Abrupter Einrichtungswechsel nach Überlastung: Abschied wurde abgesagt, ich sitze auf meinem Frust, den Fragen der Kinder und den Abschiedsgeschenken.
Hallo Freunde der Sonne,
tatsächlich habe ich hier schon mal einen Rant/Vent gepostet weil ich in meiner alten KuJ Einrichtung leider durch fragwürdige Arbeitsbedingungen und schwierige Konflikte mit ehemaligen Vorgesetzen schon der Überlastung nahe war.
Nach einer besonders harten Schicht musste ich dann die Reißleine ziehen.
Krankschreibung, Kündigung, bumm. Ende.
Wollte die Sache noch irgendwie positiv beenden. Habe trotz meinen Ängsten vor der Konfrontation mit den Kolleg*innen um eine Möglichkeit gebeten mich noch angemessen von der Gruppe zu verabschieden.
Erst hieß es ja, dann ging es leider doch nicht, man würde sich melden wenn ein Termin fest steht, dann Funkstille.
Jetzt ist es schon Monate her. Arbeite mittlerweile in einer anderen Einrichtung, in einem anderen Bereich.
Neue Arbeitsstelle tut mir gut und trägt enorm dazu bei, dass ich mir nicht mehr an Allem was in der letzten Stelle passierte selbst die Schuld gebe. Kollegegial scheint das Arbeitsklima auch deutlich angenehmer zu sein, auch wenn es (wie überall) ein paar Punkte gibt die mich beschäftigen.
Wenigstens sind die psychosomatischen Bauchschmerzen endlich weg und ich kann wieder ein paar Stunden pro Nacht durchschlafen. Und ich traue mir endlich wieder zu als eine Fachkraft aufzutreten und zu arbeiten anstatt im Survival-Mode und Alleingang irgendwie meine Schichten zu überstehen.
Manchmal sieht man beim Einkaufen oder Eisessen oder Geld abheben mal ein bekanntes, freudiges Gesicht was einem förmlich um den Hals fällt vor Wiedersehensfreude, und dann bricht mir das Herz.
"Wieso bist du gegangen?"
"Warum kommst du nicht mal zu besuch?"
"War es wegen uns? War es wegen XYZ?"
"Macht dir die neue Arbeit mehr Spaß? Sind die Kinder netter?"
"Natürlich war es nicht wegen euch", sag ich dann immer, "ich würde gerne mal zu Besuch kommen und gegangen bin ich weil es mir gesundheitlich nicht gut ging und ich deshalb nicht mehr kommen konnte."
Zuhause steht noch eine Tüte mit Abschiedsgeschenken die ich nie austeilen durfte und einem Brief den ich nie vorlesen durfte, in dem ich mich für die gemeinsame Zeit, die gemeinsame Arbeit und die vielen schönen Momente bedanke.
Nicht nur ein Abschluss für die Kinder sondern vielleicht auch eine verpasste Chance trotz der Spannungen meine Wertschätzung für's Team auszudrücken.
Und manchmal steckt mir das alles im Hals, weil die Arbeit halt doch wirklich auf der Beziehungsebene unglaublich schön gewesen ist und ich die Kids so sehr ins Herz geschlossen hatte.
Aber Arbeit ist nunmal Arbeit und nur weil man die Kinder gern hat, kann man den Rest nicht für immer hinnehmen obwohl es einen in den Wahnsinn treibt.
Und dann liegst du am Freitagabend auf dem Sofa und denkst "vielleicht sollte ich doch mal anrufen und fragen ob ich wenigstens die Tüte vorbeibringen darf".
Als ob es irgendeinen Zweifel daran gibt das die Kolleg*innen einen halt einfach nicht mehr dort haben wollen und auch nicht den Trost-Schnickschnack und den Brief. Erst recht nicht nach Monate langer Funkstille und blockierter Handynummer.
Gut Kirschen essen ist nicht mehr nach der Flucht in die neue Einrichtung.
Wirklich einfach nur noch schade.
Da weiß man fast nicht wohin mit dem Frust, aber es wird mit der Zeit hoffentlich besser. :(