u/ExpensiveTry2305

▲ 2 r/Gehalt

Nach Berufseinstieg: Jobwechsel während Probezeit?

Hi liebe Community,

ich möchte um Erfahrungen, Ratschläge und Meinungen bitten.

Meine Situation:

Ich habe seit 12/25 einen Maschinenbau-Master (Note 1,5) in der Tasche. Ich habe meine Masterarbeit bei einem Gasnetzbetreiber geschrieben, wurde dort aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens leider nicht übernommen, hätte da jedoch gern angefangen...

Seit 02/26 arbeite ich Vollzeit in einem Planungsbüro für Gasinfrastruktur. Die Branche ist interessant für mich, vor Allem in Hinblick auf Wasserstoff. Die Arbeitsbedingungen sind aus meiner Sicht, vor allem für eine Unternehmensgröße von gerade mal 45 Leuten, echt fair (2 Tage HO, Gleitzeit, 30 Tage Urlaub). Gehalt ist ok, vor allem für die aktuelle Jobsituation (bekomme 4300 € br/M.). Die Kollegen sind überwiegend auch sehr nett, nur einzelne sind wierd, aber das gibt es realistisch denke ich überall. Auch habe ich einen kurzen Arbeitsweg (15 min Rad). Alles in allem ein rundes Paket, wenn auch keine Idealvorstellung vieler von ner 100k Stelle in nem Konzern und so.

Nun zu den unschönen Sachen: Ich habe nichts zu tun. Eigentlich bis auf die ersten 3 Wochen, in den es für ein Projekt mit knapper Deadline noch einige Zuarbeiten zu erledigen gab, habe ich quasi keine Aufgaben. Die meiste Zeit des Tages habe ich pure Langeweile und habe keine To-Dos. Gar nichts! Geschweige denn selbst zu organisierende Projekt-Aufgaben o.ä., was mein Wunsch wäre (arbeite gern selbstständig und vor allem selbst organisiert). Die wirkliche Besonderheit, die ich trotz mehrerer Werkstudentenstellen im Ingenieurbereich bisher nie erlebt habe: Alle in meiner Abteilung sind "arbeitslos", keiner spricht es offen aus, aber es ist unverkennbar, dass alle nichts zu tun haben. Unsere Abteilung hat, seit dem ich eingestiegen bin keine neuen Aufträge generiert. Lediglich ein kleiner Auftrag ging ein, bei welchem ich aber nicht eingeplant bin, damit "wenigstens die Kollegen mit Berufserfahrung ausgelastet werden".

Mein Kernproblem besteht darin, dass ich mich im aktuellen Job absolut unterfordert und nutzlos fühle und mir das sämtliche Motivation (auch für Freizeitgestaltung) raubt. Vor allem schlimm für mich ist, dass es keine Aussicht auf Besserung gibt. Allerdings habe ich leider (!), denn das habe ich die ersten Wochen und Monate wirklich versucht, zu verhindern, allmählich angefangen, mich an die sehr entspannte Arbeitsatmosphäre zu gewöhnen.

Ein Freund arbeitet bei einem Energieversorger und hat mich auf eine vakante Stelle in diesem Unternehmen aufmerksam gemacht. Da habe ich mich von ihm ein Stückweit zu einer Bewerbung hinreißen lassen, ich habe kommende Woche ein Kennenlerngespräch. Falls die mich nehmen würden, würde ich denke ich wechseln, allein der Bezahlung wegen: lt. Tarifvertrag 5150 € br./M. in der Starteingruppierung, Zieleingruppierung (nach 3 Jahren: ca. 6200 €/M. br.). Auch sonst gute Konditionen, ähnlich IGM.

Soll ich - auch unabhängig vom besagten, eventuellen Alternativangebot - kündigen und was neues suchen? Meine struggels bestehen darin, in der aktuell angespannten Jobsituation, insbesondere für Berufseinsteiger, einen Job zu finden. Und es sagt ja auch niemand, dass das Gras wo anders grüner ist... Aber der Job aktuell macht mich schon recht fertig, es fühlt sich gottlos nach verschwendeter Lebenszeit an. Ich bin noch bis einschließlich 07/26 in Probezeit und hätte daher ne kurze Kündigungsfrist. Mein Abteilungsleiter ist echt ne nette Seele und den will ich eigentlich nicht enttäuschen, nur so werde ich halt auch nicht glücklich.

Sorry für den Roman, musste mir da etwas von der Seele reden. Freue mich auf eure Meinungen, Anregungen, etc.

Was sagt ihr auch zu den Gehältern?

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u/ExpensiveTry2305 — 7 days ago