Der FIRE-Weg lohnt sich auch dann, wenn man abbricht
Als das erste Einkommen nach dem Studium kam, wurde FIRE schnell zum Ziel. Die Ausgaben wurden auf studentischem Niveau gehalten, die Sparrate wuchs mit jeder Gehaltserhöhung, alles ging in breite ETFs. Ziel war FIRE mit 50, und es war mathematisch auch sehr realistisch.
Tja, das Leben verlief etwas anders. Partnerin gefunden, dezente Lifestyle-Inflation, Vater geworden, jetzt gerade Alleinverdiener, Umzug nach München für Familiennähe, ein Garten wäre mit Kind schon super.
Plötzlich kommt die Erkenntnis, dass ich Geld und Konsum (wie eine Wohnung in Wunsch-Wohnlage mit Garten und das Kind nicht schon nach einem Jahr in Betreuung zu geben) heute super gebrauchen kann. Das ist mir viel wichtiger, als mit 50 nicht mehr zu arbeiten.
Und jetzt, wo die Sparrate nahe 0 ist, ist es extrem wertvoll, aus früheren Zeiten das gefüllte (niedrig 6-stellige) Depot zu haben. Es wird niemals für FIRE reichen, aber es gibt eine tolle Sicherheit auch bei hohen laufenden Ausgaben. Die Freunde, die in den Zwanzigern weniger gespart haben, können solche Wege jetzt nicht gehen.
Der Post ist als Appell gemeint: Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob FIRE wirklich ein lohnenswertes Ziel ist, fang dennoch erstmal an.