

9-2-5
9 bis 5
Aus dem Bett wälzen
Und ich stolpere in die Küche
Gieße mir eine Tasse Motivation ein
Und gähne und strecke mich
Und versuche, zum Leben zu erwachen
Springe unter die Dusche
Und das Blut beginnt langsam zu pumpen
Draußen auf der Straße
Der Verkehr fängt an zu rasen
Leute wie ich, die von 9 bis 5 arbeiten
Arbeiten von 9 bis 5 Uhr
Was für eine Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen
Man kommt gerade so über die Runden
Es ist immer nur ein Nehmen und nie ein Geben
Sie benutzen deinen Verstand
Und es wird dir nicht gedankt
Es ist genug, um dich verrückt zu machen
Wenn du es zulässt
9 bis 5, für Dienst und Hingabe
Du würdest denken, dass ich
Eine Beförderung verdiene
Ich möchte weiterkommen
Aber der Chef scheint mich nicht zu lassen
Ich schwöre, manchmal ist dieser Mann hinter mir her
Sie lassen dich träumen
Nur um sie zerplatzen zu sehen
Du bist nur eine Stufe
Auf der Leiter deines Chefs
Aber du hast Träume
Er wird sie dir nie nehmen
Du sitzt im selben Boot
Mit vielen deiner Freunde
Wartest auf den Tag, an dem dein Schiff anlegt
Und die Gezeiten sich endlich wenden
Und alles würde sich zu deinen Gunsten ändern
Arbeite von 9 bis 5
Was für eine Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen
Gerade so über die Runden zu kommen
Es ist immer nur ein Nehmen und nie ein Geben
Sie benutzen deinen Verstand
Und es wird dir nicht gedankt
Es ist genug, um dich verrückt zu machen
Wenn du es zulässt
9 bis 5, ja
Sie haben dich genau da, wo sie dich haben wollen
Es gibt ein besseres Leben
Und du denkst darüber nach, nicht wahr?
Es ist ein Spiel für reiche Männer
Egal, wie sie es nennen
Und du verbringst dein Leben damit
Geld in deren Brieftasche zu stecken
9 bis 5, whoa
Was für eine Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen
Kaum über die Runden zu kommen
Es ist immer nur ein Nehmen und nie ein Geben
Sie benutzen deinen Verstand
Und es wird dir nicht gedankt
Es ist genug, um dich verrückt zu machen
Wenn du es zulässt
9 bis 5, ja
Sie haben dich da, wo sie dich haben wollen
Es gibt ein besseres Leben
Und du träumst davon, stimmt's?
Es ist ein Spiel für reiche Männer
Egal, wie sie es nennen
Und du verbringst dein Leben damit
Deinem Chef die Taschen zu füllen
Arbeiten von 9 bis 5
Zitat der Woche
"Allerdings muß der kleine Mensch - und ebenso der große -, der sich unbedingt als Sieger behaupten und darüber den besonderen Wert seiner Person unterstreichen will, dieses Motiv erst einmal bei sich ausgebildet, den Komplex an darin enthaltenen falschen Urteilen akzeptiert und zur Gewohnheit gemacht haben.
Er muß bis zum Rand abgefüllt sein mit falschen Urteilen über die Welt, in der er lebt, seine eigene Stellung in ihr, über ihre Macher und Mitmacher, deren aufgegangene oder nicht aufgegangene Zwecke, also über Erfolg und Mißerfolg.
Es muß ihm völlig geläufig sein, erstens jedes Urteil über die eigene Person ganz von dem Vergleich mit anderen abhängig zu machen; dabei zweitens die Frage der eigenen Befindlichkeit ganz in die Anerkennung zu verlagern, die man von anderen erfährt; und schließlich drittens das Leben über weite Strecken ganz danach auszurichten, daß man sich als anerkennungswürdiges Individuum präsentiert.
Diese falschen Urteile folgen einer eigenen Logik, die es nachzuzeichnen, also zu kritisieren gilt.
Der Grad ihrer Durchsetzung verweist darauf, daß sie keineswegs zufällig ist, sondern sich einer interessierten, auf das Einrichten in Verhältnissen, wie sie jeder kapitalistischen Gesellschaft eigen sind, zielenden Auseinandersetzung verdankt.
Das bürgerliche Subjekt relativiert auf diese Weise im Geiste und mit den daraus folgenden praktischen Taten seinen Willen an den gesellschaftlich vorgefundenen Hindernissen, die seinen Interessen im Wege stehen. Es deutet alle Schwierigkeiten fehl und leitet konsequent falsche Schlußfolgerungen ab, die an den Schranken, die seinem Interesse entgegenstehen, nichts ändern, also - das läßt sich vorweg sagen - als Anpassungsleistungen erwünscht sind."
In: Freerk Huisken (1996): Jugendgewalt.
Das Finanzkapital (Peter Decker)
Das Finanzkapital
Jedes Kind kennt Banken und so sehr über die geschimpft wird, so sehr gilt als selbstverständlich, dass es sie braucht, dass sie eigentlich nützlich für alle wären, wenn sie tun würden, was sie eigentlich sollten. Die übliche Kritik am Finanzsystem ist keine, die es ablehnt und beim Wort "systemrelevant" stutzig wird, sondern es konstruktiv mit einem Ideal vergleicht und so ein "Versagen" und lauter "Missstände" ausmacht, die "Inkompetenz" und "Gier" hervorgebracht hätten - hauptsächlich dann, wenn es mal wieder kracht.
Und während linkere Autoren mehr Regulierung und Besteuerung des Finanzgeschäfts fordern, die der Gier endlich Schranken setzt, meinen liberale Autoren natürlich, dass der Staat an allen Missständen "schuld" sei - bis hin zu den ganz abseitigen Fiat-Geld-Kritikern usw.
Eine linke und rechte Minderheit mag es da auch noch geben, die ganz grundsätzlich eine gute Realwirtschaft der bösen Finanzwirtschaft gegenüberstellt, als ginge es der Industrie darum, die Menschen mit nützlichen Dingen zu versorgen und Löhne zu zahlen, während die Banken bloß auf's Geld aus sind und mit der Produktion nichts positiv zu tun hätten. Bis hin zu den Verschwörungs-Spinnern, die schon immer wussten, dass "die Juden" hinter dem Finanzwesen stecken würden und denen, die jede Kritik am Finanzkapital als irgendwie antisemitisch oder "strukturell antisemitisch" dis-kredit-ieren wollen.
Dieser Vortrag (und das Buch, das er vorstellt) bietet:
● keine Beschwerde über Zockerei und kriminelle Umtriebe der Finanzmafia;
● keinen Einblick in den Alltag ehrlicher Geldhändler;
● weder Untergangsprognosen noch Zukunftsperspektiven für eine Krisenbranche;
● keine kurzgefasste Banklehre oder einen TÜV für die Ratschläge vom Bankberater;
● keine Rezepte für eine bessere staatliche Geld- und Finanzpolitik.
Er erklärt stattdessen:
● das Verhältnis der Abhängigkeit und der Notwendigkeit, des Dienstes und des Regimes, in dem das Finanzgewerbe zur kapitalistischen Warenproduktion steht;
● die vom Staat verliehene und unterstützte Macht der Banken, Kreditzeichen als Geld zirkulieren zu lassen und mit Schulden Geschäfte zu machen;
● die Freiheit der ‚Finanzindustrie‘, mit dem Geldvermögen der Gesellschaft, das ihr gar nicht gehört, auf den Geschäftserfolg der Unternehmenswelt zu spekulieren, die ihr auch nicht gehört, und daran nicht nur zu verdienen, sondern alle Welt vom Erfolg ihrer Spekulationsgeschäfte abhängig zu machen;
● den Nutzen des Kreditgewerbes für den Staat, der mit Geld und Schulden regiert, und den Nutzen des Staats für das Kreditgewerbe, das ohne Zentralbank und öffentliche Schuldenverwaltung aufgeschmissen wäre; also die Symbiose von privater Finanzmacht und staatlicher Gewalt;
● die weltweit wirksame Macht über Investitionen und nationale Kapitalstandorte, die die Kreditbranche durch die staatlich betreute Internationalisierung des kapitalistischen Geschäftslebens gewinnt;
● den Dienst, den die Finanzmärkte für das Geld der Weltwirtschaftsmächte leisten, und die Geschäftsfreiheiten und -mittel, die sie dafür von den politischen Machthabern über die herrschende Weltordnung verlangen und bekommen; also die ökonomische Räson des modernen Imperialismus.
Kurzum: Der Vortrag (und das Buch) widmet sich der Kritik der politischen Ökonomie des ‚globalisierten‘ Kapitalismus.
Das Marx-Zitat zum Freitag:
„Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen allen Reichtums untergräbt: Die Erde und den Arbeiter.“
K. Marx, Das Kapital I.: S. 530.
Glaube und Sinn: Christentum, Islam, Esoterik
Zitat aus der Serie "The Witcher".