Beste Freundin - auseinanderleben
Hey ihr, Ich habe seit über zwölf Jahren eine beste Freundin. Und ich meine damit nicht diese Freundschaft, bei der man sich jeden Tag sieht oder ständig aufeinanderhängt. Aber wir waren trotzdem immer ein wichtiger Teil im Leben der anderen.
Früher haben wir uns definitiv öfter gesehen. In den letzten Jahren wurde das durch Arbeit, Alltag und das eigene Leben einfach weniger. Alleine treffen wir uns vielleicht nur noch alle zwei oder drei Monate, auch wenn man sich in Gruppen zwischendurch schon häufiger sieht.
Trotzdem habe ich schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass sich etwas zwischen uns verändert hat.
Irgendwie sind unsere Treffen oft komisch angespannt. Und ich kann gar nicht genau erklären, warum. Eigentlich sollte man sich ja freuen, seine beste Freundin zu sehen, aber ich merke oft schon vorher, dass ich innerlich total angespannt bin. Die Gespräche fühlen sich nicht mehr leicht an. Es gibt keinen richtigen Flow mehr und ich habe oft das Gefühl, dass ich jedes Thema irgendwie ziehen muss, damit überhaupt ein Gespräch entsteht.
Von ihrer Seite kommt irgendwie auch nicht mehr so viel, obwohl sie eigentlich total die selbstbewusste offene Person ist.
Wir sitzen dann zusammen, trinken was und updaten uns gegenseitig über unser Leben — aber irgendwie entstehen keine echten Momente mehr. Ich habe auch das Gefühl, dass wir generell kaum noch miteinander lachen.
Und jedes Mal gehe ich nach Hause und fühle mich danach eher komisch als glücklich.
Vielleicht lebt man sich nach so vielen Jahren einfach auseinander. Habt ihr schonmal sowas erlebt?