Partner möchte keinen Sex / unterschiedliche Libido / offene Beziehung?
Ich (w25) und mein Freund (m30) sind seit knapp 2,5 Jahren zusammen. In unserer Beziehung läuft vieles an sich gut, wir sprechen offen über vieles und ich liebe ihn sehr.
Das Problem was uns jedoch seit 1,5 Jahren intensiv begleitet, ist das Thema Sexualität und Intimität. Hier bin ich derzeit komplett ratlos.
Long story short: wir haben in den 1,5 Jahren vielleicht 3-4 mal Sex gehabt.
Als wir zusammengekommen sind, hatten wir zwar (für mein Empfinden) relativ wenig Sex für die Anfangszeit (vielleicht 1 mal die Woche), aber das war für mich okay.
Ich hatte jedoch öfter mal angesprochen, dass mir manche Sachen nicht so gefallen und ich mir z.B. etwas mehr Vorspiel wünsche.
Generell war der Sex nicht so richtig „verbunden“ und intim. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht so richtig bei der Sache war.
Auch darauf habe ich ihn angesprochen und er sagte, dass er auch nicht wüsste woran es liegt.
In seiner vergangenen Beziehung war Sex auch ein Thema, weil seine Freundin ihm diesen ein Jahr lang verweigerte, da sie aufgrund psychischer Belastungen nicht wollte.
Nachdem ich diese Dinge mal thematisiert habe, hat sich anscheinend so ein Druck auf ihn aufgebaut, dass er nun gar nicht mehr möchte.
Auf die Frage wieso er nicht möchte, sagt er, dass er es selbst nicht weiß.
Jedoch befriedigt er sich regelmäßig selbst und hat auch einen hohen pornokonsum.
Wir haben dann gemeinsam einen Therapieplatz für ihn gesucht, da er noch andere „Baustellen“ hat (z.B. beruflich, Sinnfragen). Ich habe das Gefühl, dass er vielleicht in Richtung einer Depression rutscht. Aber seine Therapeutin hatte das erstmal ausgeschlossen.
Ich habe versucht den Druck auf ihn in Bezug auf das Thema so gering wie möglich zu halten, jedoch belastet es mich sehr. Ich fühle mich nicht begehrt und merke, dass mir es extrem fehlt.
Die Therapie macht er nun seit ein paar Monaten, jedoch hat er das Thema dort noch nicht einmal angesprochen. Ich weiß aber auch, dass es seine Therapie ist und ich ihn da zu nichts zwingen kann. Er muss von sich selbst aus darüber reden.
Wenn ich nun das Thema anspreche und darüber sprechen möchte (einfach damit ich noch darüber in Kontakt mit ihm bleibe) weicht er aus und sagt, dass es ihm nicht passt oder er dazu nichts sagen kann. Mich macht das so verrückt und ich fühle mich so, als würde ich mit diesem Problem komplett allein dastehen.
Wir waren auch schon bei einer paartherapeutin, da wollte er aber nicht noch einmal hin, da es ihm das Geld nicht wert sei und er erstmal selbst an seinen Themen arbeiten möchte.
Ich überlege auch, ob eine offene Beziehung vielleicht das Symptom erstmal bekämpfen könnte. Auch habe ich darüber nachgedacht, ob er vielleicht asexuell sein könnte. Er selbst macht sich darüber aber gar keine Gedanken. Wir stehen auf der Stelle.
Was kann ich tun? Wäre eine offene Beziehung denkbar oder wäre es der falsche Ansatz?