Erfahrungen mit TÜV Nord?
Moin zusammen,
ich muss mir kurz den Frust von der Seele schreiben und bin gespannt, was ihr für Erfahrungen habt, da TÜV Nord ja eigentlich schon seinen Namen hat.
Wegen eines Verdachts auf Drogenbesitz wurde mir der Führerschein entzogen. Das Verfahren wurde zwar komplett eingestellt und es gab keinerlei Nachweise über irgendeinen Konsum, aber die Führerscheinstelle wollte ein ärztliches Gutachten. Weil ich das damals nicht rechtzeitig abgegeben habe, stand verständlicherweise die MPU an. Zu meinem Hintergrund: hatte davor noch nie etwas mit der Polizei zutun, völlig unauffällig in jeglicher Hinsicht und auch noch nie Drogen konsumiert.
Was ich bei der Beratung bei TÜV NORD erlebt habe, war die reinste Katastrophe. Die Psychologin dort hat mir von Sekunde eins an massiv Angst gemacht. Ich müsse definitiv 15 Monate Abstinenz nachweisen und zwar komplett für Drogen und auch Alkohol. Drogen ist klar- das stand ja auch im Raum, aber Alkohol?? Dass ich ohnehin kaum Alkohol trinke und das nicht einmal Thema beim Entzug der Fahrerlaubnis war, hat sie null interessiert. Ich wurde direkt eingestuft, als wäre ich schwerstabhängig von allem. Da saß ich schon völlig perplex auf dem Stuhl und dachte, was passier hier grade?
Danach ging die Verkaufs-Show erst richtig los. Sie führte mich in einen Schulungsraum mit großem Tisch und sicher 15 Stühlen und wollte mir unbedingt einen Gruppen-Vorbereitungskurs für ca. 2.000 Euro aufdrücken. Als ich meinte, dass ein Gruppenkurs bei meinem Fall völlig am Ziel vorbeischießt und ich wenn überhaupt Einzelgespräche brauche, meinte sie nur, man könne dort ja voneinander lernen. Als Krönung drohte sie mir unverblümt: Wenn ich direkt nur mit ein paar Einzelgesprächen zur MPU gehe und diesen Kurs nicht mache, falle ich zu 80 bis 90 Prozent garantiert durch.
Völlig frustriert bin ich danach zu einem freien, unabhängigen Verkehrspsychologen gegangen, um mir eine zweite Meinung einzuholen. Der hat sich meinen Fall angeschaut und nur den Kopf geschüttelt. Für die im Raum stehende Substanz und den Fall an sich reichen maximal 12 Monate Abstinenz locker aus, die Forderung nach Alkoholabstinenz war kompletter Schwachsinn, der 2.000-Euro-Kurs völlig unnötig und ich könne zeitnah ohne klassische Vorbereitung zur MPU antreten. Gesagt, getan: Nach gerade einmal zwei Vorbereitungssitzungen beim Verkehrspsychologen habe ich die MPU gemacht und habe jetzt mein positives Gutachten zurück und das Go von der FS, dass alles okay ist und die mir meinen Führerschein jetzt zuschicken.
Ich hatte massiv das Gefühl, dass die Dame bei TÜV Nord systematisch Angst schürt, um den Leuten lange Abstinenzzeiträume aufzudrücken und sündhaft teure Kurse zu verkaufen. Geht lieber direkt zu einem freien Verkehrspsychologen, der eure Situation realistisch einschätzt- so meine Erfahrungswerte.
Hat jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Würde mich mal interessieren