Klimaanlage installieren lassen – Freundschaftsangebot für 6.000 €, aber Zweifel an Elektrik, Fachkenntnis und Bezahlung
Titel: Klimaanlage installieren lassen – Freundschaftsangebot für 6.000 €, aber Zweifel an Elektrik, Fachkenntnis und Bezahlung
Hallo zusammen,
ich würde gerne mal eure Einschätzung zu meiner Situation hören, weil ich mittlerweile nicht mehr so richtig weiß, wem ich vertrauen soll und ob ich bei der geplanten Installation zu skeptisch bin.
Ausgangssituation:
Ich möchte in meiner Maisonettewohnung zwei Klimaanlagen installieren lassen:
- Anlage 1: Duo-Split mit 2,5 kW für einen Raum unterm Dach und 5 kW für den großen Maisonettebereich. Dieser hat ungefähr 7 m Deckenhöhe und ist offen mit dem Flur und der Küche verbunden.
- Anlage 2: Eine separate Split-Klimaanlage mit 2,5 kW für das Schlafzimmer.
Ein Freund hat mir jemanden empfohlen mit dessen Firma er schonmal zusammen gearbeitet hat und welcher privat Klimaanlage besorgt und einbaut. Dieser Typ hat angeboten, die Anlagen für insgesamt 6.000 € zu besorgen und einzubauen. Er arbeitet nach eigener Aussage bei einer Klima- und Haustechnikfirma und hat mir auch Fotos von Anlagen gezeigt, die er zusammen mit einem Kollegen, der Elektriker ist, installiert hat. Die Firma gibt es auch und macht auch solche Installationen aber hauptsächlich im industriellen Bereich.
Ich möchte ausdrücklich nicht unterstellen, dass er keine Ahnung hat. Allerdings ist Deutsch nicht seine stärkste Sprache, weshalb manche Gespräche und insbesondere technische Rückfragen nicht immer ganz einfach sind. Außerdem habe ich bisher keinen wirklich greifbaren Nachweis, welche Arbeiten er selbst ausführen darf und wer die Anlage am Ende fachgerecht in Betrieb nehmen und dokumentieren kann.
Mein größtes Fragezeichen ist aber eher die Elektrik.
Ich habe zwei verschiedene Elektriker gefragt: einen, der damals die Kabel in meiner Wohnung verlegt hat, und einen weiteren, der sich die Situation vor Ort angesehen hat und den ich ursprünglich mit der elektrischen Installation beauftragen wollte.
Beide haben darauf hingewiesen, dass möglicherweise neue Leitungen durch die Wohnung gezogen werden müssen, damit die Klimaanlagen sicher betrieben werden können.
Nach meinem bisherigen Verständnis könnte ich die beiden Klimaanlagen auf zwei getrennte Stromkreise verteilen. Auf diesen Stromkreisen laufen allerdings auch andere normale Wohnungsverbraucher. Backofen und Kühlschrank haben laut Sicherungskasten eigene Stromkreise. Die größere Klimaanlage würde sogar an einem Stromkreis hängen, an dem ansonsten relativ wenige Verbraucher angeschlossen sind.
Der normale Standby-Verbrauch meiner Wohnung liegt bei ungefähr 150 W. Mir ist natürlich klar, dass dieser Wert nichts darüber aussagt, wie hoch die tatsächliche Belastung der Stromkreise bei laufenden Klimaanlagen ist.
Der Klimaanlagenbauer sagt nun, dass er das zusammen mit seinem Elektriker bereits besprochen habe und die Aufteilung auf die beiden vorhandenen Stromkreise kein Problem sei. Seine Begründung: Es seien Invertergeräte, die nicht dauerhaft mit voller Leistung laufen würden.
Sein Elektriker war allerdings bisher nur einmal per FaceTime zugeschaltet und hat sich die Installation nicht selbst vor Ort angesehen.
Ich kann als Laie schlecht beurteilen, welche Einschätzung technisch richtig ist. Einerseits möchte ich nicht unnötig die halbe Wohnung neu verkabeln lassen, wenn es gar nicht erforderlich ist. Andererseits will ich auf keinen Fall an der Elektrik sparen und später ein Sicherheitsproblem haben.
Der zweite Punkt ist die fachgerechte Installation und die Abnahme.
Ursprünglich wurden mir 6.000 € für das Gesamtpaket genannt. Als ich nach einem Nachweis gefragt habe, dass ein entsprechender Fachbetrieb die Anlage installiert bzw. fachgerecht in Betrieb nimmt, erklärte er mir, dass er das Ganze ohne Gewerbe auf Freundschaftsbasis machen würde.
Er würde die Geräte über seine Arbeitsstelle besorgen und die Montage selbst übernehmen. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass ich gerne mithelfen kann, aber die fachgerechte Installation und insbesondere die Inbetriebnahme durch eine entsprechend qualifizierte Person bzw. einen geeigneten Fachbetrieb erfolgen und nachvollziehbar dokumentiert werden sollten.
Daraufhin wurde das Thema eher heruntergespielt. Sinngemäß hieß es, seine Firma könne das ohnehin nicht entsprechend nachweisen.
Das macht mich ehrlich gesagt stutzig. Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber gerade bei einer fest installierten Split-Klimaanlage möchte ich nachvollziehen können, wer die Arbeiten ausführt, wer dafür verantwortlich ist und wer die Anlage ordnungsgemäß in Betrieb nimmt.
Der dritte Punkt ist die Bezahlung.
Ich soll einen größeren Betrag vorstrecken, damit die Geräte bestellt werden können. Es geht dabei um ungefähr 4.000 € im Voraus. Bisher habe ich die konkreten Geräte allerdings nur auf Screenshots gesehen und noch keine verbindliche, nachvollziehbare Bestellung oder Rechnung.
Ich finde es schwierig, einem Bekannten so viel Geld im Voraus zu überweisen, ohne genau zu wissen, welche Geräte ich bekomme, wie die Bestellung abgesichert ist und welche Leistungen verbindlich vereinbart sind.
Natürlich möchte ich ihm nichts Böses unterstellen. Aber Freundschaft und Vertrauen ersetzen für mich bei einer Investition dieser Größenordnung keine vernünftige Dokumentation.
Meine Fragen an euch:
Ist die Aussage, dass Inverter-Klimaanlagen problemlos an vorhandenen Stromkreisen betrieben werden können, weil sie nicht dauerhaft unter Volllast laufen, technisch überhaupt eine ausreichende Begründung? Welche Faktoren müssen bei der Beurteilung tatsächlich berücksichtigt werden?
Ist es realistisch, dass zwei Elektriker neue Leitungen für erforderlich halten, während ein anderer nach einer Beratung per FaceTime sagt, dass die vorhandenen Stromkreise ausreichen?
Welche Nachweise und Dokumentationen sollte ich bei einer solchen Installation unbedingt verlangen? Insbesondere bei der elektrischen Installation, der kältetechnischen Inbetriebnahme und der Gewährleistung.
Würdet ihr unter diesen Umständen knapp 4.000 € im Voraus an einen Bekannten überweisen, oder wäre das für euch eine klare rote Linie?
Wie würdet ihr an meiner Stelle weiter vorgehen? Erst einen unabhängigen Fachbetrieb die Elektrik und die geplante Installation prüfen lassen und anschließend entscheiden?
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, meinen Freund schlechtzureden oder die günstigste Lösung um jeden Preis zu bekommen. Ich möchte einfach eine vernünftige, sichere Installation und nicht am Ende feststellen, dass ich aus falsch verstandener Rücksichtnahme ein unnötiges Risiko eingegangen bin.
Wenn ihr Fotos braucht oder mehr Infos im das alles genauer einzuschätzen, sagt bescheid. Ich hoffe ich konnte das verständlich rüberbringen.
Danke für eure Einschätzungen!