u/Aporiesche

Ich versuche, wenig über meine Gefühle oder die Vorgeschichte zu schildern, da ich gerne eine objektive Meinung zur aktuellen Situation hätte.

Ich (W33) habe drei Kinder mit meinem Mann (M35) und wir sind 10 Jahre zusammen…

Ich wollte nun aus dem Hausfrauen-Dasein heraus. Seit Jahren interessiere ich mich für Erste Hilfe und Co. und habe mir privat bereits viel Wissen angeeignet. Da ich beim Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein so viel Spaß hatte und auch oft in Situationen gerate – zum Beispiel auf der Straße –, in denen Personen Hilfe brauchen und ich helfen konnte, hatte ich den Gedanken, mich beim örtlichen Roten Kreuz anzumelden. Ich wollte mich ehrenamtlich als Sanitäterin ausbilden lassen, um eventuell später auch berufliche Möglichkeiten zu haben.

Ich bin dann zum örtlichen Verein gegangen, um Informationen einzuholen. Als ich meinem Mann am Abend davon erzählte und sagte, dass ich überlege, wieder hinzugehen, da ich mich dort gut verstanden habe und der Kursleiter meinte, ich solle unbedingt wiederkommen, da er Potenzial sehe, ist mein Mann „ausgeflippt“. Er war stocksauer und redete nicht mehr mit mir.

Als ich ihn darauf ansprach, nachdem die Kinder im Bett waren, meinte er, ich sei unmöglich, da ich Dinge nicht im Vorfeld mit ihm bespreche. Er warf mir vor, ich würde nur an mich denken und hätte ständig neue Ideen; das Ganze sei ohnehin sinnlos. Während ich redete, machte er beispielsweise den Fernseher so laut an, dass er meine Stimme übertönte. Er verbot mir, weiter darüber zu sprechen, und sagte, für ihn sei das Thema beendet, bis ich mich bei ihm dafür entschuldige, Dinge nicht mit ihm abgesprochen und hinter seinem Rücken gehandelt zu haben. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich mich erst einmal nur informieren wollte und zudem schon öfter erwähnt hatte, dass ich daran interessiert sei. Aber er hörte einfach nicht mehr zu und ignorierte mich.

Ich war danach so verunsichert, dass ich nicht zum nächsten Treffen des Roten Kreuzes gegangen bin. Da ich den Kursleiter jedoch wieder im Ort traf und er mich fragte, ob ich wiederkomme und wie sehr er sich freuen würde, suchte ich noch einmal in Ruhe das Gespräch mit meinem Mann. Ich erklärte ihm gestern noch einmal klar, wie sehr es mich freuen würde, wie viel Potenzial es bietet und dass ich das Gefühl hätte, dort etwas Gutes tun zu können. Zudem wollte ich gerne etwas für mich haben, bei dem ich Erfolge erlebe, da ich mich momentan generell von allen Seiten unter Druck gesetzt fühle.
Er war dann plötzlich sehr verständnisvoll und meinte, er glaube, dass mir das liege und ich das bestimmt gut machen würde. Ich war über seine plötzlich positive Reaktion sogar etwas irritiert.

Heute hatte ich einen wichtigen Termin, auf den ich mich gerade vorbereitete, als er mich kurz vorher plötzlich anrief. Er erzählte mir, er habe sich gerade über die Arbeit für den nächsten örtlichen Erste-Hilfe-Kurs angemeldet. Das sei ganz spontan so gekommen und müsse wohl „Schicksal“ sein. Dann wollte er mir erzählen, wie toll das sei, da er das nun für die Firma mache.
Ich war total geschockt und sagte nur, dass ich gerade nicht reden könne, da ich mich auf meinen Termin vorbereiten müsse und gleich losfahre.

Daraufhin schrieb er mir per WhatsApp:
‚Alles okay? Du wirktest eben am Telefon verstört?‘

Zusammenfassung: Mein Mann war sauer auf mich, weil ich in den DRK gehen wollte, um mich ausbilden zu lassen, hat sich aber jetzt, einen Tag nachdem ich ihn darum bat, Verständnis zu haben, da ich es gerne machen will, selbst für den örtlichen Erste-Hilfe-Kurs angemeldet.

Bin ich zu sensibel?

Wie soll ich darauf reagieren?

Dies ist ein Reupload, da der Erste gegen Regeln verstieß. Ich habe nun einiges angepasst und hoffe, nun passt es. :-)

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u/Aporiesche — 18 days ago