u/Sad_Monk_2077

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M26, keine Ahnung wohin mit mir..

TW Psychische Erkrankungen, Suizid, traurige Existenz

(ist ein neuer Account, mein normaler wirkt so, als hätte ich tatsächlich ein Leben..)
[Für den Ratschlag-Sub offenbar zu negativ, also versuch ichs hier..]
Hallo zusammen,

ich weiß garnicht so recht, wo ich anfangen soll. Einfach mal schreiben und gucken, was bei rum kommt..

Also erstmal zu mir:
Ich bin 26, arbeitslos, ohne Berufsausbildung, psychisch schwankend zwischen deprimiert und stark suizidgefährdet.

Aufgewachsen bin ich bei meiner Mutter, mit der ich auch immer noch zusammen wohne. Finanziell waren wir soweit ich mich erinnern kann, immer auf staatliche Unterstützung angewiesen. Als ich noch zur Schule ging, hatte sie immer mal wieder einen Minijob, aber das reicht natürlich nicht, um allein über die Runden zu kommen..
Psychische Probleme und vor allem Suchterkrankungen sind in der Familie keine Seltenheit.
Meine Mutter ist seit 18 Jahren trocken, mein (Lieblings-)Onkel hat bis zum Leberversagen getrunken, ein Onkel den ich nie kennengelernt habe, hat sich umgebracht, mein Bruder hat es mehrfach versucht,… ich denke, man versteht worauf ich hinaus will..

Angefangen bei mir hat es so Ende 2012 oder Anfang 2013, dass ich mir gewünscht habe, nicht mehr da zu sein. Resultat von Mobbing durch 2 Mitschüler, sowohl in der Schule als auch auf dem Weg nachhause. Ich war (oder bin?) sehr introvertiert, stottere (damals mehr als heute, aber es gibt immer noch „schlechte“ Tage..) und alles andere als selbstbewusst (das kann ich mittlerweile ganz gut überspielen) – also ein ziemlich „gutes“ Opfer..
Sagen wir, meine Motivation zur Schule zu gehen, nahm in der Zeit rapide ab. Ich hab Fehlstunden gesammelt wie ein Weltmeister, die die ich davor noch Freunde nannte, wandten sich von mir ab.
Das Mobbing nahm dann zwar ab (auch weil ich mich einem Lehrer anvertraut habe), aber die Angst blieb für den Rest der Realschulzeit.
2015 dann der Abschluss, mit 2,3 nicht atemberaubend, aber ok.

Das war der letzte „Erfolg“.

Abiturversuch auf dem Gymnasium. Nach einem Jahr abgebrochen, weil ich nicht klar kam. Da wurden die Depressionen dann auch wieder richtig übel. In der Zeit hab ich dann auch mehr Zeit zuhause als in der Schule verbracht. Hab zu der Zeit ein paar Mal mit einem Schulsozialarbeiter geredet, der mir aber nicht helfen konnte, weil ich offenbar damals schon ziemlich festgefahren in meinen Gedanken war und mir irgendwann keinen Termin mehr gegeben hat.

Bis hier (Juli 2016), hatte ich zum Glück noch eine gute Freundin, man könnte schon fast sagen Schwester, die mich vom „völlig wahnsinnig werden“ abgehalten hat.
Hätte ich besser auch mal ihr zugehört..

Dann bin ich aufs Berufskolleg, um da das Fachabitur zu machen.
Es lief anfangs echt gut, ich fühlte mich zum ersten mal als Teil einer Klassengemeinschaft. Gute Freunde, plötzlich ein Einser-Zeugnis.
Die Freude hielt nicht lange, ich habs wieder nicht geschissen bekommen, auf Kurs zu bleiben und irgendwann hab ich wieder Fehlstunden gesammelt, als wären es Briefmarken..
In der Zeit hab ich immer mal wieder halbherzig versucht, diese Probleme mal anzugehen. Die Betonung liegt auf halbherzig..

Zu dem Zeitpunkt war ich sozial komplett isoliert. Außer meine Mutter gabs da wirklich niemanden mehr..
Weil es ja trotzdem irgendwie weitergehen musste, hab ich dann ne Ausbildung gesucht und sogar eine gefunden.
Ich hasse es, mich ständig zu wiederholen, deswegen: ihr könnt euch sicher denken, wie das ausgegangen ist..

Jetzt war ich tatsächlich mal bei einem Psychiater.
Nachdem der mir aber sagte, ich soll mich zusammen reißen und endlich ein Mann sein, war das auch schnell wieder vom Tisch.
Hat das meinen Glauben in therapeutische Erfolge erschüttert? Ich denke schon.

2021 bin ich dann in eine Berufsvorbereitungsmaßnahme der Agentur für Arbeit gekommen.
Hat zwar beruflich nichts gebracht, aber immerhin hab ich da mal wieder soziale Bindungen aufbauen können, die Stand heute, auch noch halten. Also 2. Aber mit denen hab ich schon mehr geteilt, als mit allen anderen davor, also zählen die mindestens doppelt..

Ja.. nun bin ich seit 2022 arbeitslos. Koste euch allen nur Geld und nehm Wohnraum weg..
Keine Ahnung, wohin mit mir..
Die einzige Konstante sind die immer wiederkehrenden, depressiven Episoden.
Wobei.. „gut“ gings mir schon ewig nicht mehr, eben einfach nur weniger schlecht.
Es schwankt einfach nur zwischen „ich hätte nichts dagegen, wenn mich ein Bus über den Haufen fährt“ und „Warum tust du es nicht endlich, du feiges Stück Scheiße?“.

Und so bestehen die meisten Tage aus vor dem PC hängen, am Handy hängen oder im Bett liegen und warten, dass der Tag vorbei ist.
Da schwankt dann auch das Nachgehen von „Hobbys“. Zocken oder Filme schauen geht nur in den ok-en Phasen, in den Tiefphasen schlaf ich praktisch den ganzen Tag oder verlass das Bett einfach nicht.
Die Anführungszeichen um „Hobbys“ sind deswegen da, weil es sich manchmal weniger wie spaßige Freizeitgestaltung, als eher zwanghafte Realitätsverweigerung in meinem eigenen, kleinen Gefängnis anfühlt.

Ne Zeit lang hab ich dann mal versucht, Alkohol als Lösung zu probieren. Hat überraschend gut funktioniert.. zu gut, also hab ich wieder aufgehört, bevor es problematisch (und zu teuer) wird..

So was wie einen Rhythmus oder Tagesablauf hab ich nicht..
Ich geh ins Bett, wenn ich müde bin, steh auf, wenn ich nicht mehr liegen kann..
Esse Fertiggerichte, hab ne zweifelhafte (Mund-)Hygiene und mein allgemeiner Gesundheitszustand ist wahrscheinlich „Für Mitte 50 ganz ok, für 26 eine reine Katastrophe.“

Das einzige, was ich gut kann, ist mich für ne gewisse Zeit (ein paar Stunden maximal) „normal“ zu verhalten.
Wo ich merke, dass ich eigentlich ganz witzig sein kann, wohl eine ganz positive Ausstrahlung haben könnte und so..
Aber das raubt extrem viel Energie, so dass ich mich danach meistens erstmal ne Woche wieder zurückziehe..

Zwischen all dem Mist hab ich dann aber natürlich trotzdem noch die Kapazität, mir über Einsamkeit und fehlende Romantik/Liebe Gedanken zu machen. So als wäre ein Partnerin das Allheilmittel..
Klar, ich wünsche mir das sehnlichst.. aber in meiner Verfassung kann man mich keinem empfindsamen Wesen zumuten..

Wow, das ist mehr Text, als ich wollte..
Tut mir leid, wer es bis hier hin geschafft hat..
Ich komm zum Ende..

Ich hab keine Ahnung, was ich machen soll.
Keine Ahnung, ob ich überhaupt irgendne Zukunft hab.
Keine Ahnung, ob sich die Scheiße überhaupt noch lohnt.

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u/Sad_Monk_2077 — 5 days ago