u/DasMondKind

Der steinige Weg der Besserung. Erwarte ich von der Familie zu viel?

Hallo zusammen,

mein Weg der Besserung begann 2023 mit einer Diagnose. Seitdem habe ich einiges durch: verschiedene Therapieansätze, eine Reha, die Tagesklinik und im Laufe der Zeit noch ein paar weitere Diagnosen.

Schon länger steht der Plan im Raum, endlich meine komplette Wohnung zu renovieren: alte Möbel raus, streichen, neue Möbel rein einfach, um mich zu Hause endlich wieder richtig wohlzufühlen. So ein Projekt ist nach dieser Zeit ein riesiger Schritt für mich.

Aber genau da stellt sich die Frage: Wer begleitet einen auf diesem Weg? Man hofft ja eigentlich, dass zumindest die engste Familie, besonders die Geschwister, als Begleiter da sind.

Ich hatte vorab bei meinem großen Bruder vorgefühlt und gefragt, ob er mir Ende des Jahres beim Streichen helfen könnte. Am Telefon hieß es noch spontan: "Ja, kein Problem!"

Jetzt steht der genaue Zeitraum fest. Doch statt einer einfachen Zusage gibt es wieder nur eine passiv-aggressive Diskussion, weil er sich scheinbar nicht mehr an sein Wort halten möchte. Mir hat das komplett die Lust raubend genommen.

Ich habe einfach keine Kraft mehr für solche Machtspielchen und Werweidungen.

Mein kleiner Bruder hilft mir zum Glück mit seinen handwerklichen Kenntnissen (besonders bei den Sanitäranlagen/Wasserhahn wechsel), wofür ich extrem dankbar bin. Aber das Verhalten meines großen Bruders tut einfach weh.

Ich habe für mich beschlossen, ihn gar nicht mehr zu fragen. Aber enttäuscht bin ich trotzdem. Sollte man nicht eigentlich davon ausgehen können, dass ein großer Bruder seiner kleinen Schwester mal an einem Wochenende hilft, erst recht, wenn man weiß, wie schwer die letzten Jahre waren? Oder erwarte ich da schlichtweg zu viel von der Familie?

Wie geht ihr mit solchen Enttäuschungen im engsten Kreis um, wenn man eigentlich Unterstützung bräuchte?

Weil ich sehe es nämlich so es ist immer ein geben und nehmen so wie ich jetzt gerade in dem Moment Hilfe erwarte helfe ich wenn die andere Person Hilfe benötigt.

Mit freundlichen Grüßen DasMondkind 🫶🫂

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u/DasMondKind — 5 days ago

Hier ist ein rat gefragt 😊😶‍🌫️

Hey zusammen 🫥,

gibt es hier jemanden, der oder die die Ausbildung zur Ergotherapeutin / zum Ergotherapeuten gemacht hat?

Ich zweifle gerade ein wenig an mir und würde mich riesig über Erfahrungen freuen:

Hat jemand von euch die Ausbildung trotz Depressionen, ADHS, Autismus oder LRS absolviert? Fremdsprachen liegen mir leider auch gar nicht mein Englisch ist eine Katastrophe.

Meine Stärken sind dafür: Ich bastle gerne, bin kreativ, offen und empathisch auch wenn ich mich manchmal etwas grobmotorisch anstelle.

Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen, egal ob als Kommentar oder per privater Nachricht!

Mit freundlichen Grüßen DasMondkind 🫶🫂

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u/DasMondKind — 1 month ago

Die Maske 🎭

Die Maske passt seit Jahren und ist nun tonnenschwer. Nur sieht sie kaum jemand.

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Wahrscheinlich nur die, die auch so eine Maske tragen oder mal hinter die Maske geguckt haben.

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Und kaum jemand nimmt sich die Zeit, die zweite Person kennenzulernen viele kennen nur die Person, die sie vorgibt zu sein.

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Aber die verletzliche Person im Inneren sehen kaum welche, obwohl die Person es sich sehnlichst wünscht, dass man die verletzte, sensible Seite doch auch mal sieht.

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Ich nenne es gerne meine zwei Ichs: mein Draußen-Ich und mein Drin-Ich. Und die, die hinter meine Maske geblickt haben, kann ich an einer Hand abzählen.

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Und es ist harte Arbeit, die Maske abzulegen.

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DasMondKind 🫂🫶

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Das Thema Beschäftigt mich schon ein paar Tage vllt ja noch jemanden.

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u/DasMondKind — 4 months ago

Hey zusammen,

ich muss mir etwas von der Seele schreiben.

Vielleicht kennen das einige von euch, die auch mit Depressionen und ADHS kämpfen.

Ich bin ein extrem kreativer Mensch. In meinem Kopf ist es nie still; da ist Platz für unzählige Geschichten, Ideen und Welten. Ich schreibe Kindergeschichten und Kinder Kurzgeschichten. Für mich ist es völlig normal, an drei Projekten gleichzeitig zu arbeiten oder auch zu lesen. Wenn ich bei meiner großen Kindergeschichte eine Blockade habe (die leider schon länger anhält), schreibe ich an einer Kurzgeschichte weiter. Das ist mein Motor. Wenn ich bei einem Projekt stoppe, arbeite ich an einem anderen. So bleibe ich trotz Depression und ADHS dran.

Im April habe ich es endlich geschafft: Trotz meiner Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) habe ich eine Kurzgeschichte für Kinder komplett fertiggestellt.

Diese Rechtschreibbearbeitung war der pure Horror für mich. Ich hatte jemanden zur Hilfe, der aber ganz anders arbeitet als ich. Statt Fehler direkt im Text anzupassen, wurden sie rauskopiert nach dem Motto: „Such den Fehler und änder ihn selbst.“ Aber Dinge wie „Suchen und Ersetzen“ am Tablet oder Handy sind für mein Gehirn einfach zu hoch, das kapiere ich nicht(Str + F kenn ich und nutzt ich am PC gerne). Dass ich mich da trotzdem durchgebissen habe, war eine krasse Leistung gegen meine eigenen Selbstzweifel. Denn wegen der LRS halte ich mich oft für nicht gut genug dass ich überhaupt schreibe, ist jedes Mal ein riesiger Kampf.

Und was kommt von der Familie?

Meine Mutter sagte vor einer Weile eiskalt: „Ich glaube nicht, dass du deine Geschichten jemals zu Ende bringst.“ Heute hatte ich ein Telefonat mit meinem kleinen Bruder. Ich erzählte stolz, dass die Geschichte fertig ist und das ein fetter Mittelfinger Richtung Mama war. Er meinte nur: „Na ja, du hast ja auch auf einmal so viele Geschichten angefangen und daher hatten wir das Gefühl dass du diese Geschichten nicht beenden wirst.“

Drei Geschichten! Drei! Und zwei Texte für einen Bekannten. Für einen kreativen ADHS-Kopf ist das nichts. wenn man bedenkt dass ich so gut wie in jeden Augenblick irgendeine Geschichte im Kopf habe und egal ob das dann eine Geschichte ist die ich aufschreibe oder eine Geschichte die in meinem Kopf bleibt.

Durch das Telefonat wurde mir klar: In meiner Familie existieren drei Strukturen. Ein Teil denkt geradlinig (A-B-C). Mein Bruder denkt aktiv-chaotisch (sein ADHS wurde schon als Kind erkannt, er hat den Bewegungsdrang). Und ich denke kreativ-chaotisch(bei mir erst dieses Jahr bekannt).

Sie sehen mich einfach nicht. Sie verstehen nicht, dass mein ADHS eine laute, sprudelnde Fantasie im Kopf ist.

Niemand von meiner Familie fragt mich: „Wie oft hast du heute an deine Charaktere gedacht?“ oder „Wie geht es deiner Welt?“. Sie bewerten mich nur nach ihrem Maßstab von „Leistung“ oder „ Strategien“. Sie ignorieren völlig, wie hart ich gegen Blockaden, Depressionen und die riesigen Selbstzweifel wegen der LRS kämpfe.

Ich fühle mich wie eine Fremde in der eigenen Familie(und das nicht nur in dem Bereich). Sie tun meine Art zu denken als Schwäche ab, statt die Stärke darin zu sehen. Mein fertiges Werk vom April war mein stiller Mittelfinger an ihre Zweifel. Aber dass ich mir diesen Respekt erst so hart erkämpfen muss, macht mich einfach nur traurig.

Kennt ihr das auch? Dass eure Familie eine völlig falsche Version von euch im Kopf hat und euch die größte Leidenschaft abspricht, nur weil ihr anders funktioniert als sie?

Danke fürs zuhören DasMondKind 🫶🫂

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u/DasMondKind — 6 months ago

Hallo Leute, ich habe online eine Liste gefunden was man alleine gemacht haben sollte. Sind 18 Punkte, wo ich mir dann mal angeguckt habe was habe ich denn davon schon alleine gemacht und was könnte man dann noch alleine von dieser Liste ausmachen. Bin dann auf die Idee gekommen, zu versuchen, einmal die Woche ein Date mit mir alleine zu machen.

Das brachte mich auf folgende Frage:

Was ist eine Sache die ihr alleine gerne mal machen wollen würdet?

Und hier mal zu Inspiration die Liste die ich da gefunden habe:

​Alleine verreisen

​Alleine essen gehen

​Alleine auf ein Event gehen

​Wandern gehen

​Alleine ins Kino gehen

​Deine Gedanken aufschreiben

​Meditieren

​Einen Sonnenaufgang anschauen

​Einen langen Spaziergang in der Natur

​Ein neues Hobby ausprobieren

​Ein Buch im Park lesen

​Ein Museum besuchen

​Einen Tag ohne Handy verbringen

​Einen Brief an dein zukünftiges Ich schreiben

​Deinen Traumtag planen und umsetzen

​Dir selbst ein besonderes Essen kochen

​Sterne beobachten

​Alleine trainieren

Mit freundlichen Grüßen DasMondkind 🥰🫂

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u/DasMondKind — 6 months ago