Ich habe endlich Hilfe bekommen. Nie wieder Fertiglasagne!
Nach Jahren war ich zufällig mit einer Pflegerin und Betreuerin im Krankenhaus auf dem gleichen Zimmer und sie hatte Mitleid mit mir, dass sie ehrenamtlich und durch sg. Alltagsbetreuung mir hilft an allen Enden. Ihr Sohn ist quasi gleich alt und musste von der Intensivstation rehabilitiert werden, sodass sie auch aus der Perspektive die Situation kennt, behindert zu sein und mit dem System zu kämpfen. Allein die Menge des Papierkrams ist einfach Wahnsinn. Aber auch Botengänge laufen ständig daneben und dann muss man es erstmal organisieren.
Sie hat dann, sobald sie mich als Kundin aufgenommen hatte , mit den Ärzten geredet, dass sie mich besser behandeln und später mir eine Haushaltshilfe organisiert. Das ist meine erste Hilfe seit Langem und ich bin so froh, dass wir so gut miteinander klarkommen, dass er sich wohl fühlt und sogar sagt, ich bin seine Lieblingskundin. Er kocht für mich, sodass meine erste Handlung, als wir jetzt in den Rhythmus mit Prepping und Biomüll entsorgen gekommen sind, dass ich sagte:
Mir kommt jetzt keine Tiefkühllasagne mehr ins Haus!
Vorher musste ich auf frisches Obst und Gemüse verzichten, da ich so oft im Krankenhaus war, dass es zuhause vergammelt ist und dadurch, dass ich mein Essen nicht gut machen konnte, vielen die meisten Mahlzeiten auch aus.
Ich bin mir sicher, mein Hausarzt und Gastroenterologe wird super froh sein, dass ich jetzt jemanden habe. Ist auch nicht so gesund, wenn der Müll so lange drinnen steht, da ich ihn nicht nach draußen schaffen kann.
Ich bin sehr froh, wie sehr mein Leben sich schon jetzt geändert hat und ich denke, es wird quasi eine ganz andere Welt sein, wenn ich endlich eine Barrierefreie Wohnung mit einem kompletten Team habe.
Es ist halt leider wirklich so, dass man komplett von einem normalen, gesunden und aktiven Leben abgeschnitten sein kann, weil einfach personell und Infrastrukturell die Unterstützung fehlt. Deshalb liebe ich Städte mit Straßenbahnen. Komm meistens alleine rein und wieder raus, brauche keine extra Orthesen und Noise Cancelling, um mit den Erschütterungen klarzukommen und komme in einem angenehmen Takt überall hin. In meiner aktuellen Stadt hingegen ist der ÖPNV ein Witz und ohne Hilfe wird's schon sehr anstrengend. Rampe ist auch ein Muss.
Naja, ich freue mich total über meine Haushaltshilfe und sein gutes Essen und hoffe, dass ich bald noch mehr Leute ins Team bekomme. Der Sohn zB macht gerne Therapie zuhause und ist Ergotherapeut geworden. Das würde mir tatsächlich sehr helfen