Identitätspolitik rund um LGBTQ trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei.
Bevor jetzt alle direkt loslegen: Jeder Mensch soll so leben dürfen, wie er oder sie möchte. Mir ist völlig egal, ob sich jemand als Mann, Frau, non-binär oder anders identifiziert. Solange niemand anderem geschadet wird, soll jeder sein Leben nach seinen Vorstellungen führen.
Was ich allerdings problematisch finde, ist, dass heutzutage häufig erwartet wird, dass jeder diese Sichtweise übernehmen und öffentlich bestätigen muss. Für mich bedeutet Toleranz nicht, dass alle dieselbe Meinung haben müssen. Toleranz heißt für mich, unterschiedliche Ansichten auszuhalten.
Ich habe außerdem den Eindruck, dass oft Toleranz eingefordert wird, Menschen mit einer anderen Meinung aber selbst schnell als intolerant abgestempelt werden. Das empfinde ich als widersprüchlich.
Ich unterscheide zwischen biologischem Geschlecht und der persönlichen Geschlechtsidentität. Wenn jemand sagt, er identifiziert sich anders als sein biologisches Geschlecht, ist das seine persönliche Entscheidung. Gleichzeitig finde ich, dass es legitim sein muss, diese Unterscheidung zu benennen, ohne sofort als menschenfeindlich bezeichnet zu werden.
Gewalt, Beleidigungen oder Diskriminierung gegen LGBTQ-Menschen lehne ich selbstverständlich ab. Dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität angegriffen werden, ist inakzeptabel.
Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann, ist der zunehmende Fokus auf getrennte Angebote und Identitäten. Wenn das Ziel Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe ist, frage ich mich, warum es immer mehr Bereiche gibt, die ausdrücklich nur für bestimmte Gruppen gedacht sind – beispielsweise spezielle queere Veranstaltungen oder Reisen. Für mich wirkt das eher trennend als verbindend.
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Menschen als Individuen betrachtet werden und nicht in erster Linie über ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe definiert werden.