Ein Grüner Renault im April
TL;DR (April 2026, Kermit / Renault 5):
2.423 km gefahren
Verbrauch: 19,82 kWh/100 km „an der Wallbox“ (inkl. Ladeverluste) bzw. 17,71 kWh/100 km „im Auto“
Ladeverluste: ~15,1%
Kosten: 105,53 € gesamt ⇒ 4,36 €/100 km (≈ 4,36 ct/km)
Strommix fürs Laden: ~65% Netz / ~35% PV (312,99 kWh Netz + 167,13 kWh PV)
Das erste Mal seit Fahrzeugkauf, dass öffentliches Laden mit 30 % (140 kWh) einen nennenswerten Anteil am Gesamtverbrauch Ausmacht
Rechnet man nur die zuhause geladenen kWh, erreicht der Sonnenstromanteil sogar 51 %
Hintergrundinformationen
Fahrzeug: Renault 5 eTech, „Techno“-Austattung in Grün mit schwarzem Dach (Spitzname „Kermit“)
Antriebsstrang: 52 kWh – 150 PS
Methodik
Ich trenne in meinen Auswertungen bewusst zwischen dem „Auto‑Verbrauch“ (was im Fahrzeug ankommt), welchen ich aus der Renault App auslese, und dem „Wallbox/Bezugs‑Verbrauch“ (was ich real einkaufe bzw. aus PV entnehme), welchen ich mittels RestAPI aus meiner Gemini Flex Wallbox auslese. Für Ladevorgänge die an öffentlichen Ladestationen stattfanden (Ionity) habe ich die jeweils der Rechnung zugrunde liegenden Werte verwendet.
Der Unterschied ist der Ladeverlust (hier ~15%) Angesichts der Tatsache, dass ich zuhause mittels 2,2 kW SchuKo lade ist das ein glaubhafter Wert. Damit ist die Kostenrechnung sauber, weil Kosten immer an der bezogenen Energie hängen.
Den Anteil an PV-Strom errechne ich aus den Daten meiner PV-Anlage und meines Netzanbieters. Die Garage ist für meine PV-Anlage bereits „Netz“, da deren Smartmeter im Sicherungskasten im Haus, und nicht im Zählerkasten ist. Die Garage hängt jedoch am Zählerkasten. Wenn ich also vom Eingespeisten Strom der Anlage, den Anteil abziehe, welcher wirklich im öffentlichen Netz landet, komme ich auf meinen PV-Anteil im Autostrommix. (Ein paar Kleinverbraucher wie Licht und Toröffner ignoriert)
Einordnung: Warum ist der Verbrauch für so ein kleines Auto so hoch:
19,82 kWh/100 km (bezogen) sind nicht super-niedrig. Bedingt durch meine Ausflüge zum Tauchen und einen Deutschland Trip bei kühlem und regnerischem Wetter sind in den 2.423 km aber auch ca. 1.300 -1.500 km Autobahn enthalten. Wie schon aus Testberichten bekannt nicht unbedingt die Stärke des Renault, da leider der Luftwiderstandsbeiwert des Fahrzeugs eher auf der hohen Seite ist.
Kosten hängen stark am „Preis-Mix“
Geladen wurden ~140 kWh öffentlich und 330 kWh Zuhause, welche sich auf 163 kWh aus dem Netz und 167 kWh aus der PV-Anlage verteilen.
30 % des Strombedarfs wurden öffentlich geladen. Dies war ein Trip nach Deutschland, welcher zum einen als Test, zum anderen, weil die Kostenrechnung tatsächlich eine Ersparnis angezeigt hat mit dem Renault gefahren wurde. In Summe waren das gute 900 km, die zu 80 % auf der Autobahn gefahren wurden. Es konnte dadurch aber tatsächlich eine Ersparnis von gut 10 € realisiert werden. Diese kosteten mich 0,39 €/kWh
Der Sonnenstromanteil, für welchen ich als Preis die Entgangene Eispeisevergütung von 0,06772 €/kWh ansetze, betrug 35% am Gesamtstrombedarf bzw. 51 % meines des zuhause geladenen Anteils. Damit konnten die öffentlich geladenen Kilometer komplett ausgeglichen werden.
Die verbliebenen 35 % wurden zuhause für 0,22 €/kWh aus dem Netz geladen. Dies entspricht 49 % der zuhause geladenen Strommenge.
Damit ergibt sich am Ende ein mittlerer Strompreis von 0,22 €/kWh und etwa 0,0436 €/km.
Wirtschaftlichkeit: Vergleich zum Skoda (April‑Referenz)
Auch hier lasse ich die Zahlen für sich sprechen. Unser Skoda Scala wurde im April 1x betankt, zu einem Preis von 1,65 € bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,114 l/100 km. Kostenpunkt 78,64 €. Und damit hatten wir so ziemlich den günstigsten Tag erwischt. (Zeitweise waren selbst hier in Österreich über 1,80 €/l fällig)
Für den Renault waren am Ende 0,22 €/kWh und damit ~0,0436 €/km fällig. Daraus ergeben sich für den Skoda Kosten/100 km von 6,114 × 1,649 = ~10,08 €/100 km Für 2.423 km wären das dann 2.423 × 10,08 €/100 km ≈ ~244 € (unter diesen April‑Annahmen) Gegenüber Kermit ~244 € (Skoda) vs. 105,53 € (Kermit) ⇒ ~138 € Unterschied zugunsten Kermit im April‑Profil.
Anmerkung: Das ist ein Vergleich auf Basis der in meinem Excelsheet hinterlegten Monatswerte (Preis/Verbrauch). Der Skoda wurde wesentlich weniger, mit weitaus geringerem Autobahnanteil und einem hohen Anteil an Stau/Stadtverkehr gefahren. Die reale Ersparnis liegt sicher niedriger. Aber im Jahresmittel (ein weiterer Deutschlandtrip wurde mit dem Skoda gefahren und in den Urlaub werden wir sicher auch den Skoda nehmen) sollten die Werte halbwegs vergleichbar sein.
Rechne ich die Monate Januar bis April zusammen so summiert sich diese schon auf 350 €. Aufs Jahr gerechnet sind also über 1.000 € durchaus realistisch, gerade solange die Strompreise hoch bleiben und der PV-Anteil im Sommer eher höher wird. Die 6.000 € Preisunterschied zu einem konventionellen Ibiza, welcher als Alternative im Raum gestanden hätte, ist also in der geplanten Haltedauer von ca. 10 Jahren locker hereingefahren. Gerade da ich langfristig mit eher noch höheren Spritpreisen rechne.
Fazit
Günstiger geht immer. Gerade Autobahn und wie ich glaube auch die Winterreifen hauen verbrauchstechnisch ganz schön rein. Dass der Renault auch auf diesen Strecken eingesetzt wird war nicht der ursprüngliche Plan, aber so ist es nun einmal. Wenn der Skoda zum Austausch ansteht, werde ich sicher mehr Wert auf Luftwiderstand legen um den Autobahnverbrauch niedriger zu bekommen. Aber selbst so sind die erzielbaren Ersparnisse herzeigbar.