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42, intelligent, lebenshungrig – und trotzdem habe ich das Gefühl, mein Leben vergeigt zu haben.

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Ich bin 42 Jahre alt und habe gerade das Gefühl, in einem miesen kleinen Kackleben festzustecken, aus dem ich einfach nicht herauskomme.

Ich lese hier immer wieder Beiträge von Menschen Anfang 20, die glauben, ihr Leben sei bereits vorbei, weil sie noch nichts erreicht haben, keine Beziehung hatten oder nicht wissen, wohin mit sich.

Und dann sitze ich hier, mehr als doppelt so alt, und denke: Scheiße. Genauso fühle ich mich gerade auch.

Dabei bin ich weder dumm noch antriebslos. Ganz im Gegenteil. Ich habe einen hohen IQ, bin vermutlich hochbegabt, hochsensibel, habe ADHS, das erst sehr spät diagnostiziert wurde, und einen Kopf, der praktisch niemals stillsteht.

Ich kann unglaublich viel denken, fühlen, analysieren, verstehen. Ich bin neugierig, kreativ, sprachlich begabt, habe viele Interessen und eine geradezu absurde Lebenslust.

Und trotzdem habe ich das Gefühl, aus all diesen Voraussetzungen erschreckend wenig gemacht zu haben.

Mein Bildungsweg ist ein Flickenteppich. Nicht, weil ich zu faul oder zu blöd gewesen wäre, sondern weil ich immer wieder krank geworden bin. Ich habe jahrzehntelang unter schwerster Migräne gelitten. Wenn ich alle Tage zusammenrechne, die ich deswegen mit Schmerzen und Medikamenten im Bett verbracht habe, komme ich auf ungefähr vier Jahre.

Vier Jahre meines Lebens, die ich nicht leben konnte.

Mein Vater ist elendig gestorben. Die Kommentare meiner Familie über meinen Körper haben mich schon früh in eine Essstörung getrieben. Meine Psychiaterin vermutet, dass meine neurobiologischen Voraussetzungen von Anfang an ungünstig gewesen sein könnten.

Und trotzdem habe ich mich immer wieder aufgerappelt.

Ich arbeite seit Jahren mit Menschen mit Behinderungen, habe zusätzliche Qualifikationen erworben, bilde mich weiter, übernehme Verantwortung und versuche, mein Leben irgendwie sinnvoll zu gestalten.

Aber auf dem Arbeitsmarkt zählt am Ende häufig nicht, was ich tatsächlich kann, sondern welcher Abschluss auf einem Stück Papier steht.

Ich weiß, dass ich mehr könnte. Sehr viel mehr sogar. Und ich weiß gleichzeitig nicht, wie ich aus dieser verdammten Sackgasse herauskommen soll.

Und dann ist da diese unglaubliche Einsamkeit.

Ich habe mich mein ganzes Leben lang irgendwie anders gefühlt. Ich ecke an. Ich passe selten wirklich irgendwo hinein. Ich kann mitten unter Menschen sitzen und mich vollkommen allein fühlen.

Was mir fehlt, ist Resonanz. Dieses Gefühl, dass jemand nicht nur meine Worte hört, sondern wirklich versteht, was dahinterliegt. Dass ich mich nicht ständig erklären, übersetzen oder kleiner machen muss.

Und die Liebe? Die ist ein Kapitel für sich.

Ich glaube, ich habe mir über viele Jahre ganz bewusst Partner gesucht, die mir emotional oder intellektuell nicht wirklich gewachsen waren. Nicht aus Überheblichkeit, sondern aus Angst. Wenn ich mich nicht vollständig auf jemanden einlasse, kann mich sein Verlust auch nicht vollständig zerstören.

Eine ziemlich beschissene Schutzstrategie, wie ich inzwischen finde.

Denn damit habe ich mir selbst genau das vorenthalten, wonach ich mich am meisten sehne.

Und wenn ich mich doch einmal wirklich verliebt und geöffnet habe, bin ich damit teilweise so schmerzhaft gescheitert, dass es beinahe traumatische Spuren hinterlassen hat.

Jetzt bin ich 42. Seit Jahren allein. Und wünsche mir immer noch eine große, tiefe, leidenschaftliche und zugleich friedliche Liebe.

Und ich kann diese gut gemeinten Ratschläge nicht mehr hören.

„Man braucht doch keinen Partner, um glücklich zu sein.“

„Vielleicht findest du eben nie jemanden.“

„Du musst lernen, das zu akzeptieren.“

Ach ja. Radikale Akzeptanz. Der Schlüssel zum Glück.

Dass ich nicht lache.

Ich weiß, dass ich allein leben kann. Ich tue es schließlich seit Jahren. Ich weiß, dass ich eigenständig bin. Ich weiß, dass ich keinen Mann brauche, der mich rettet.

Aber ich möchte lieben. Und ich möchte geliebt werden.

Warum soll ich mir diesen Wunsch ausreden lassen, nur weil er sich bisher nicht erfüllt hat?

Das Bitterste an der ganzen Geschichte ist vielleicht, dass ich eigentlich ein unglaublich lebenslustiger Mensch bin.

Ich liebe Musik, Kunst, Natur, Schönheit, Erotik, Humor, tiefgründige Gespräche und diese seltenen Momente, in denen sich das Leben plötzlich vollkommen richtig anfühlt.

Ich kann mich an einem Lichtstrahl zwischen Bäumen berauschen. An einem Lied. An einer Berührung. An einem einzigen Satz, der mich mitten ins Herz trifft.

Ich habe einen beinahe unverschämten Hunger auf das Leben.

Und gleichzeitig kenne ich suizidale Gedanken schon seit meiner Kindheit. Diese beiden Extreme begleiten mich seit Jahrzehnten. Ein Teil von mir liebt das Leben leidenschaftlich, ein anderer verzweifelt immer wieder daran. Ich habe gelernt, mit diesem Widerspruch zu leben, aber er kostet Kraft.

Sehr viel Kraft.

Und langsam merke ich, wie ich härter werde. Bitterer. Verhärmter.

Ich sehe es manchmal sogar auf meinen eigenen Fotos.

Ich fühle mich alt. Erschöpft. Krank. Und zunehmend um die Möglichkeiten betrogen, die ich einmal hatte oder zumindest zu haben glaubte.

Dabei weiß ich durchaus, wie privilegiert ich in vielerlei Hinsicht bin. Ich habe ein Dach über dem Kopf, kann arbeiten, kann denken, kann fühlen, kann mein Leben in weiten Teilen selbst gestalten. Ich kenne durch meine Arbeit Menschen, denen vieles davon verwehrt bleibt.

Ich bin nicht undankbar.

Aber Dankbarkeit macht unerfüllte Sehnsucht nicht ungeschehen.

Und das Wissen darum, dass andere Menschen noch schwerer zu tragen haben, macht die eigene Last nicht leichter.

Ich weiß, dass ich morgen wieder aufstehen werde. Dass ich mich weiter um mein Kind kümmern, arbeiten, lernen, fotografieren, Musik hören und Pläne schmieden werde.

Das habe ich immer getan.

Aber ich möchte nicht mein ganzes Leben damit verbringen, mich immer wieder aus irgendwelchen Trümmern herauszuarbeiten.

Ich möchte irgendwann auch einmal ankommen.

Ich möchte mich nicht mehr ständig beweisen müssen. Nicht mehr kämpfen müssen, um gesehen zu werden. Nicht mehr das Gefühl haben, dass mein eigentliches Leben irgendwo hinter einer verschlossenen Tür stattfindet.

Und ich möchte nicht eines Tages feststellen, dass ich vor lauter Überleben vergessen habe zu leben.

Vielleicht gibt es hier Menschen jenseits der 40, die dieses Gefühl kennen.

Dieses schmerzhafte Nebeneinander von enormer Lebenslust und tiefer Lebensmüdigkeit. Von großen Fähigkeiten und einem Lebenslauf, der ihnen nicht gerecht wird. Von Selbstständigkeit und einer Einsamkeit, die sich durch nichts so richtig vertreiben lässt.

Ich suche keine Durchhalteparolen und auch keine Anleitung zur radikalen Akzeptanz.

Mich würde einfach interessieren, ob jemand dieses Gefühl kennt, so viel Leben in sich zu haben und gleichzeitig das Gefühl, dass einem dieses Leben immer wieder durch die Finger rinnt.

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u/Ecstatic_Concern6548 — 4 days ago

Wie wirds weiter gehen?

Ich (M45) komme sehr bald an einen Punkt, über den ich in den letzten gut zwei Jahren intensiv gegrübelt habe, aber ich finde keinen passenden Weg für mich...

Vor rund acht Jahren hatte ich auf meiner Arbeit, nach langem Stress und vielem mehr, einen Nervenzusammenbruch. Ich war mehrere Monate au, es folgte eine psychosomatische Reha, ich kehrte an meinen Arbeitsplatz zurück und knapp ein Jahr später, bekam ich endlich auch einen leidensgerechten Arbeitsplatz in meiner Firma. Eigentlich lief es beruflich ok.

Ich hatte zugleich auch eine ambulante Psychotherapie laufen. Seit nun gut drei Jahren aber nicht mehr und eine neuen Therapie steht derzeit nicht an; aus den üblichen Gründen: keine freinen Plätze, etc. Allerdings wäre dies sehr dringend nötig.

Privat bin ich seit über 18 Jahren, auch "dank" meiner sozialen Phobie, völlig isoliert. Keine Verwandten, Freunde oder Bekannte. Niemand würde mich vermissen, verschwinde ich plötzlich, oder es überhaupt merken. Diese Einsamkeit frisst mich auf. Die Hoffnung auf eigene Familie mit Frau, Kinder, Haus, etc. habe ich inzwischen begraben. Ich werde eines Tages alleine sterben.

Nun ist es so, dass mein AG mich 2023 von meinem leidensgerechten Arbeitsplatz, entgegen der BEM-Vereinbarung, wieder auf meine alte Stelle setzte. Das ging eine Weile lang gut. Schließlich aber, hatte ich wieder einen mentalen Zusammenbruch und bin nun seit über zwei Jahren au.

Mein AG versuchte mich auch zu entlassen, aber das Inklusionsamt (bin schwerbehindert, wegen Depressionen, ADHS und MS) verweigerte die Zustimmung.

In den letzten zwei Jahren war ich nun in einer Tagesklinik, auch stationär in einer psychosomatischen Akutklinik und kürzlich in psychosomatischer Reha. Geht es mir nun besser? Nicht wirklich. Bin ich arbeitsfähig? Ja.

Daher steht nun meine Rückkehr in die Arbeitswelt an. Eine Wiedereingliederung ist angesetzt und danach muss man sehen wie es weitergehen wird.

Mein Problem:

Ich weiß nicht was ich will:

Möchte ich zurück in meinen alten Job? Nein.

Möchte ich zurück zu meinem alten AG? Nein.

Möchte ich meinen Job bei einem anderen AG machen? Nein.

Möchte ich einen anderen Job machen? Nein.

Möchte ich weiter zu Hause rumgammeln und nichts tun? Nein.

Kann ich es mir leisten weiterhin nichts zu tun? Nein.

Ich weiß nur ganz genau, was ich alles NICHT will, habe aber keinen Plan, kein Ziel, keine Ambition, keinen Glauben, keine Hoffnung, dass es gut werden könnte, oder meine Bemühungen sich lohnen.

Also stehe, ich nun da. Gehe sehr bald zu einem AG zurück, der mich nicht wiederhaben will, mich aber nehmen muss. Habe ich Angst vor Mobbing/Bossing? Ja, sicher.

Ich habe aber keine Energie mir etwas anderes zu suchen oder überhaupt eine Idee, was ich mit mir anfangen soll.

Bleibt noch die "letzte Ausfahrt". Aber dafür bin ich, warum auch immer, noch nicht bereit.

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u/DonSebastiano271 — 4 days ago

Das Leben ist so unendlich traurig all der Krieg und die Gewalt überall...was tut ihr gegen diese Traurigkeit....ich könnt den ganzen Tag nur heulen.

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u/Berlinsagt — 4 days ago

Der steinige Weg der Besserung. Erwarte ich von der Familie zu viel?

Hallo zusammen,

mein Weg der Besserung begann 2023 mit einer Diagnose. Seitdem habe ich einiges durch: verschiedene Therapieansätze, eine Reha, die Tagesklinik und im Laufe der Zeit noch ein paar weitere Diagnosen.

Schon länger steht der Plan im Raum, endlich meine komplette Wohnung zu renovieren: alte Möbel raus, streichen, neue Möbel rein einfach, um mich zu Hause endlich wieder richtig wohlzufühlen. So ein Projekt ist nach dieser Zeit ein riesiger Schritt für mich.

Aber genau da stellt sich die Frage: Wer begleitet einen auf diesem Weg? Man hofft ja eigentlich, dass zumindest die engste Familie, besonders die Geschwister, als Begleiter da sind.

Ich hatte vorab bei meinem großen Bruder vorgefühlt und gefragt, ob er mir Ende des Jahres beim Streichen helfen könnte. Am Telefon hieß es noch spontan: "Ja, kein Problem!"

Jetzt steht der genaue Zeitraum fest. Doch statt einer einfachen Zusage gibt es wieder nur eine passiv-aggressive Diskussion, weil er sich scheinbar nicht mehr an sein Wort halten möchte. Mir hat das komplett die Lust raubend genommen.

Ich habe einfach keine Kraft mehr für solche Machtspielchen und Werweidungen.

Mein kleiner Bruder hilft mir zum Glück mit seinen handwerklichen Kenntnissen (besonders bei den Sanitäranlagen/Wasserhahn wechsel), wofür ich extrem dankbar bin. Aber das Verhalten meines großen Bruders tut einfach weh.

Ich habe für mich beschlossen, ihn gar nicht mehr zu fragen. Aber enttäuscht bin ich trotzdem. Sollte man nicht eigentlich davon ausgehen können, dass ein großer Bruder seiner kleinen Schwester mal an einem Wochenende hilft, erst recht, wenn man weiß, wie schwer die letzten Jahre waren? Oder erwarte ich da schlichtweg zu viel von der Familie?

Wie geht ihr mit solchen Enttäuschungen im engsten Kreis um, wenn man eigentlich Unterstützung bräuchte?

Weil ich sehe es nämlich so es ist immer ein geben und nehmen so wie ich jetzt gerade in dem Moment Hilfe erwarte helfe ich wenn die andere Person Hilfe benötigt.

Mit freundlichen Grüßen DasMondkind 🫶🫂

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u/DasMondKind — 4 days ago
▲ 41 r/depression_de+1 crossposts

Ich (w38) hatte einen kompletten Zusammenbruch bei meinen Eltern und ihre Reaktion zeigt, wie egal ich ihnen bin. Dazu schreibt mir mein Ex betrunken. Ich bin völlig fertig.

Text mit KI strukturiert.

Ich sitze gerade auf meinem Balkon und fühle mich, als hätte eine Atombombe mein Leben in Schutt und Asche gelegt. Ich muss mir das einfach von der Seele schreiben, weil ich mich extrem isoliert und hilflos fühle.

Ein wenig Kontext: Ich bin 38, Single, wurde vor 12 Tagen verlassen. Bin in Therapie aber gerade in einer schweren Episode.

Mein ganzes Erwachsenenleben lang war ich die „Starke“ für meine Eltern. Ich habe alles für sie gemacht – Papierkram geregelt, verhandelt, harte körperliche Arbeit (Holz machen, Haus ausmisten) und ständig die Therapeutin und Vermittlerin in ihrer toxischen, passiv-aggressiven Ehe gespielt. Sie beschweren sich ständig hinter dem Rücken des anderen bei mir, sodass ich jeden Abend ihren emotionalen Müll mit ins Bett nehme.

Gestern war ich bei ihnen. Ich war ohnehin schon emotional völlig erschöpft. Kaum angekommen, ging direkt wieder die übliche passiv-aggressive Zickerei zwischen den beiden los. Sie haben ein Dach über dem Kopf und einander, aber sie wissen einfach nie zu schätzen, was sie haben. Dann hat mein Vater wieder einen beiläufigen Ausländer-Spruch gemacht und ich bin erst mal rauchen gegangen. Ich hatte einfach nicht mehr die Kraft, wieder die starke Tochter zu spielen.

Plötzlich platzt meine Mutter völlig panisch herein und sagt, der Vermieter stünde vor der Tür.

Mein Vater und ich waren verwirrt und fragten, was er denn wolle oder ob er geklingelt habe.

Meine Mutter geriet komplett in Panik und schrie: „JA! Hat er. Aber ICH gehe da nicht hin!!!!“

Mein Vater guckte mich an, ich habe nicht reagiert, also stand er auf, keifte irgendwas und ging raus. Meine Mutter blieb bei mir sitzen.

In genau diesem Moment ist in mir etwas kaputt gegangen. Mir wurde klar: Ich kann das nicht mehr. Ich habe ALLES gegeben, um euer Leben auf der Reihe zu halten, und ich habe absolut keine Kraft mehr.

Ich musste einfach nur noch heulen. Meine Mutter hat überhaupt nicht kapiert warum und fragte bloß, ob sie oder mein Vater was Falsches gesagt hätten. Sie raffen es einfach nicht. Ich bin dann in die Werkstatt meines Vaters verkrochen, um in Ruhe zu heulen, und habe meiner Mutter nur gesagt: „Ich kann das alles nicht mehr. Nur Drama. Mit dem Haus, in der Ehe meines Bruders, in eurer Ehe. Ich kann nicht mehr.“

Später saßen dann beide vor mir wie bei einem Verhör und haben versucht, alles herunterzuspielen. Ich habe ihnen direkt gesagt, wie sehr mich ihr 24/7-Gezicke belastet, zusammen mit dem Stress wegen des Vermieters, dem Geld usw. Ihre Reaktion? „Das ist doch alles nicht ernst gemeint, das ist nicht so schlimm.“

Wir saßen noch 20 Minuten in der Küche, während sie erbärmlich versuchten, die Stimmung zu retten. Ich konnte die Tränen nicht mehr stoppen. Als ich schließlich sagte, dass ich nach Hause fahre, war der Top-Satz meiner Mutter: „Konnte ja keiner wissen, dass der Vermieter heute kommt.“

Sie haben den Kern überhaupt nicht begriffen. Gar nichts.

Ich bin heulend nach Hause gefahren, fühlte mich völlig am Ende und sah keinen Sinn mehr in irgendwas.

Als ich zu Hause ankam, fragte meine Mutter noch per Nachricht, ob ich heile angekommen bin. Als ich „ja“ antwortete, reagierte sie einfach nur mit einem einzigen 👍🏻-Emoji. Das war alles.

Und als wäre das nicht genug, schreibt mir gestern Abend aus dem Nichts mein Ex. Nach all dem Drama am Morgen habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, von ihm zu hören. Und dann erzählt er mir, dass er komplett betrunken ist und schon den ganzen Tag Bier trinkt. Das hat mich extrem hart getroffen, weil er vor einigen Jahren schwer mit Alkoholismus zu kämpfen hatte, aber schon lange trocken war. Ihn wieder rückfällig zu sehen und so eine verantwortungslose Nachricht zu bekommen, während ich mitten im Zusammenbruch steckte und Beruhigungstabletten nehmen musste, um überhaupt schlafen zu können – das war einfach der letzte Tropfen.

Ich bin völlig fertig, gebrochen und fühle mich extrem allein.

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u/Longjumping-Sock899 — 11 days ago

KI als Therapeut?

Ich habe bereits mehrere Therapien hinter mir und es war teilweise echt nicht zielführend. Kaum ein Therapeut hat meiner Erfahrung nach einen guten Blick für das große Ganze und kann Muster und Probleme identifizieren. Es ist ja auch brutal schwer. Schließlich ist es letzten Endes ein Fließbandjob, Patienten geben sich die Türklinken in die Hand und beten der Reihe nach ihre Biographien und Probleme runter.

Die wenigen Male, die ich Gemini einfach meine Gefühle ausgeschüttet habe, fand ich die Antworten gar nicht so unklug. Dazu ist die KI durchgehend und kostenlos verfügbar. Und das beste: Die Hemmschwelle ihr ALLES ungefiltert zu erzählen ist minimal. In nem Behandlungszimmer ist es immer wieder eine große Überwindung und es fällt schwer, keine geschönte Versionen von Erlebtem zu erzählen.

Hat jemand von euch Erfahrung mit KI-Therapie? Was für Chatbots benutzt ihr?

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u/TimelyPath2560 — 11 days ago

Kliniken Akut Empfehlungen

Hallo zusammen,

ich, m(29), habe eine Essstörung und Depressionen, die irgendwo zwischen mittelgradig und schwer rangieren.

Bei mir ging alles vor ein paar Monaten so richtig to shit. Ich mache seit etwa 1 1/2 Monaten Therapie (habe zum Glück nach drei Tagen einen Therapieplatz gefunden) und bin in ziemlich schlechter Stimmung. Ich nehme jetzt seit Kurzem Venlafaxin, und meine Ärzte sind wegen meines Essverhaltens zusehends besorgt.

Ehrlicherweise bin ich ziemlich funktional, also habe ich nicht das Gefühl, dass es so schlimm ist. Aber dann habe ich manchmal besorgniserregende Gedanken und bekomme von den brauchbaren Teilen meines Umfelds gespiegelt, dass es mir schon ganz schön beschissen geht.

Mir wurde daher von meinen Ärzten ein Klinikaufenthalt nahegelegt. Jetzt habe ich zwei konkrete Fragen:

  1. Kennt jemand brauchbare Kliniken im norddeutschen Raum und kann da etwas empfehlen?
  2. Wie ist es, mit fast 30 in eine Klinik zu gehen? Ich habe keine Lust, da mit Boomern rumzusitzen, bin aber auch irgendwie keiner der 18-Jährigen. Was macht man den ganzen Tag? Ich habe überhaupt keine Vorstellung davon. Mich stresst die Idee, dass in der Zwischenzeit das normale Leben weitergeht und ich raus bin. Ehrlicherweise stresst mich diese Vorstellung vor allem in Bezug auf meine Beziehung – und das nicht, weil meine Freundin untreu oder nicht vertrauenswürdig wäre, sondern weil mein scheiß Kopf nur Horrorszenarien abspielt und ich nicht glauben kann, dass mich wirklich jemand so sehr liebt, dass man für ein paar Monate auf mich warten würde…

Danke für die Antworten.

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u/No-Light5862 — 11 days ago