u/Dry_Dog9537

▲ 28 r/medizin

Mitverantwortung bei OA-Entscheidungen?

Mich würde interessieren, wie ihr mit Situationen umgeht, in denen Oberärzte trotz eindeutig problematischer Konstellationen trotzdem etwas durchführen oder weitermachen wollen.
Beispiel in der Anästhesie: rein elektiver operativer Eingriff in Vollnarkose bei einer stationären Patientin, bei der in der Akte seit Tagen arterielle Blutdruckwerte über 200 systolisch dokumentiert waren. Aktuell RR 215/105 mmHg Trotzdem sollte weiter eingeleitet werden.
Oder generell Situationen, in denen man als Assistenzarzt ein sehr ungutes Gefühl hat, weil es eigentlich nicht leitliniengerecht bzw. medizinisch fragwürdig erscheint.

Wie handhabt ihr das praktisch? Dokumentiert ihr eure Bedenken? Sagt ihr aktiv nein? Oder läuft es am Ende doch über die Hierarchie?

Und wie sieht das rechtlich aus: Wenn tatsächlich etwas passiert, haftet/verantwortet dann der anordnende Oberarzt allein oder kann man als Assistenzärztin ebenfalls Probleme bekommen, obwohl man seine Bedenken geäußert hat?

Würde mich über ehrliche Erfahrungen und Einschätzungen freuen.

reddit.com
u/Dry_Dog9537 — 5 days ago