u/Admirable-Quit1571

Was macht einen psychisch stark genug für die Arbeit als Sexarbeiterin?

lch würde gerne wieder einsteigen in diesen Job, diesmal aber professioneller. Früher habe ich eine Art Eskort gemacht, aber ich war noch zu jung. Deswegen habe ich jetzt vier Jahre Pause gehabt. Das Beratungsgespräch beim Gesundheitsamt steht schon, welches verpflichtend ist. Es wird also ernst. Es ist dann nicht mein Hauptjob, eigentlich arbeite ich was ganz anderes. Aber es ist eine gute Nebenquelle mit 100-150€ die Stunde. Derzeit schiebe ich nur Nachtschichten und bekomme Mindestlohn, da ist das eine echt gute Alternative. Ich arbeite auch wirklich gerne mit Menschen.

Leider verausgaben sich viele Mädels in dem Job sehr, und halten das psychisch nicht lange durch. So ging es mir auch, weil mein Mindset damals nicht das Richtige war. Und wie es so ist, wenn man jung ist, wird man auch mal manipuliert. Aber diesmal ist das ja anders, ich entscheide das wirklich selbst. Daher habe ich überlegt mich zu "spezialisieren" auf Senioren oder Menschen die keine Erfahrung bisher mit Sex haben, sowas wie eine Sexualbegleiterin. Das klingt sicher. Vorallem ohne mental etwas zu riskieren, dass wäre es mir nämlich nicht mehr wert auf Dauer. Mich hat das damals ein Jahr lang mitgenommen, aber weil ich mir versprochen habe, dass ich das niemandem jemals wieder erlaube, mich schlecht zu behandeln, könnte das was werden.

Dennoch will ich auf Nummer sicher gehen und Frage mich die letzten Tage, was einen psychisch stark macht, damit man sich präventiv mental auf diesen Job vorbereiten kann? Wie schafft man das? Was denkt ihr sind die häufigsten Fehler von Sexarbeiterinnen, weswegen sie daran kaputt gehen? Es gibt ja schließlich auch manche die das lange machen und denen es gut geht, wie schaffen die das, psychisch stabil zu bleiben?
Ich glaube daran, dass ich richtig stark bin mental, aber habe auf der anderen Seite große Angst, dass ich so werde wie manch andere die ich kenne. Das will ich echt verhindern. Daher frage ich mich, ob es da einen "Stark-Sein-Code" gibt, so wie Leistungssportlehr die ein Gewinner Mindset haben oder so
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u/Admirable-Quit1571 — 3 days ago

Könnte man Psychotherapie outsourcen?

Mich beschäftigt schon länger die Frage, ob unser Versorgungssystem psychische Belastungen zu stark ausschließlich psychotherapeutisch denkt.
Gerade bei leichteren oder subklinischen Problemlagen könnte man sich doch vorstellen, stärker mit psychosozialen Fachkräften, Beratungssystemen oder pädagogisch-therapeutischen Ansätzen zu arbeiten, um Wartezeiten zu überbrücken oder frühzeitig Unterstützung anzubieten. Durch die alternde Bevölkerung, steigende Medikamentenkosten etc. werden für die kommenden Jahre weiterhin Milliardenlücken bei den Krankenkassen prognostiziert, und da Psychotherapie international vergleichsweise großzügig finanziert wird, werden Mischmodelle eher wahrscheinlich sein, als das eine ideale Patientenversorgung in der Psychotherapie möglich gemacht wird.

Wenn die therapeutische Beziehung ohnehin einer der größten Wirkfaktoren ist, stellt sich für mich schon lange die Frage, ob bestimmte stabilisierende oder begleitende Angebote nicht auch außerhalb klassischer Psychotherapie wirksam sein könnten. Das wäre insbesondere aus der Perspektive Betroffener sicherlich ein fairer Kompromiss, als die noch längeren Wartezeiten etc.

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u/Admirable-Quit1571 — 6 days ago