u/Educational-End6350

Mein Freund und seine "Depressionen"

(Regel 8: Dies ist ein Throwaway-Account!)

Hallo zusammen,

ich muss mir mal meinen ganzen Frust von der Seele schreiben, weil es mir gerade einfach nur noch dreckig deswegen geht. Vielleicht könnt ihr mir auch helfen eine Lösung zu finden.

Seit etwa 6 Wochen ist mein Freund (M31/seit 8 Jahren zusammen) krankgeschrieben, weil es ihm nicht sonderlich gut geht und hängt seitdem nur noch auf dem Sofa rum. Angeblich Depressionen, festgestellt von seinem Hausarzt, der ihm einige Fragen gestellt hat und ihn wahrscheinlich keine 10 Minute im Behandlungsraum hatte.

Das soll kein bashing gegen psychische Erkrankungen sein. Ich (F29) bin selbst depressiv und damit schon seit meiner Jugend in Behandlung, teilweise stationär und aktuell medikamentös nicht ganz so doll eingestellt. Ich weiß also ganz genau wovon ich rede!

Anfang 2025 verstarb meine Oma, Ende des Jahres folgte mein Opa und das riss mir wieder mal den Boden unter den Füßen weg. Weihnachten verbrachte ich in der Klinik. Seitdem habe ich es mir zur Aufgabe gemacht das Haus, welches ich von den beiden geerbt habe, hübsch zu machen. Anfangs wollte ich es nur entrümpeln und verkaufen, aber inzwischen möchte ich es behalten, also renoviere ich es in meiner Freizeit.

Ich arbeite Vollzeit und fahre nach der Arbeit noch immer für 1-2 Stunden ins Haus, um voran zu kommen und komme dann nach Hause, um festzustellen, dass mein Freund den ganzen Tag nichts gemacht hat. Nicht mal sein Geschirr hat er vom Wohnzimmer in die Küche getragen! Der Hund - sein Hund! - verkriecht sich in seinen Hundekorb, weil er in die Ecke gepisst hat, was kein Wunder ist, wenn er den ganzen Tag nicht rauskommt, weil mein Freund sich nicht mal um ihn kümmert! Und dann kommt er mir noch dumm mit der Frage, was es zu Essen gibt, worauf ich den Hund erstmal ausführen gehe, weil ich kein Tier leiden sehen kann.

Es ist eine Frechheit!

Ja, ich habe auch Tage, an denen ich nichts geschissen bekomme, an denen ich meinen Arsch nicht mal aus dem Bett bekomme und an denen ich vor mich hinvegetiere. Ich weiß wie sich das anfühlt und ich habe dafür weiß Gott Verständnis. Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass er sich keinerlei Hilfe sucht und mich mit allem alleine lässt, obwohl er sieht wie sehr ich auch struggle.

Als ob das nicht schon alles beschissen genug sei, habe ich kürzlich erfahren, dass ich auch noch schwanger bin. Ein Unfall. Ich lieb's! Hätte nie gedacht, dass ich das eines Tages sagen würde, aber ich lieb's. Es gibt mir einen Grund mit dem Haus weiterzumachen, mein Leben auch weiterhin so gut wie möglich im Griff zu haben und bereitet mir unglaubliche Freude. Ich hatte gehofft, dass mein Freund das ähnlich sieht. Naja.

Ich möchte ehrlich sein, ich habe momentan verdammt viel Stress und könnte Unterstützung besonders von meinem Freund gut gebrauchen. Stattdessen behindert er mich, denn entweder kann ich im Haus werkeln (wer weiß wie lange ich das noch kann) oder ich kann mich um den Haushalt kümmern, beides schaffe ich einfach nicht.

Inzwischen bin ich soweit, dass ich mich hinterfrage, ob es sinnvoller (und einfacher) ist, wenn ich mich von ihm trenne. So wie es aktuell läuft bin ich so oder so auf mich alleine gestellt, sobald mein kleines Glück auf die Welt kommt. Habt ihr Rat?

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u/Educational-End6350 — 8 days ago