Absetzen Escitalopram
Im März 26 hat mein Hausarzt mir empfohlen mein Escitalopram (10mg) auszuschleichen, weil ich es schon seit 2021 nehme. Ich habe damals damit angefangen weil ich plötzlich in meinem Anerkennungsjahr unter starken Panikattacken litt die in eine tiefe Depression führten. Ich hatte schon immer mit depressiven Episoden zu kämpfen weil ich eine schwere Kindheit hatte (Verschiedene Pflegefamilien, weil meine Eltern Suchtkrank und psychisch krank waren). Naja aber zurück zum Absetzen. Meine Therapeutin hielt mich für sehr stabil und gab mir somit auch ihr Go. Ich habe es ausschleichen lassen (10mg auf 5mg für 2 Wochen und von 5mg auf 2,5mg für 2 Wochen und dann abgesetzt.). Ich hatte wie erwartet 2 Wochen ohne escitalopram mit Schwindel,Müdigkeit und Unruhe zu tun aber wusste das es dazu gehört. Ich wurde zunehmend emotionaler und konnte mehr spüren, besonders auch gute Gefühle. Ich merkte wie ich näher am Wasser gebaut war und hielt das für normal und eigentlich auch schön.
Dann habe Ich den Stress auf der Arbeit immer mehr gespürt. Es war mit Antidepressiva schon anstrengend aber immer machbar ( Erzieherin in einer inklusiven OGS). Doch es wurde immer anstrengender und meine Auszubildene fiel länger aus und Ich musste die Gruppe größtenteils alleine führen. Nach meinem Geburtstag (Mai) hatte ich dann einen Tiefpunkt. Von dort an weinte ich jeden Tag und entwickle wieder starke Ängste wie Verlustangst und Angst alleine zu sein. Es war so stark das ich Nächte ohne Schlaf hatte und trotzdem jeden Tag so vollgeplant habe wie es geht um mich nicht in meinen Ängsten und grübeln zu verlieren. Letztendlich fühlte ich mich so unsicher und bedroht das mein Körper im Extremen Alarmmodus war und keine Atemübung oder Meditation gegen diese starken Gefühle half. Ich war nicht mehr arbeitsfähig und konnte kaum was essen. Trotzdem so einen extremen Bewegungsdrang und Angst alleine zu sein.
Mir wurde langsam klar, dass das keine Absetzsymptome sein können. Mein Gehirn war ohne das serotonin und mit Stress so überfordert das es nur noch eine Lösung gab um wirklich aktuell zu überleben. Ich musste nach 8 Wochen ohne Escitalopram wieder mit der Einnahme beginnen. Erst fühle es sich wie Rückschlag an: Was wenn Ich das nie schaffen werde? Kann ich nur mit Medikament leben ? Aber ich musste es tun damit es mir endlich wieder besser ging. Es war so so schlimm. Nun ist mein erster Tag mit 25mg Sertralin. Ich habe darum gebeten ein anderes SSRI zu bekommen, weil ich bei escitalopram Libido Verlust hatte und Schwierigkeiten einen Orgasmus zu bekommen. Kann gut sein das es nun wieder so sein wird aber ein Versuch ist es wert. Hauptsache ich kann wieder leben!
Ich habe Angst aber weiß das es nur besser werden kann.
Auch wenn ich selbst noch ein bisschen enttäuscht von mir bin das ich das Absetzen nicht geschafft habe möchte ich dazu ermutigen das es bei euch so anders sein kann. Der Zeitpunkt ist wichtig und langsames ausschleichen. Habe viele Berichte gelesen wo Leute davon berichten gut davon weggekommen zu sein!