Nettobelastung von 99,61 Euro einzahlen würde. Alle Zahlen sind mit zwei Prozent Inflation auf heutige Kaufkraft heruntergerechnet. Nach zehn Jahren hätte der ETF nach geschätzter Steuer ungefähr 13.200 Euro, nach zwanzig Jahren 30.200 Euro und nach dreißig Jahren 54.000 Euro.
Die bAV kommt nach angenommenen späteren Steuern und Krankenversicherungsbeiträgen auf einen rechnerischen Netto-Gegenwert von ungefähr 22.300 Euro nach zehn Jahren, 43.400 Euro nach zwanzig Jahren und 67.500 Euro nach dreißig Jahren. Der Match gleicht die hohen Kosten in dieser Rechnung also mehr als aus.
Das Problem ist, dass mir die bAV für einen möglichen Ruhestand vor 62 nicht hilft. Mit 53 könnte ich zwar rechnerisch mehr Vermögen in der bAV als im ETF haben, aber nur das ETF-Vermögen könnte meine Lebenshaltungskosten finanzieren. Deshalb bin ich unsicher, ob ich die bAV in einer FIRE-Rechnung überhaupt als Vermögen zählen sollte oder eher als späteren Sicherheitsbaustein, der erst ab 62 relevant wird.
Mein aktueller Ansatz wäre, nur so viel in die bAV einzuzahlen, dass ich den vollständigen Arbeitgeber-Match bekomme. Das restliche Sparvolumen würde in einen liquiden All-World-ETF fließen, der im Fall eines frühen Ruhestands als Brücke bis zur bAV und gesetzlichen Rente dienen könnte.
Wie behandelt ihr eine solche bAV in eurer FIRE-Planung? Mich interessiert vor allem, ob ihr sie bis zum Auszahlungsalter komplett ignoriert oder bereits vorher mit einem deutlichen Abschlag in euer Nettovermögen einrechnet.