Umgang mit "Situationship" auf Distanz.
TL;DR: Stecken in einer Art Situationship fest, während ich im Ausland bin. Sie hat LDR-Trauma. Nach einem sehr persönlichen Geburtstagsgeschenk von mir war sie erst überglücklich, ist jetzt aber seit einer Woche komplett abgetaucht. In 3 Wochen bin ich wieder zurück.
Hallo zusammen,
ich (M31) habe im Februar F27 kennengelernt. Wir haben uns etwa einen Monat lang gedatet. Es war romantisch, emotional sehr nah und auch körperlich. Wäre ich Anfang März nicht für drei Monate ins Ausland gegangen, wären wir sehr wahrscheinlich in eine Beziehung gegangen. Von Anfang an war klar, dass ich für diese Zeit weg sein würde.
Sie hatte zuvor eine fast vierjährige Fernbeziehung, die für sie eher negativ verlaufen ist. Entsprechend war sie von Beginn an vorsichtig, was Distanz angeht.
Im März hatten wir noch täglichen Kontakt, aber ich merkte, dass die Frequenz ihrer Nachrichten langsam abnahm. Anfang April hat sie dann sehr offen angesprochen, dass die Situation in ihr alte Muster aus dieser Fernbeziehung auslöst. Sie sagte Dinge wie, dass sie sich allein fühlt, obwohl wir schreiben und dass Videoanrufe und regelmäßiger Kontakt sie eher ermüden und unwohl fühlen lassen.
Wir haben sehr ruhig und respektvoll darüber gesprochen und uns darauf geeinigt, den Druck rauszunehmen und einfach an "zufälligen Tagen, wenn es sich gut anfühlt" zu schreiben, statt zu versuchen, regelmäßig Kontakt zu halten.
Danach wurde die Kommunikation wellenförmig: An manchen Tagen war sie sehr warm und emotional, dann zog sie sich wieder mehrere Tage zurück und antwortete gar nicht. Für mich als jemanden, der sich eher durch kontinuierlichen Austausch verbunden fühlt, war das nicht leicht, auch wenn ich ihre Perspektive rational verstehen konnte.
Vor zwei Wochen habe ich ihr ein Paket zum Geburtstag geschickt. Ihre Reaktion darauf war sehr emotional und aufrichtig. Sie hat mir in Sprachnachrichten erzählt, dass sie beim Öffnen Freudentränen in den Augen hatte, war sehr liebevoll und hat viel Nähe gezeigt. Sie wollte auch von sich aus einen Videoanruf machen.
Nach diesem emotionalen Höhepunkt ist sie aber besonders ruhig geworden. Seitdem geht der Kontakt stark von mir aus, sie selbst initiiert nichts.
In drei Wochen bin ich wieder zurück in unserer Stadt, das Distanzthema ist dann also vorbei.
Ich versuche gerade, dieses Muster zu verstehen:
Sie zeigt sehr deutlich Gefühle, zieht sich aber immer dann zurück, wenn es emotional intensiver wird, solange wir räumlich getrennt sind. Ich verstehe die Logik (ein bisschen hoffe ich auch, dass sie sich zurück zieht weil es zu emotional für sie ist) und habe auch keine Zweifel an der Echtheit ihrer Gefühle, aber emotional ist es für mich herausfordernd.
Kennt jemand so ein Verhalten, vor allem bei Menschen mit negativer Vorerfahrungen bzgl. Distanzbeziehungen?
Wie würdet ihr das einordnen?
Und was wäre aus eurer Sicht der gesündeste Umgang damit, bis ich zurück bin?
Danke fürs Lesen.