u/EmploymentTemporary2

Zurück in der Depression. Macht es Sinn schon vor der Therapie beim Hausarzt nach Antidepressiva zu fragen?

Hey zusammen, vielleicht ist die Frage blöd, aber ich kann ehrlich gesagt aktuell auch nicht klar denken und möchte irgendwie anonym mit jemanden darüber sprechen.

Zu mir, ich habe als gesicherte Diagnose Dysthymie, war von 2020-2022 in Therapie (Verhaltenstherapie) und habe von 2022 bis 2024 Sertralin genommen. Verschrieben wurde mir das Sertralin immer vom Hausarzt, initial habe ich damit bei einem Klinikaufenthalt angefangen. Mir ging es jetzt 1 1/2 Jahre auch wirklich gut, mit Downphasen konnte ich gut umgehen, insgesamt war ich psychisch stabil.

Seit einigen Wochen geht es rapide bergab. Ich habe eine für mich extrem stressige Zeit durchgemacht (Abgabe meiner Bachelor Arbeit) und einen neuen Job angefangen. Ich arbeite in einer Wohngruppe in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Heißt Schichtdienst, 24 Stunden Schichten und viel Stress.

Ich merke wieder, dass ich in meinem Loch bin und Hilfe brauche. Meine Symptome möchte ich hier jetzt nicht alle aufschreiben, aber es sind einige. Ich stehe insofern vor dem "Problem", dass ich funktional depressiv bin. An der Arbeit und unter Leuten funktioniere ich immer irgendwie (obwohl da die Fassade langsam auch bröckelt). Trotzdem ist arbeiten gehen aktuell mit einem hohen Druck verbunden und einer großen Angst immer weiter Fehler zu machen. Die Kollegen helfen da nicht unbedingt, aber das ist ein anderes Thema...

Auf jeden Fall stehe ich vor dem Problem, dass ich eigentlich weiß, dass ich nach Therapieangeboten suchen sollte. Ich merke durch meine gesteigerte Antriebslosigkeit, dass ich aber keine wirkliche Energie habe, mich damit auseinanderzusetzen. Besonders das Telefonieren und Anfragen, ob überhaupt Platz ist und die Aussicht darauf, mehrere Monate auf einen Platz warten zu müssen, verlangt mir extrem viel Energie ab. Energie, die ich gerade einfach nicht habe.

Und genau das führt mich zu meiner Frage: Denkt ihr, es macht Sinn, zu meinem Hausarzt zu gehen, meine Situation zu schildern und eventuell sogar zu fragen, ob ich erneut das Sertralin bekommen kann, um irgendwie in meinem Alltag zu funktionieren? Durch einen Umzug bin ich bei einem neuen Hausarzt angebunden, müsste meine ganze Geschichte also wieder aufrollen und ich habe ehrlich gesagt Angst davor, nicht ernst genommen zu werden. Aber ich bin auch an einem Punkt, an dem ich mir gerade anders nicht zu helfen weiß. Über Ratschläge oder Erfahrungsberichte wäre ich echt dankbar.

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u/EmploymentTemporary2 — 12 days ago