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Hat moderne Erziehung dazu geführt, dass Kinder weniger Grenzen kennen?

Ich frage mich in letzter Zeit immer häufiger, ob wir beim Thema Kindererziehung teilweise vom einen Extrem ins andere gerutscht sind.

Natürlich sind Kinder Kinder. Sie testen Grenzen, haben große Gefühle und können ihre Impulse noch nicht immer kontrollieren. Und natürlich gibt es Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Behinderungen oder Erkrankungen – davon möchte ich ausdrücklich nicht sprechen.

Mir geht es um altersgerecht entwickelte Kinder.

Was mir heutzutage immer häufiger auffällt: Unter Begriffen wie „Gentle Parenting“ oder „bedürfnisorientierte Erziehung“ wird teilweise eine Form der Erziehung verstanden bei der Kinder kaum noch klare Grenzen erfahren.

Ein Kind darf wütend sein selbstverständlich. Es darf traurig sein, frustriert sein und auch mal einen Wutanfall haben. Aber irgendwann muss doch zwischen Gefühl und Verhalten unterschieden werden.

Ein Kind darf wütend sein. Es darf aber nicht deshalb seine Eltern hauen, treten oder beißen.

Es darf frustriert sein. Es darf aber nicht andere Kinder schlagen, schubsen oder anspucken.

Und es darf überfordert sein. Aber wenn ein Kind Erzieher haut, bespuckt oder sogar mit Stühlen bzw. Gegenständen nach anderen Menschen wirft kann doch die Antwort nicht ausschließlich darin bestehen, das Gefühl des Kindes zu benennen.

„Du bist gerade sehr wütend.“

Aber danach muss meiner Meinung nach auch kommen:

„Ich verstehe, dass du wütend bist. Trotzdem darfst du niemanden schlagen.“

Und genau diese Grenze scheint mir teilweise zu fehlen.

Man kann ein Kind respektvoll behandeln, seine Gefühle ernst nehmen und trotzdem sehr deutlich sagen, welches Verhalten nicht akzeptabel ist. Das eine schließt das andere doch nicht aus.

Was ich ebenfalls interessant finde ist die zunehmende Übernahme von Dingen, die Kinder eigentlich selbst lernen können.

Vorschulkinder denen beim Anziehen geholfen wird, obwohl sie es selbst können. Vorschulkinder die noch getragen werden oder im Kinderwagen transportiert werden. Vorschulkinder denen beim Toilettengang noch der Hintern abgewischt wird, obwohl sie das lernen können.

Selbstständigkeit entsteht doch nicht dadurch, dass Erwachsene jede Schwierigkeit aus dem Weg räumen.

Ein Kind muss auch lernen:

„Probier es erst einmal selbst.“

„Du kannst das schon.“

„Ich helfe dir, wenn du wirklich nicht weiterkommst.“

„Du möchtest das nicht, aber manchmal müssen Dinge trotzdem gemacht werden.“

Das ist für mich nicht automatisch harte oder autoritäre Erziehung.

Vielleicht haben wir teilweise angefangen Grenzen mit Härte zu verwechseln und Konsequenz mit Lieblosigkeit.

Ein Kind ernst zu nehmen bedeutet für mich nämlich nicht ihm alles zu erlauben. Es bedeutet auch ihm etwas zuzutrauen.

Kinder müssen lernen mit Frustration umzugehen. Sie müssen lernen, dass andere Menschen ebenfalls Grenzen haben. Und sie müssen lernen, dass ihre Gefühle zwar vollkommen legitim sind, aber nicht jedes Verhalten rechtfertigen.

Vielleicht brauchen Kinder also nicht weniger Verständnis.

Vielleicht brauchen sie Verständnis UND klare Grenzen.

Mich würde wirklich interessieren wie andere Eltern, Erzieher und Menschen, die regelmäßig mit Kindern arbeiten das sehen.

Ist das tatsächlich eine Entwicklung durch moderne Erziehung – oder nehmen wir solche Situationen heute einfach anders wahr?

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u/LividTown9648 — 9 days ago

Autistisches Kind verweigert Schule

Mein Kind (14 Jahre) hat starke Probleme in der Schule. Es gab früher einen Mobbingfall bei diesen, aber hauptsächlich liegt es daran das es Autismus hat.

Früher viel es nicht so stark auf, weil es wirklich gut im Masking war, weshalb die Diagnose erst letztes Jahr kam, aber dafür war es eine Zeitlang auch Akut-Gefährdet. Mittlerweile geht es meinem Kind besser, soweit ich das beurteilen kann. Allerdings kommt nunmal das eine Problem auf: Schule.

Mein Kind geht Momentan in die 8. Klasse, nachdem es wegen zu vielen Fehlstunden sowohl auf die Realschule wechseln, als auch die 8. Klasse wiederholen musste. Aber auch dieses Jahr gibt es keinen wirklichen Fortschritt. Es geht zwar öfter, weil ich es mehr oder weniger zwinge (natürlich nicht handgreiflich, ich ‘werfe’ es nur raus und sag halt das es gehen muss), aber jedes Mal am Morgen gibt es dann die Diskussion, ob es nun geht oder nicht.
Falls es dann geht, kommt es nach Hause isst kurz und schläft nur noch den Rest des Tages, bis zum Abendessen. Nur um danach wieder zu schlafen, nachdem es im Haushalt kurz geholfen hat. Falls es Zuhause bleibt, geht es meinem Kind zwar deutlich besser (es macht dann das was es in der Schule gemacht hatte Zuhause), aber ich kann es nicht immer Zuhause lassen.
Jedes Mal geht es jenen etwas Schlechter nach der Schule, selten kommt es nach Hause und braucht keinen Schlaf. Außerdem kann es in der Früh und während der Schulzeit nichts essen, da es mit physischen Symptomen reagiert auf die Schule (starke Übelkeit).
Es hat bereits einen Nachteilsausgleich (keine Schulbegleitung, aber andere Sachen wie Zeichnen Kopfhörer, etc.), aber es scheint nicht auszureichen.

Auch die beiden jüngeren Geschwister reagieren so in die Richtung, weshalb eines in der Schmerzklinik zurzeit verweilt, da es mit Migräne reagiert.

Ich weiß nicht wirklich was ich tuen soll und wie es weitergehen soll, wollte deswegen einfach mal Fragen, ob jemand etwas dafür weiß.

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u/-Pluto-Planet- — 9 days ago

Angst mich dumm im Praktikum anzustellen

Hallo zusammen,

vielleicht haben einige schon meinen letzen Post gesehen.

ich mache aktuell ein dreimonatiges Praktikum in einer Kita bei den ganz kleinen Kindern (U3) und merke gerade, dass ich mich ziemlich stark verunsichere und alles zerdenke. Ich bin erst seit wenigen Tagen dort, habe aber schon das Gefühl, mich teilweise etwas dumm anzustellen. Gleichzeitig habe ich große Angst, wie ein „zusätzliches Kind“ zu wirken und nicht wie eine erwachsene Praktikantin, die eine Hilfe für die Erzieherinnen ist.

Ich bin nicht komplett unerfahren mit Kindern. Ich bin schon seit mehreren Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit tätig und war auch schon einmal in einem Kindergarten. Mit so kleinen Kindern hatte ich vorher allerdings kaum Erfahrung. Ich komme besser mit U3 kindern zurecht.

Mein erster Tag lief eigentlich besser, als ich erwartet hatte. Ich habe mich zunächst etwas zurückgehalten, selbst gespielt und die Kinder von sich aus auf mich zukommen lassen. Sehr schnell saßen dann mehrere Kinder bei mir, wollten vorgelesen bekommen oder mit mir spielen. Ich habe also eigentlich schon das Gefühl, dass ich einen guten Zugang zu den Kindern bekomme.

Trotzdem sind mir seitdem einige kleine Dinge passiert, die ich ständig im Kopf wiederhole.

Zum Beispiel wusste ich nicht genau, wo die Jacken hingehören. Ich habe die Jacke eines Kindes nach dem Ausziehen über einen Stuhl gehängt und wurde darauf hingewiesen, dass sie in die Garderobe gehört.

Beim Mittagessen habe ich einmal nur die Lätzchen geholt und die Waschlappen vergessen. Das hat dann später eine Erzieherin gemacht.

Beim Essen sollte ich ein Mädchen füttern. Sie hat aber selbst nach einem Löffel gegriffen und ich habe sie einmal selbst probieren lassen. Dabei ist Joghurt heruntergefallen und die Erzieherin meinte, ich solle sie lieber füttern.

Beim Schlafen ist mir außerdem nicht aufgefallen, dass ein Mädchen ihren Teddy nicht hatte. Die Erzieherinnen haben das bemerkt und eine sagte dann sinngemäß: „Ich kann ja auch nicht immer an alles alleine denken.“ Ich hatte sofort Angst, dass sie damit vielleicht mich meinte.

Auch beim Staubsaugen hatte ich heute Probleme, weil ich nicht richtig wusste, wie der Staubsauger einrastet.

Ich versuche immer zu helfen, mache dann aber irgendwas falsch oder werde nochmal auf etwas hingewiesen.

Eigentlich sind das alles Kleinigkeiten und teilweise Dinge, die ich vorher einfach noch nicht wissen konnte. Aber ich fasse innerlich mittlerweile alles zusammen und denke: „So viele Sachen in so kurzer Zeit – die denken bestimmt, ich kann gar nichts.“

Ich habe dadurch manchmal wirklich das Gefühl, mich ziemlich dumm anzustellen und nicht so kompetent zu wirken, wie ich gerne wirken würde. Gleichzeitig versuche ich aber immer, wenn mir etwas gezeigt oder gesagt wird, es mir zu merken und es beim nächsten Mal besser zu machen. Ich möchte also nicht einfach dieselben Fehler immer wieder machen.

Die Erzieher sind eigentlich mega nett und meinten auch schon mal man merkt, dass es mir mit den Kindern Spaß macht aber trotzdem.

Dazu kommt noch, dass ich mich direkt erkältet hab und deswegen auch manchmal ein bisschen durcheinander/ schlapp bin

Ich helfe beim Aufräumen, biete mich für Aufgaben an, mein Handy ist während der Arbeitszeit immer im Schrank und ich versuche wirklich aufmerksam zu sein. Die Kinder kommen häufig von selbst zu mir und ich habe das Gefühl, dass sie mich mögen.

Trotzdem habe ich gerade Angst, dass die Erzieherinnen vielleicht denken: „Warum kann sie das nicht?“ oder dass ich eher wie ein zusätzliches Kind wirke, um das sie sich auch noch kümmern müssen.

Vielleicht mache ich mir aber auch einfach viel zu viele Gedanken. 😅

Ich möchte deshalb morgen meine Anleitung einmal ganz offen fragen, was ich noch verbessern kann und ob sie mit meiner bisherigen Arbeit zufrieden ist. Ich glaube, eine ehrliche Rückmeldung würde mir vielleicht helfen, nicht ständig selbst zu interpretieren, was die anderen von mir denken.

Wie würdet ihr das als Erzieher/innen oder erfahrene Praktikant/innen einschätzen? Sind solche kleinen Fehler und Unsicherheiten am Anfang völlig normal? Und vor allem: Wie kann ich lernen, mich nicht wegen jeder Kleinigkeit so verrückt zu machen und ständig darüber nachzudenken, was die Erzieherinnen wohl von mir denken?

Ich möchte das Praktikum wirklich genießen und etwas lernen, statt jeden Abend meinen ganzen Tag im Kopf durchzugehen.

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u/ParticularCapital681 — 8 days ago

Bücher zu Medienpädagogik Anerkennungsjahr?

Hallo,

Ich mache mein Anerkennungsjahr in einer Realschule Plus und habe beobachten können das die Schüler die sich bei mir in der AG befinden sehr an Digitale Medien etc… interessiert sind.

Da ich ja bald anfangen muss meinen Bericht zu schreiben hab ich gern fragen wollen ob ein paar von euch Empfehlung haben zu Projektorientierte Medienarbeit mit Kindern (lieber Jugendliche).

Ich war schon in einer Unibib die konnten mir aber nicht so direkt weiterhelfen und bei Google war ich ganz überfordert mit der Menge an Büchern die mir angezeigt wurden. Gefunden hab ich da leider nicht so viel.

Könnt ihr mir weiter helfen? LG

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u/Void-Kin-0042 — 8 days ago

Zeitarbeit als Erzieher*in: Erfahrungen? Wo ist der Haken?

Moin,

ich bin staatlich anerkannter Erzieher und suche gerade was Neues in Bielefeld. Ich bin auf Zeitarbeitsangebote für Erzieher gestoßen (z. B. inCare/Piening) mit ca. 24 €/Std., unbefristetem Vertrag, 30 Tagen Urlaub und Firmenwagen mit Privatnutzung. Das klingt auf dem Papier deutlich besser als vieles andere.

Hat jemand von euch Erfahrung mit Zeitarbeit im Erzieherbereich? Wo ist der Haken, und würdet ihr es empfehlen oder eher die Finger davon lassen? Generell suche ich eher Richtung Jugendhilfe.

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u/and-ruw — 9 days ago

Eingewöhnungsmodelle

Hallo zusammen,

ich habe neulich von der partizipatorischen Eingewöhnung gehört. Sagt das hier jemanden was oder wird in der Kita nach dem Modell eingewöhnt?

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u/Grinse_kath_i — 8 days ago