Nachwirkungen des Erstgesprächs Psychotherapeut
Hi,
ich war letzte Woche zum Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten. Diagnose: depressive Episode und generalisierte Angststörung.
Der Therapeut und auch mein Hausarzt waren sehr nett und ich bin wirklich froh darüber, dass ich den Schritt gemacht hatte. Allerdings ist mir im Nachhinein aufgefallen, dass mich alle immer als sehr "funktional" wahrnehmen und dadurch auch Suggestivfragen stellen.
"So schlimm ist es bei Ihnen ja noch nicht, oder?", "Eine schwere Kindheit hatten Sie nicht, oder?", "Suizidgedanken haben sie auch nicht, oder?"... Ne, passt schon.
Schon auf dem Heimweg bin ich ins Grübeln gekommen, ob das nicht auch genau mein größtes Problem ist: andere Menschen bestimmen bewusst oder unbewusst, wie es mir geht, wie ich mich fühle oder was ich mag. Alles, was nicht dazu passt, verdränge ich.
Auch die Frage danach, ob ich weniger Freude/Interesse an Themen habe, habe ich verneint. Nur um dann auf dem Weg nach Hause zu realisieren, dass ich eigentlich nichts habe, was mir wirklich Freude macht.
Ich frage mich jetzt ganz ehrlich, wie ich eigentlich überhaupt vernünftig die Psychotherapie machen soll, wenn ich eine völlig verschobene Wahrnehmung von meinem Leben habe? Ist das "normal" bei einer Depression?