Meine Freundin (F23) und ich (M25) hatten ein Jahr lang eine wunderbare offene Beziehung – jetzt scheint alles vorbei zu sein und ich bin komplett am Boden.
Hallo Reddit,
ich poste auf einem Throwaway-Account, da meine Partnerin Reddit nutzt und mir folgt.
Der Post wurde von mir geschreiben aber ich habe es mit CHAT GPT neu formulieren lassen, da ich sehr schlecht im schreiben bin.
TLDR ganz unten.
Vorab: Ich weiß ehrlich gesagt selbst nicht genau, was ich mir von diesem Post erhoffe. Wahrscheinlich einfach verschiedene Sichtweisen, Gedanken oder Erfahrungen, die mir vielleicht helfen, meine Gefühle etwas zu sortieren und wieder klarzukommen.
Das hier war meine erste Beziehung. Bei ihr – ich nenne sie mal Kim – war das anders. Sie hat ADHS und Autismus diagnostiziert bekommen und versteht viele gesellschaftliche Konzepte, wie z. B. klassische Monogamie, nicht wirklich bzw. fühlt sie nicht so wie andere Menschen.
Kennengelernt haben wir uns im Oktober 2024 über eine Datingplattform. Anfangs war das Ganze eher oberflächlich und stark BDSM-bezogen, da wir beide in die Richtung interessiert sind.
Zu dem Zeitpunkt hatte Kim noch zwei feste Partner, die sich allerdings als ziemlich übergriffig herausgestellt haben. Ich habe sie damals viel unterstützt und versucht, ihr Halt zu geben. Ihr ging es dadurch auch relativ schnell besser.
Innerhalb weniger Wochen wurde zwischen uns deutlich mehr. Wir haben unglaublich viel zusammen unternommen und uns relativ schnell unsere Liebe gestanden. Mein Wunsch zu Beginn war, dass wir – trotz offener Beziehung – jeweils die Nummer 1 füreinander bleiben. Sie hat dem damals ohne Probleme zugestimmt.
Eine ganze Zeit lang hat sich die Beziehung fast wie eine monogame angefühlt, weil wir beide keine weiteren Partner hatten. Und ehrlich gesagt hat Kim mein Leben extrem positiv verändert. Sie hat mich aus meiner langweiligen Gamer-Bubble rausgeholt und mir gezeigt, wie viel es außerhalb davon gibt. Wir waren auf Konzerten, Messen, Partys, in Bars, im Urlaub und haben generell einfach unglaublich viel erlebt.
Dadurch habe ich eine komplett neue Perspektive auf mein Leben und meine Freizeit bekommen und viele neue Interessen entdeckt.
Andererseits konnte ich ihr ebenfalls viel geben. Sie hatte Probleme mit der Schule, mit Klassenkameraden, Prüfungen und teilweise auch körperlich. Ich war für sie da, habe auf sie aufgepasst und versucht, ihr Sicherheit zu geben. Es hat sich damals einfach richtig angefühlt.
Unser Sexualleben war zu Beginn okay, aber auch kompliziert. Ich war der unerfahrene dominante Part, sie dagegen deutlich erfahrener und eher submissiv. Sie hat mir viel gezeigt und beigebracht. Gleichzeitig hat sie aber auch öfter kommuniziert, dass sie sich eigentlich einen erfahreneren Spielpartner wünschen würde. Anfangs hat mich das nicht sonderlich verunsichert.
Mit der Zeit kam aber immer mehr das Gefühl auf, dass ich mich für sie „verbiegen“ oder besser werden muss, um ihr genug zu sein. Ich konnte ihr gegenüber nie wirklich die Dominanz ausstrahlen, die sie sich gewünscht hätte.
Ein paar Monate später hatten wir beide zusätzlich noch F+ bzw. Spielpartner. Eigentlich lief unsere Beziehung trotzdem weiterhin gut. Wir hatten zwar immer mal wieder Streit, aber ich habe das eher als Kleinigkeiten gesehen.
Die Konflikte wurden allerdings fast immer von mir angestoßen, weil ich immer stärker das Gefühl hatte, dass sie weniger Interesse an mir hat. Sie hat versucht, mir diese Ängste zu nehmen und mir immer wieder gesagt, dass das nicht stimmt – aber meine Zweifel sind trotzdem geblieben.
Parallel dazu hat sich unser Sexualleben immer weiter voneinander entfernt, weil wir unsere jeweiligen Bedürfnisse zunehmend mit anderen Partnern ausgelebt haben.
Meine Angst, ihr nicht genug zu sein, wurde dadurch immer stärker. Besonders schwer war für mich, wie begeistert sie manchmal von anderen Männern im Bett erzählt hat. Ich habe dann immer mehr versucht, ihr genau das zu geben, was sie dort bekommen hat.
Dadurch wurde unser Sex zwar teilweise besser, aber ich selbst hatte kaum noch Freude daran, weil ich mich oft gezwungen gefühlt habe. Wenn ich wieder damit aufgehört habe, kamen meine Unsicherheiten sofort zurück.
Das Schlimmste daran war wahrscheinlich: Die Dinge, zu denen ich mich bei Kim zwingen musste, konnte ich bei anderen Spielpartnerinnen problemlos tun. Natürlich hat sie das verletzt und traurig gemacht.
Abgesehen vom sexuellen Teil lief unsere Beziehung trotzdem weiterhin wirklich schön.
Dieses Muster hat sich bis Februar immer weiter wiederholt, bis ich irgendwann komplett zusammengebrochen bin. Wir haben dann sehr offen über alles gesprochen und gemeinsam beschlossen, erstmal Abstand voneinander zu nehmen, weil unsere kleinen Konflikte immer häufiger wurden und wir kaum noch ein Problem lösen konnten, bevor schon das nächste kam.
Während dieser Pause kam ich irgendwann zu dem Gedanken, dass ich ihr diese extremeren Wünsche vielleicht einfach nicht erfüllen kann, weil ich sie zu sehr liebe, um ihr weh zu tun. Über diesen Gedanken hat sie sich sogar gefreut.
Gleichzeitig war ich aber selbst unsicher, weil ich eine Beziehung eigentlich nicht ohne sexuellen Aspekt führen möchte – vor allem, weil ich ihr gerne das geben würde, was sie braucht.
Sie meinte dann auch, dass mir leider einfach dieses natürliche dominante Wesen fehlt und dass ich sie deshalb selbst dann, wenn ich mich angestrengt habe, nie wirklich mental dort abholen konnte, wo sie es gebraucht hätte.
Daraufhin habe ich vorgeschlagen, dass wir unsere Beziehung eher freundschaftlich weiterführen: weiterhin Zeit miteinander verbringen, gemeinsame Hobbys und Aktivitäten behalten, aber ohne den sexuellen bzw. romantischen Teil. Hauptsächlich, weil ich sie nicht komplett aus meinem Leben verlieren wollte und gehofft habe, dadurch auch meine Ängste loszuwerden.
Sie fand die Idee gut. Ich habe aber auch gesagt, dass ich sie in dieser Konstellation nicht mehr meine „Nummer 1“ nennen kann. Darauf meinte sie, dass sie das sogar entlastet, weil sie sich oft unter Druck gesetzt gefühlt hat, mich stärker zu priorisieren als andere Menschen in ihrem Leben.
Gleichzeitig hat sie gesagt, dass das für sie nichts Finales sein muss und dass wir vielleicht irgendwann wieder etwas Sexuelles miteinander haben könnten, wenn ich mich damit besser fühle.
Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich getroffen, auch wenn ich ihren Standpunkt verstehe. Sie hat diese Priorisierung letztendlich wohl hauptsächlich für mich gemacht, während sie grundsätzlich eher alle Menschen gleich behandelt.
Seitdem haben wir deutlich weniger Kontakt. Wir haben uns zwar noch ein paar Mal getroffen, gekocht oder etwas unternommen, aber es fühlt sich einfach anders an.
Mich belastet das extrem. Ich habe ständig das Gefühl, sie verloren zu haben. Gleichzeitig komme ich nicht damit klar, dass ich ihr offenbar nicht das geben kann, was andere ihr geben können.
Vor Kurzem habe ich ihr eine lange WhatsApp geschrieben und ihr ehrlich gesagt, wie schlecht es mir mit der Situation geht. Auch, dass es mich verletzt, dass unsere Beziehung für sie gefühlt so leicht „umschaltbar“ war und dass ich mich inzwischen einfach wie irgendein anderer Mensch in ihrem Leben fühle.
Darauf kam eine Woche lang keine Antwort. Erst nachdem ich nochmal nachgefragt habe, hat sie geantwortet.
Sie meinte, dass das doch genau das gewesen sei, was ich wollte, und dass ich mich jetzt eben mit meinen Gefühlen auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen müsse.
Danach habe ich ihr nochmal geschrieben, dass ich einfach verzweifelt bin und nicht weiß, wie ich mit der Situation umgehen soll. Dass ich sie nicht verlieren möchte – auch wegen unserer gemeinsamen Hobbys, Freundesgruppe und allem, was wir zusammen aufgebaut haben.
Seit Sonntag warte ich wieder auf eine Antwort.
Ich fühle mich aktuell einfach komplett verloren und habe tausend Gedanken gleichzeitig im Kopf:
- Wie kann sie mich nach über einem Jahr einfach so links liegen lassen?
- Bin ich nicht mal mehr eine Antwort wert?
- Hat sie vielleicht einfach gerade wirklich viel um die Ohren?
- Sollte ich selbst endgültig Schluss machen?
- Hoffe ich insgeheim darauf, dass sie mir die Entscheidung abnimmt?
- Kann ich mich überhaupt verändern und irgendwann „dominant genug“ werden, damit es zwischen uns wieder funktioniert?
Ich mache ihr dabei gar nicht wirklich Vorwürfe. Das Einzige, was mich wirklich verletzt, ist dieses Ignieren meiner Nachrichten, weil mich das emotional komplett auffrisst. Ich kann seitdem kaum arbeiten und hänge nur noch in einer Trauer- und Gedankenspirale fest.
Seitdem versuche ich eigentlich nur noch, mich irgendwie abzulenken, aber nachhaltig hilft das natürlich auch nicht.
Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben, das hier zu lesen. Und noch mehr danke für jede Sichtweise, jeden Gedanken oder jeden Rat.
TldR:
Offene Beziehung über ein Jahr lang eigentlich sehr glücklich, aber unser Sexualleben und meine Unsicherheiten wurden immer mehr zum Problem. Sie braucht einen dominanteren Partner, ich habe mich zunehmend gezwungen und irgendwann sind wir daran zerbrochen. Jetzt versuchen wir freundschaftlich weiterzumachen, aber ich komme emotional überhaupt nicht damit klar und habe das Gefühl, sie komplett zu verlieren.