u/Downtown_Oil7605

Amateurgedicht "Vanitas" sucht Feedback

Hallo! Ich habe ein Gedicht verfasst und suche Gedanken, Anregungen und Kritik. Ohne viel Vorgeplänkel trage ich es einmal vor:

Vanitas

Zu einem dunklen Winterabend

nebst den Mauern grauer Zeit,

sich an frischer Luft gar labend,

durch die Straßen ich fort schreit‘.

In den Tiefen kalter Gassen,

streckend zwischen den Gemäuern

Unter Firmament erlassen,

ganz aus Pech, den Tagen träuern’

Dieses Ich das Mondlicht blickend

Schweifend denkt, sich Mumm anschickend.

Wie es dunkelt immer schwärzer,

rau und rasch des Jahres Ende

Werk umschlingt mich, greift mich, weiter,

zieht mich näher beider Hände.

Da, die Bäume hauchen Atem,

blickend voller Ächtlichkeit.

Breite Nebelarme greifen,

winden sich als man sich freit.

Ich, in Bange dieses Wesens,

denk‘, so dunkel es schon ist!

Du doch eben noch gewesen,

bei des Tages Antlitz bist!

Triebs den Schauder, jener Abend.

Tief gedeckt in Schutz mich nehme.

Schnell geschritt‘ und Folgschaft ahnend,

mich nach dem Vergang‘nen sehne.

So, ach Lise, wolltest du es?

Nun, dass ich das Heim verließ?

Nur zu deiner ew‘gen Gnade

ich mich dir vollkomm‘ entschließ‘.

Und welch Pein und ew‘ger Herzkrieg

doch du immer mit mir mimst!

Und wie ich nun hier verwand’re!

Und mein Herz doch nimmer glimmst!

In Erinnerung mich schwelgend,

ich dort wanke wie ein Trinker.

Und, um wegzurennen dieser,

schneller laufe, flinker, flinker!

Gegenwärt’ ich tret’ gen Heime,

doch zu dieser dunklen Zeit

diese Tat vollkomm‘ unmöglich,

lief man nimmer doch recht weit.

Ach, die kühle Luft geworden

eine Wand aus scharfen Streben!

Eisig und gar unersättlich

Netze der Entsinnung weben!

Denkst du, Lise, seh‘ ich‘s nicht?

– Irr‘ ich doch schon hundert Nächte –

Diese Bleiche dein‘s Gesicht?

– Wo ich doch dein Bestes dächte –

Und so dreschend meiner Panik

blick’ herab ich da zu mir;

ich seh’ dort, ja!, meine Hände,

gleich Methus’lmes der Manier!

Schon in weilender Bewegung

zitternd seh’ ich mein Gesicht.

Alt und mager ich geworden,

Jüngling war ich! War ich nicht?

Trügen mich gar meine Sinne!

Ruhe, Ruhe ist‘s, die‘s braucht.

Diese teuflische Nachtskälte,

die das Hirn mir so zuschmaucht!

Immer älter und vermattet

werden meine dürren Haare,

wie in einem Augenblinzeln

streicht man mir die Lebensjahre.

Ach, noch dunkler, immer schwärzer,

totenstill die Welt gleich sei.

Halten gibt’s nicht, Betteln, Beten,

niemals mehr komme ich frei!

Und so müde und zermürbet

rege ich die schweren Glieder.

Immer mehr die alten Geister

schänden mich, erneut und wieder!

Und das Totenläuten dringet

laut und dröhnend auf‘s Gemüt,

und ich seh‘ sie da, ach Lise,

wie sie vor dem Grabe glüht!

Und die Tränen nicht erspart sind!

Ach! Nie wollt’ ich‘s! Niemals so!

Bitte, Lise, bitte hör doch!

Komm, sei doch nun endlich froh!

Dann! In einem Bruch Sekunde

Ewigkeit vergangen ward.

Und mich weit im tiefen Osten

jener Stern so zu sich bat.

Und Verwirrung aus Erhofftem

sich von nun auf ewig lege.

Ich das Dach des trauten Heimes

seh, die Glieder heftig rege!

Endlich, endlich ist’s gewonnen!

Endlich ist der Büßer frei!

Heim bin ich zum Schluss gekommen!

Heim, wo ich da ewig sei.

Anmerkung und kleine Randfrage: Da meine Texte immer sehr verstrickt sind lohnen sich vielleicht Fußnoten zu einzelnen Wörtern? (Siehe z. B. "Methus'lems" oder "zuschmaucht")

reddit.com
u/Downtown_Oil7605 — 14 days ago

Suche Feedback für eine Kurzgeschichte

Hallo! Ich schreibe schon länger Geschichten, habe kläglich an einigen Romanansetzen gescheitert und bin nun endlich dazu gekommen, eine Kurzgeschichte niederzubringen. Eigentlich liegt mir die Lyrik deutlich mehr, und ich plane, hier auch welche zu veröffentlichen, doch trotzdem würde ich mich mal an Epik probieren.

Die Infos:

Die Kurzgeschichte heißt »Solang ich wart'«. Dieser Titel kann eventuell noch geändert werden, was, wie es jedem Leser zum Ende hin auffallen wird, jedoch auch inhaltliche Änderungen mit sich zieht.

  • Genre / Zielgruppe: Philosophische Belletristik, Freunde von Kafka oder Dostojewski könnten unter Umständen Gefallen hieran finden
  • Länge: Relativ kurz, um die 2500 Wörter bzw. 11 Seiten
  • Kurze Inhaltsangabe: Es handelt von dem Warten. Mehr möchte ich nicht preisgeben, da die Interpretation ein wichtiger Bestandteil des Leseprozesses ist
  • Zeithorizont, in dem du die Kritik erhalten möchstest: Ganz egal, ich freue mich auch in 4 Monaten noch über Feedback
  • Erwartungen: Relativ frei, doch wünsche ich mir natürlich Kritik wie am Verständnis, am Stil und an der Handlung

Ich stelle das Manuskript auf Anfrage gerne bereit. Ich bin sehr neu hier auf dem Subreddit und bräuchte in dem Falle, dass ich etwas falsch gemacht hätte, Hilfe.

Vielen Dank, und ich freue mich auf Anfragen!

reddit.com
u/Downtown_Oil7605 — 4 months ago