Fahrgefühl Gravel vs. Rennrad (beides erstmals gefahren)
Ich fahre aktuell seit 5 Jahren ein Fischer Terra 2.0 (eBike mit 45 Nm Heckmotor), da wir ein Stück weit auf einem Hügelchen wohnen (ca. 130 Höhenmeter über der Ebene der Stadt). Habe das Bike damals gekauft als ich 95 kg wiege, aktuell 86 kg. Habe auch Anfang des Jahres angefangen, Indoor Cycle zu fahren (1-3x pro Woche Zone 2; 45-70 Minuten pro Session).
Habe langsam den Gedanken, wieder auf ein Bio Bike umzusteigen. Vor dem eBike hatte ich so ein Billig-Stahl-Trekking-Rad. 300-400 Euro hatte das vor vielen Jahren gekostet, Nabenschaltung, hohes Gewicht usw... - weil ich mit dem Ding (und damals auch 95k kg) keine starken Steigungen hoch gekommen bin (7-8% in der Spitze), bin ich eben auf ein eBike gewechselt.
Typischerweise würde man ja jetzt sagen, Gravelbike. Es soll möglichst leicht sein. Ich brauche eine Untersetzung für die 7-8% Steigung. Ich war mal im Geschäft und bin auf den Teststrecken ein Cube Nuroad One FE (UVP 999) und ein Cube Agree C:62 Pro (UVP 3299) Probe gefahren. Das war halt das, was dort in meiner Rahmengröße vorhanden war zum Ausprobieren. Bin ja in meinem Leben noch nie ein Gravel oder ein Rennrad gefahren. Beim Nuroad One FE ist mir aufgefallen, dass vorne doch recht wenig Luftdruck drauf war, aber der Verkäufer meinte, dass muss bei einem Gravel so sein. Man konnte es mit dem Fingern deutlich eindrücken. Und naja was soll ich sagen, es war schon eher behäbig. Das ist wohl der Preis, welchem man zahlen muss, wenn man vom eBike wieder weg will (und ich bin ehrlich, mir macht beschleunigen Spaß: ich fahre mein Terra 2.0 immer im Turbo-Modus. Wenn ich dann erstmal bei 25 km/h bin trete ich auch ordentlich mit, daher hält der Akku auch sehr, sehr lange - aber mit Speed an der Ampel los im Turbo-Modus).
Dann bin ich noch Mal zum Spaß auf das Cube Agree C:62 Pro. Habe mir auch nichts weiter gedacht. Mal, zum ersten Mal in meinem Leben, ein wirklich (!) leichtes Rad fahren. Mal wirklich schmale Reifen mit vermeintlich extrem wenig Rollwiderstand fahren (lt. diverser Tests heutzutage sollten schmale Reifen ja eigentlich gar nicht weniger Rollwiderstand haben als breitere Reifen). Und das Ding ging ab, unglaublich. Also ich meine die Beschleunigung. Man drückt mal kurz ordentlich rein und ist sofort auf Speed. Hat sich quasi wie ein eBike angefühlt. Und war ein riesiger Unterschied zum Nuroad One FE.
Jetzt meine Frage, woran lag der große Unterschied im Fahrgefühl zwischen dem Gravelbike und dem Rennrad? 5 kg Unterschied im Systemgewicht, okay. Macht das wirklich so viel aus? Oder ist es doch der Reifen? Gravel-Reifen vs. Rennrad-Slicks? Oder war der Druck beim Gravelbike doch falsch, dass man diese wirklich leicht mit den Fingern eindrücken konnte? Oder würden sich die beiden Bikes im Speed gar nicht so viel nehmen, aber in der Beschleunigung aufgrund der leichteren Laufräder?
Das Rad soll halt alltagstauglich sein (Gepäckträger, Schutzbleche), in der täglichen Praxis unkompliziert (Nabendynamo statt Akkulicht). Ich will damit aber auch die Höhenmeter nach Hause kommen (Untersetzung, leichtes Rad). Ich fahre auf jeden Fall nur mit Gepäcktasche und keinesfalls mit Rucksack. Und sicherlich hauptsächlich Asphalt oder mal Stadtpark. Nicht durch den Wald. Und ein großer Magnet für Diebe sollte es auch nicht sein, wobei ich es dann auch über die Hausrat mitversichern würde (ja, Bedingungen im Detail habe ich geprüft). Aber der große Unterschied bei der Beschleunigung und Leichtgängigkeit zwischen dem Nuroad One FE und dem Rennrad haben mich schon etwas gewundert.
Wenn, dann würde ich wahrscheinlich auch eher das Nuroad Pro FE holen (0,8er Untersetzung, robuste CUES), aber das war dort aktuell nicht verfügbar (und auch sonst ist es eher Mangelware, ich weiß). Letzte Frage wäre dann natürlich noch, ob ich wirklich Dropbar brauche, oder doch lieber ein Nulane FE mit Flatbar nehme... (bin ja, bis auf die kurze Probefahrt, auch noch nie Dropbar gefahren).
Aber ja, meine Hauptfrage wäre erstmal, wie das extrem unterschiedliche Beschleunigungsverhalten zu Stande kommt und worauf ich da achten müsste, wenn mir das wichtig ist - allerdings eben an einem ansonsten alltagstauglichen Fahrrad.