Übertreibe ich oder hat mein Mann absolut keinen Schimmer, was es heißt Eltern zu werden?
Guten Morgen, ihr Lieben!
Ich such Rat bei euch, weil ich Probleme damit habe meinem Mann verständlich zu machen, dass ich gerne mit der Familienplanung beginnen möchte, er dafür aber mehr für mich da sein und von seinen Freizeitaktivitäten zurücktreten muss. Er tut sich schwer damit solche Aussagen zu akzeptieren, was für mich schon an einen Realitätsverlust grenzt.
Er (m32) ist sehr stark in alles mögliche involviert, schon als Kind haben seine Eltern ihn überall angemeldet - Sportvereine, freiwillige Feuerwehr, Musikschule, Pfadfinder, uvm. Wir leben auf dem Dorf und da ist das eben so, dass man sich engagiert.
Ich (w32) möchte gerne Kinder und mein Mann, mit dem ich seit gut 5 Jahren verheiratet bin, aber schon seit der gemeinsamen Schulzeit kenne, wollte dies auch immer. Bisher passte der Zeitpunkt nicht so richtig - Studium, die ersten Schritte im Job, weder Geld noch ein passendes Zuhause, in dem man Kinder großziehen kann. Doch inzwischen haben wir das alles und mit Anfang 30 beginnt sich auch meine biologische Uhr zu melden.
Aber ich sehe es realistisch und weiß, dass wir auf vieles verzichten müssen, wenn erstmal ein Baby im Haus ist. Ich möchte auch nicht alleine mit Kind und Kegel dastehen, sondern erwarte angemessene Unterstützung von ihm.
Das bedeutet in meinen Augen allerdings auch, dass er von einigen seiner Freizeitaktivitäten zurücktreten muss. Aktuell sieht es nämlich so aus, dass er von morgens 7 Uhr bis abends 21 Uhr aus dem Haus ist - Arbeit + ein oder zwei Freizeitaktivitäten. So ziemlich jedes zweite oder dritte Wochenende fährt er auch weg, besonders im Sommer und in den Ferien betreut er das Zeltlager teilweise für ein bis zwei Wochen. An den anderen Wochenenden hockt er dann bei Freunden oder wir feiern zusammen einen Geburtstag bei der Familie oder es steht irgendein anderes Event im Dorf an. Er ist also mehr unterwegs als Zuhause.
Wenn ich ihm das so sage und dann eventuell auch noch mal mit "du, ich möchte vielleicht auch einen Nachmittag mal für mich haben - ohne Baby/Kind im Schlepptau", da schaut er mich an, als stamme ich von einem anderen Stern. Meistens erwidert er dann so Sachen wie "wenn das Baby erstmal da ist, dann sehen wir weiter", aber so möchte ich das Spiel gar nicht erst beginnen, weil ich Angst habe, dass ich am Ende dann doch alleine dastehe. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich erwarte, dass er mir etwas mehr Engagement mir gegenüber zeigt und er zumindest schonmal etwas kürzertreten sollte, um guten Willen zu beweisen. Am liebsten wäre es mir eh, wenn er der freiwilligen Feuerwehr ganz den Rücken kehren würde, denn was soll ich mit einem Mann, der lieber in ein brennendes Haus rennt, als die Windeln zu wechseln?
Übertreibe ich?
(Regel 8: Throwaway-Account.)