Trade Off: Ausbildung bei DBinfra GO oder Stelle in der Buchhaltung
Meine Situation: bin 30 Jahre alt, habe zu Corona Zeiten Studium abgebrochen und eine Ausbildung in der Verwaltung gemacht, da ich zu dem Zeitpunkt der Meinung war, dass es das Sicherste ist was ich machen kann und dass es Zukunft hat. Habe die Arbeit in Verwaltungsstrukturen nie wirklich gemocht aber mich damit arrangiert.
Jetzt bin ich eine Weile arbeitslos gewesen, weil mich meine letzte Stelle (Assistenz/Sekretariat) sehr angepisst hat. Hat alles eine Weile gedauert, Jobmarkt ist ja nun auch derzeit nicht so rosig.
Nun habe ich gestern ein Angebot bekommen, in der Kreditorenbuchhaltung der Stadt zu arbeiten (TVöD 6, 35 Stunden, unbefristet) - habe mich aber in den letzten Wochen auch mehr und mehr damit abgefunden, dass ich zum einen nicht wirklich Lust habe, die nächsten 40 Jahre in einem Büro zu vergammeln und zum anderen Bereiche wie Kreditorenbuchhaltung sehr wahrscheinlich in den nächsten Jahren weitestgehend automatisiert werden, wenn nicht sogar komplett von KI geschluckt.
Habe morgen ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung bei der DB InfraGO zum Zugverkehrsteuerer mit direkt anschließender Weiterbildung zum Techniker im Eisenbahnbetrieb. Bin mir darüber bewusst, dass es mit 30 ganz schön hart ist nochmal eine 4 Jahre dauernde Ausbildung zu machen und dass es teilweise sehr anstrengend und anspruchsvoll sein wird, zumal mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmal Schichtbetrieb auf mich zukommt. Denke aber, dass es Jobs in dieser Richtung immer brauchen wird und vor allem die Weiterbildung zum Techniker viele Möglichkeiten eröffnet.
Meine Angst ist, dass ich eine fatale Entscheidung in beide Richtungen treffen könnte - einen unbefristeten TVöD-Job ausschlagen und gegen eine undankbare Ausbildung tauschen, bei der ich auf dem Stellwerk verheizt werde und dann für immer in DB-Strukturen festsitze oder ich den vermeintlich sicheren Verwaltungsjob nach einer Zeit wieder hasse und mir wünsche, ich hätte doch die Zeit investiert und nochmal eine komplett andere Ausbildung gemacht. Vom Stellenabbau in der Verwaltung ganz zu schweigen.
Meinungen dazu oder vllt. Erfahrungen mit ähnlichen Situationen? Vielen lieben Dank im Voraus : )